Vorsicht geboten Frühlingszeit ist Zeckenzeit

Zecken (Foto)
Vorsicht beim Spaziergang im Freien: Die Zecke treibt es wieder aus ihrem Versteck. Bild: dpa

Von Elke Gersmann
Wenn der Frühling kommt und die Temperaturen steigen, zieht es die Menschen raus in die Natur. Und dort lauern sie wieder: die Zecken. Bereits ab einer Temperatur von etwa acht Grad kommen sie aus ihren Verstecken im Boden. Deshalb ist Vorsicht beim Spaziergang geboten.

Der Gemeine Holzbock, wie die Zecke offiziell heißt, ist nicht nur lästig, er kann auch ernste Krankheiten wie Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) übertragen. Grund zur Panik bestehe jedoch nicht, beruhigt Wiebke Hellenbrand vom Robert Koch-Institut in Berlin. Mit Umsicht kann man die Natur genießen, ohne ständig Angst vor einer Infektion haben zu müssen.

Kontrolliertes Absuchen nach dem Spaziergang

Borreliose kommt deutschlandweit vor, je nach Region sind bis zu rund 30 Prozent der Zecken Träger der sie auslösenden Bakterien. Medizinisch vorbeugen kann man nicht, es gibt keine Impfung. Die Gefahr einer ernsthaften Erkrankung lässt sich trotzdem gering halten: «Die Bakterien sitzen im Darm der Zecke, werden also nicht sofort mit dem Stich auf den Menschen übertragen», erklärt die Expertin. Bis sie in den Blutkreislauf gelangen, kann es mehr als 24 Stunden dauern. Daher sei es wichtig, sich beispielsweise nach einem Spaziergang durch dichten Wald oder über eine Wiese abends gründlich abzusuchen und Zecken schnellstens, aber vorsichtig zu entfernen.

Dafür können Werkzeuge wie eine Zeckenzange oder eine Zeckenkarte hilfreich sein. Keinesfalls sollte man Öl oder andere sogenannte Hausmittel verwenden. Die dadurch irritierte Zecke würde sich nur noch tiefer ins Fleisch bohren. In den kommenden Tagen sollte man den Stich im Auge behalten: Hautrötungen, die sich ringförmig um die Stichstelle ausbreiten, deuten auf eine Borreliose hin, warnt die Medizinerin. Dann gilt es, sich umgehend von einem Arzt untersuchen zu lassen, denn die Erkrankung sollte mit Antibiotika behandelt werden.

Impfung gegen FSME mehr als ratsam

Bei der FSME, die in Deutschland vor allem in den südlichen Regionen auftritt, ist der Infektionsverlauf ein anderer: «Das FSME-Virus befindet sich im Speichel der Zecke und kann daher sofort in die Stichwunde gelangen.» Allerdings, so erläutert Hellenbrand, sind selbst in Risikogebieten verhältnismäßig wenige Zecken Träger des Virus. Die Gefahr einer Infektion ist also eher gering, jedoch kein Grund, leichtsinnig zu sein.

In schweren Fällen könne es zu einer Entzündung der Hirnhaut, des Gehirns oder des Rückenmarks kommen. Diese schweren Verläufe kommen übrigens bei Erwachsenen häufiger als bei Kindern vor. Wer sich in Risikogebieten viel in der Natur aufhält, dem empfiehlt die Expertin, sich impfen zu lassen. Das gilt auch für manche Urlaubsländer, denn FSME kommt auch in Skandinavien und Osteuropa vor: «Die Impfung schützt dann vor allen drei vorkommenden Subtypen des Virus.»

Die beste Vorbeugung gegen Borreliose und FSME ist jedoch, Zeckenstiche zu vermeiden. Wer auf breiten, festen Wegen bleibt, müsse kaum befürchten, mit einer Zecke in Kontakt zu kommen, sagt Hellenbrand. Geht es querfeldein, sollte man lange, helle Kleidung tragen. Sie macht es zum einen den Blutsaugern schwer, an die Haut zu gelangen, zum anderen sind die Spinnentiere auf hellen Farben leichter zu entdecken. Ein Zeckenschutzmittel schafft zumindest für einige Stunden zusätzliche Sicherheit.

sca/ham/rzf/news.de/dapd

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