Ratgeber Schmerzenden Arm nach Impfung kühlen

Marburg (dpa/tmn) - Nach einer Impfung schmerzt oft die Einstichstelle, manch einer fühlt sich matt und krank. Die Beschwerden sind meist harmlos. Betroffene sollten den Arm ruhig halten und die Einstichstelle kühlen.

Schmerzenden Arm nach Impfung kühlen (Foto)
Schmerzenden Arm nach Impfung kühlen Bild: dpa

Marburg (dpa/tmn) - Nach einer Impfung schmerzt oft die Einstichstelle, manch einer fühlt sich matt und krank. Die Beschwerden sind meist harmlos. Betroffene sollten den Arm ruhig halten und die Einstichstelle kühlen.

Erst ist es ein leichtes Ziehen im Arm, nach ein paar Stunden fühlt es sich an wie ein heftiger Muskelkater. Viele Menschen reagieren nach einer Impfung mit Schwellungen, Rötungen und Schmerzen rund um die Einstichstelle, auch Müdigkeit und grippeähnliche Beschwerden können auftreten. «Das sind normale Impfreaktionen. Sie zeigen, dass das Immunsystem macht, was es machen soll: Es arbeitet und baut einen Schutz auf», erklärte Sigrid Ley-Köllstadt vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg.

Durch die Impfung werden Immunzellen aktiv und wandern an die Einstichstelle. Um diese Wirkung zu verstärken, sind in manchen Impfstoffen pharmazeutische Hilfsstoffe enthalten. Diese Adjuvanzien aber reizen das Gewebe und können dafür sorgen, dass die Einstichstelle anschwillt, sich rötet und schmerzt. «Bei Totimpfstoffen, zu denen zum Beispiel Tetanus und Diphtherie zählen, haben bis zu zehn Prozent der Geimpften anschließend leichte Beschwerden», sagte Ley-Köllstadt. Die Ärztin rät, die Einstichstelle zu kühlen und den Arm ruhig zu halten. Nach rund drei Tagen klingen die Schmerzen in der Regel ab.

Bei Lebendimpfstoffen wie der Masernimpfung treten weniger Reaktionen auf. Das liegt unter anderem daran, dass hier keine Adjuvanzien zum Einsatz kommen, da diese die Antigene laut Ley-Köllstadt vernichten würden. Die Impfstoffe enthalten abgeschwächte Impfviren, die sich im Körper vermehren, wodurch das Abwehrsystem hochfährt und den Schutz aufbaut. «Der Geimpfte kann sich matt und kränkelnd fühlen sowie leichtes Fieber haben. Das ist bei Totimpfstoffen nach wenigen Tagen und bei Lebendimpfstoffen nach bis zu 14 Tagen wieder vorbei», beruhigt die Expertin. Sind die Beschwerden sehr stark, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Mehrfachimpfungen, bei denen gegen mehrere Krankheiten mit einer einzigen Impfung immunisiert wird, lösen keine stärkeren Beschwerden aus als Einzelimpfungen. «Es sind in einer Vierfachimpfung genauso viele Hilfsstoffe enthalten wie in einer Einzelimpfung. Mehrfachimpfungen sind nicht belastender», sagt Ley-Köllstadt. Allerdings gibt es Impfstoffe, die generell besser verträglich sind wie der Polio-Impfstoff und welche, die häufig Lokalreaktionen hervorrufen. Zu Letzteren gehört beispielsweise der Tetanus-Impfstoff. Damit schon die Impfung selbst nicht unnötig schmerzhaft wird, empfiehlt Ley-Köllstadt, den Muskel bei der Injektion entspannt und locker zu lassen.

news.de/dpa

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