Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Ausnahmezustand zum Ende des Jahres: In der letzten Kalenderwoche schieben Magen und Leber anstrengende Sonderschichten. News.de gibt Tipps, wie von Weihnachten und Silvester nicht nur Völlegefühl, Kater und Blähungen übrig bleiben.
Weihnachten und Silvester sind Stress. Nicht nur, dass man bei der Planung unter Druck gerät und in der Küche zwischen Gänsebraten und Desserts in Hektik verfallen kann. Oder Familienmitglieder krachen im Kleinkrieg aufeinander. Auch der Körper wird bei all der Schlemmerei und dem feuchtfröhlichen Feiern arg strapaziert. Besonders Magen und Leber leiden unter der Dauerzufuhr von schweren Kalorien und Hochprozentigem.
Die gefährliche Kombination aus Fett, Zucker und Alkohol lässt sich zwar in dieser Jahreszeit der Feste nicht völlig vermeiden. Aber damit die Kalorienbomben nicht dauerhaft auf der Hüfte landen und das große Fressgelage keine unangenehmen Folgen wie Völlegefühl, Sodbrennen oder Kater hat, gibt es ein paar Dinge, die man beachten kann. Dann werden die aufgetischten Köstlichkeiten auch tatsächlich zum Genuss und nicht zur bitter bereuten Sünde, die man unbedingt versucht, in den Vorsätzen fürs neue Jahr wieder gutzumachen.
Nicht der fette Gänsebraten an sich ist schuld an den Weihnachtspfunden. Wer einfach nur beim Festessen kurzfristig über die Stränge schlägt, aber sonst Vernunft und Maß walten lässt, hat nichts zu befürchten. Gefährlich sind die schweren Plätzchen aus leckerem, aber fürchterlich butterlastigem zuckersüßem Mürbeteig sowie die vielen Pralinchen, die auf dem bunten Teller zum Dauernaschen einladen und ganz nebenher und maßlos wegschnabuliert werden.
Gute Planung statt gedankenlosem Naschen
Wer vorher schon rationiert, muss anschließend nicht darüber nachdenken, ob jetzt erst zwei oder doch schon sechs Kekse gedankenlos in den Mund gewandert sind. Damit die Süßigkeitenteller aber nicht trostlos leer nur vier Pralinen und einen kleinen Schokoweihnachtsmann beherbergen: Einfach mit Obst, wie Clementinen, Orangen, Äpfeln oder Feigen auffüllen. Auch Nüsse, machen sich prima zum Naschen. Die strotzen zwar auch vor Fett. Aber immerhin: Dieses ist hochwertig. Und Mineralstoffe und Vitamine gibt es als gesunden Bonus oben drauf.
Nicht nur die Naschrationen sollten – da wo es möglich ist - geplant sein. Auch sollte sich jeder einen Essensplan zurecht legen. Heiligabend Gans bei Mama, erster Weihnachtstag großes Familientreffen bei Oma und am zweiten Weihnachtstag Feiern mit Freunden in der Stammkneipe. Dazwischen muss es kein schweres Mittagessen sein oder ein Frühstück mit buttrigen Croissants. Statt bei den großen Festen, denen man eh nicht aus dem Weg gehen kann, auf von Anfang an zum Scheitern verurteilte Zurückhaltung zu schwören, sollte man eher dazwischen auf Pausen setzen. Etwa Obstsalat am Morgen und eine leichte Suppe zum Mittagessen. Nur weglassen sollte man diese Mahlzeiten auf keinen Fall. Sonst ist beim großen Fressgelage kein Einhalt mehr möglich.
Natürlich lässt sich auch beim großen Festmahl etwas tricksen. Bei der Gemüsebeilage oder dem Salat vorweg zweimal zugegriffen und der Appetit auf Gans und Knödel ist etwas gebremst. Vorsicht ist bei weihnachtstypischen Kohlbeilagen geboten, die zu schmerzhaften Blähungen führen können.
Die Mär vom Verdauungsschnaps
Setzt nach der Völlerei doch das Magendrücken ein, bloß nicht auf den alten Verdauungsschnaps zurückgreifen. Dass Alkohol beim Verarbeiten der Essensmengen hilft, ist nämlich großer Humbug, hat die Wissenschaft inzwischen bewiesen. Im Gegenteil. Er macht den Darm träge und lässt den unverdauten Klumpen noch länger im Bauch aufs Gemüt drücken.
Stattdessen können etwa einige Gewürze wie etwa Kümmel, Anis, Nelken oder Fenchel den Magen bei der saisonal bedingten Schwerstarbeit unterstützen. Diese können bereits im Festmahl präventiv ins Rezept eingebracht werden oder anschließend zur Schadensbekämpfung in Form von Tees helfen. Ebenfalls ein gutes Mittel gegen fettiges Unwohlsein: Ingwer. Ob ein paar Scheiben in warmem Trinkwasser oder bereits in Keks oder in kandierter Form, der Fettkiller kann als fester Bestandteil des Weihnachtsmenüs eingeplant werden.
Trinken ohne schmerzhafte Folgen
Feuchtfröhliches Feiern hinterlässt zwar keinen Kugelbauch, aber einen riesigen Schädel. Damit der Start ins neue Jahr ohne Kopfschmerzen funktioniert, kann man natürlich auch einfach abstinent sein. Doch wer nicht verzichten mag, sollte zwischen dem Hochprozentigen und dem Sektgläschen immer wieder viel Wasser trinken. Alkohol wird zwar in Getränken dem Körper zugeführt, dehydriert aber. Ein Kater hat somit viel gemeinsam mit Verdursten.
Zudem hilft es, den Silvsterrausch bei offenem Fenster auszuschlafen. Denn der Alkoholabbau fordert riesige Mengen an Sauerstoff. Wird der nicht genug zugeführt, dröhnt der Kopf. Eine präventive Kopfschmerztablette einzuwerfen, ist dagegen die falsche Maßnahme und kann durch die blutverdünnende Wirkung etwa von Aspirin die Symptome sogar noch verschlimmern.
Alle Vorsichtsmaßnahmen haben nichts geholfen? Oder wurden im Suff vergessen? Dann hilft ein richtiges Katerfrühstück. Am besten mit einem klassischen Rollmops. Denn dem Körper fehlen jetzt auch viele Mineralstoffe – und die hat das salzige Neujahrsmahl en masse.
sca/news.de