Sexualität Tripper und Syphilis können HIV-Infektion fördern

Berlin - Kondome gegen HIV-Ansteckung - na klar. Aber das Wissen um andere sexuell übertragbare Krankheiten (STI - sexually transmitted infections) wie Tripper, Syphilis oder Chlamydien ist oft noch dürftig.

Tripper und Syphilis können HIV-Infektion fördern (Foto)
Tripper und Syphilis können HIV-Infektion fördern Bild: dpa

Dabei nehmen diese Erkrankungen auch in Deutschland zu.

«Mach's mit», lautet das Motto der Kampagne, mit der die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für die Nutzung von Kondomen wirbt. Das Verhüterli schütze vor einer HIV-Infektion und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI). Was daran gefährlich ist und welche Symptome Tripper oder Syphilis zeigen - ein Überblick.

Was ist an sexuell übertragbaren Krankheiten gefährlich?

STI erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung um das Zwei- bis Zehnfache. Denn die Haut ist durch Läsionen oder Geschwüre beschädigt, so dass Erreger leichter eindringen können. Zudem ist die Immunabwehr generell geschwächt. STI steigern bei Nichtinfizierten die Empfänglichkeit für HIV und machen HIV-Positive noch ansteckender («Huckepack-Infektion»). Außerdem können sie eine HIV-Therapie beeinträchtigen (Mehr Infos dazu auf der Aufklärungs-Website «Gib Aids keine Chance»). Aber auch unabhängig von HIV können Tripper und Co der Gesundheit gefährlich werden - wegen teils gravierender Spätfolgen. Eine Chlamydien-Infektion kann zu Unfruchtbarkeit führen. Die humanen Papillomviren (HPV) rufen im schlimmsten Fall Krebs hervor.

Wer ist davon betroffen?

Tripper (Gonorrhö) und Syphilis sind besonders verbreitet bei Männern, die Sex mit Männern haben. Das RKI geht davon aus, dass mindestens vier von fünf aller in Deutschland gemeldeten Syphilis-Fälle so übertragen werden. Unter heterosexuellen Erwachsenen gibt es vor allem Chlamydien-Infektionen, Trichonomaden (Parasiten), Pilz-Erkrankungen oder Papillomviren. Bei den Jugendlichen sind Chlamydien-Infektionen besonders häufig. Wichtig zu wissen: Nicht immer schützt ein Kondom komplett vor Ansteckung - denn ein Teil der Erreger kann auch durch Schmierinfektionen und engen Körperkontakt weitergegeben werden.

Welche Symptome gibt es?

Symptome für eine sexuell übertragbare Krankheit (STI) können beispielsweise Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz, Hautveränderungen oder auch Fieber und Halsschmerzen sein. Manche STI verlaufen aber auch völlig symptomlos: So bleibt eine Chlamydien-Infektion oft jahrelang unerkannt. Eine Ansteckung mit einem Humanen Papillomvirus (HPV) kann Feigwarzen erzeugen.

Ist eine Behandlung möglich?

Die meisten STI sind medikamentös behandelbar und auch heilbar. Voraussetzung dafür ist natürlich, bei Beschwerden zum Arzt zu gehen und die Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrzunehmen.

Wie viele Menschen nutzen ein Kondom?

Eine neue Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt: Heute greifen 87 Prozent der Deutschen zu Beginn einer neuen Partnerschaft zum Kondom - noch Mitte der 90er Jahre taten das nur 65 Prozent. Auch von denjenigen, die oft ihre Partner wechseln, schützen sich mittlerweile 86 Prozent regelmäßig. Zugleich schrumpft in dieser Hochrisiko-Gruppe die Zahl derer, die nie Kondome verwenden: Ende der 80er Jahre war es fast die Hälfte, heute sind es nur noch 14 Prozent.

Infos zur Kampagne «Mach's mit»

Info-Portal «Gib Aids keine Chance»

Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

news.de/dpa

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