Rauchentwöhnung Das Laster wegstechen

Akupunktur (Foto)
Akupunktur, Nikotinpflaster oder Hypnose: Das helfen diese Methoden beim Rauchstopp wirklich. Bild: dapd

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Wer mit dem Rauchen aufgehört hat, der tut seinem Körper von der ersten Minute an etwas Gutes. Doch bis zum kompletten Verzicht ist es für ausstiegswillige Raucher ein harter und steiniger Weg. Diese Methoden können dabei helfen.

Schlusspunkt-Methode

Diese Variante ist nur etwas für Nervenstarke. Denn von einem Tag auf den anderen keine einzige Zigarette mehr anzurühren, nehmen sich 80 Prozent aller ausstiegswilligen Raucher vor. Doch die Willenskraft allein führt nur in fünf Prozent aller Fälle zum Erfolg. Damit ist diese Methode die unsicherste.

Nikotinersatztherapie

Ob Kaugummis, Pflaster oder Nasensprays: Mit Hilfe nikotinhaltiger Präparate kann der angehende Nicht-Raucher in der ersten Zeit des Rauchstopps das Nikotin bekommen, das er durch jahrelanges Rauchen gewöhnt war. So bleiben in der akuten Phase die Entzugserscheinungen weitestgehend aus. Die Dosierung richtet sich nach der Anzahl und der Stärke der Zigaretten, die am Tag geraucht wurden. Schrittweise wird dann reduziert. Experten raten, diese Methode mit verhaltentherapeutisch orientierten Nicht-Raucherkursen zu kombinieren. Um das eingeprägte Raucherverhalten bewusst wieder aufzugeben und zu vergessen.

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Verhaltenstherapie

Raucher haben sich in all den Jahren des Tabakkonsums bestimmte Verhaltensrituale angeeignet. Um von diesen wegzukommen, müssen sie mit Hilfe eines Therapeuten die verantwortlichen Schlüsselreize für ihren Griff zur Zigarette ausfindig machen und durch ein rauchfreies Verhalten ersetzen - zum Beispiel das morgendliche Kaffeetrinken durch Tee. Ziel ist es, die Einstellung des Nikotinabhängigen zu ändern und eventuellen Rückfällen vorzubeugen. Diese Therapie kann bis zu sechs Wochen dauern. Erfolgsquote: 40 bis 60 Prozent, je nach Studie.

Anti-Raucher-Pille

Die Anti-Raucher-Pille ist das einzige Medikament, das kein Nikotin enthält. Dafür den Wirkstoff Bupropion, der ursprünglich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wurde. Dieser bewirkt, dass die Ausstiegswilligen immer weniger nach einer Zigarette verlangen, gleichzeitig aber kaum Entzugserscheinungen auftreten. Auch die Gewichtszunahme zu Beginn der Entwöhnung ist deutlich geringer als bei anderen Methoden.

Die Behandlung dauert mehrere Wochen. Es wird empfohlen, mit ihr zu beginnen, während der Patient noch raucht. Die Pille ist verschreibungspflichtig. Sie darf nur unter ärztlicher Kontrolle und in Verbindung mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen verordnet werden. Nebenwirkung: In seltenen Fällen kann es beim Patienten zu Depressionen und Angstzuständen kommen.

Eine Tagesdosis kostet zirka vier Euro. Die Erfolgsquote ist in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie etwas höher als die der Nikotinersatztherapie. So hörten 49 Prozent der Therapie-Teilnehmer mit dem Rauchen auf. 18 Prozent waren auch nach einem Jahr noch abstinent. Bei Nikotinpflastern hörten nach der gleichen Therapiedauer 36 Prozent mit dem Rauchen auf und die Abstinenzrate nach einem Jahr betrug etwa 10 Prozent.

Akupunktur

Eine Alternative zur Raucherentwöhnung mit Medikamenten ist die Akupunktur. Mit dieser Methode aus Fernost ist es schon vielen Rauchern gelungen, von ihrer Sucht los zu kommen. Dabei werden spezielle Nadeln in die Suchtpunkte an Ohr und Rücken gestochen. Es gibt auch die Möglichkeit, dass die Nadeln über mehrere Tage im Ohr steckenbleiben müssen. Eine Anwendung kostet etwa 40 Euro - bis zu fünf Sitzungen werden in der Regel benötigt. Erfolgsquote: Die Methode soll bei jedem zweiten Raucher wirken, das Verlangen nach Zigaretten dämpfen und Entzugserscheinungen mildern.

Hypnose

Bei der Hypnose-Therapie wird der Raucher in einen Trance-Zustand versetzt. Während der Behandlung werden ihm einerseits negative Vorstellungen über das Rauchen suggeriert. Beispielsweise fühlt er sich, als sei Asche in seinem Mund. Andererseits werden positive Gefühle hervorgerufen, wenn man nicht zur Kippe greift. Um einen Erfolg zu erzielen, sind meistens mehrere Sitzungen nötig. Je nach Studie liegen die Erfolgsquoten zwischen 30 und 80 Prozent.

mik/news.de

Leserkommentare (11) Jetzt Artikel kommentieren
  • John R. Polito
  • Kommentar 11
  • 17.03.2014 20:16

Nie wieder einen einzigen Zug! Joel Spitzer

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  • Charlotte
  • Kommentar 10
  • 18.12.2012 19:16

Eine Kombination von Nikotinpflastern, Willen und das Buch "Endlich Nichtraucher" von Allan Car

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  • Michael
  • Kommentar 9
  • 09.12.2012 00:25

Hypnose kann ich empfehlen. Akupunktur eher nicht. Als die Nadeln in mir gesteckt haben. war es schon entspannend, aber mehr auch nicht, muss ja auch wirken. Die Hypnose habe ich bei mir daheim immer gemacht mit einer cd, von d. Eisfeld und war immer ganz angenehm und entspannend nach der Arbeit. Merkte aber auch, dass ich nach zwei Wochen überhaupt nicht mehr geraucht habe und bis jetzt sind es genau 7 Monate.

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