Fachchinesisch adé Patientenportal entziffert Arztbefunde

Patientenportal (Foto)
Eine ärztliche Diagnose ist oftmals gespickt mit Fachbegriffen - für Laien gibt es jetzt «Übersetzungshilfe» im Internet. Bild: dpa

Von Claudia Arthen
Wer er in Deutschland zum Arzt geht, hat ein Recht darauf, seine medizinischen Unterlagen einzusehen. Doch das heißt nicht automatisch, dass ein Patient die Befunde auch versteht. Ein Online-Portal verspricht Klarheit für medizinische Laien.

Wenn der Arzt eine ernstere Diagnose stellt als einen harmlosen Schnupfen, sieht ein medizinischer Befund oftmals aus wie eine unverständliche Ansammlung von Fachbegriffen. Viele Patienten sind dann verunsichert, was sich hinter den kompliziert klingenden Ausdrücken verbergen mag - doch meist werden Nachfragen beim Arzt vermieden. Nun hat auch nicht jeder Patient ein medizinisches Wörterbuch im Regal stehen oder kann einen Mediziner im eigenen Bekanntenkreis um Erklärung bitten.

Eine neu gelaunchte Internetplattform möchte nun für Aufklärung sorgen: Auf washabich.de übersetzen über 500 ehrenamtliche Mediziner und Medizinstudenten Befunde und Diagnosen. Per Dateiupload oder per Fax können Patienten ihre Unterlagen einsenden und erhalten innerhalb weniger Tage eine laiengerechte Übersetzung zugesandt.

Von einer Studentenidee zum Interneterfolg

Der Service für ratsuchende Patienten ist kostenlos - und das trägt dazu bei, dass sich die Webseite über mangelnden Zuspruch nicht beklagen kann. Das Portal ist zwar erst seit anderthalb Jahren online, die Anfragen stapeln sich aber bereits in der virtuellen Arztpraxis. Wer eine «Übersetzung» seiner Arztunterlagen wünscht, muss sich inzwischen auf einer Warteliste eintragen.

Was mit einer Idee von zwei Dresdner Medizinstudenten begann, hat sich inzwischen zu einem umfangreichen Netzwerk ausgeweitet: Inzwischen sind rund 500 Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz damit beschäftigt, Anfragen und Einsendungen verständlich umzuformulieren.

Vorteile für Patienten und Medizinernachwuchs

Dass ratsuchende Patienten von dem Online-Service profitieren, liegt auf der Hand. Allerdings können auch die Medizinstudenten, die hinter den Kulissen übersetzen, einen Nutzen aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit ziehen. Während in den Vorlesungen an der Universität und in der Kommunikation mit anderen Medizinern Fachbegriffe unumgänglich sind, möchten Patienten im Gespräch mit ihrem Arzt verständlich über ihren Gesundheitszustand aufgeklärt werden.

loc/sca/news.de/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 2
  • 01.06.2012 09:29
Antwort auf Kommentar 1

Glaube ich nicht ,denn die erzählen doch Märchen schon lange uns.Die erarbeiten ein Märchenbuch..

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  • Klaus Werner
  • Kommentar 1
  • 31.05.2012 19:40

Gibt es das auch für Politikergeschwätz?

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