Schummeln verboten: Das EU-Parlament will die Etikettierung für Fruchtsäfte neu regeln. Verbraucher sollen schon am Produktnamen erkennen, welche Früchte tatsächlich enthalten sind. Auch dem Zucker rücken die Parlamentarier zu Leibe.
Schluss mit der Irreführung! Fruchtsäfte sollen in Zukunft tatsächlich nur noch Fruchtsaft enthalten und - was am wichtigsten ist - keinen zusätzlichen Zucker oder Süßstoff. Das Europaparlament hat am Mittwoch (14. Dezember) in Straßburg neue Kennzeichnungsregeln für Fruchtsäfte beschlossen, die ab Ende 2013 gelten sollen, wenn auch der Europarat zustimmt.
«Unser Ziel war es, die Konsumenten genau darüber zu informieren, was ihre Fruchtsaft-Flaschen wirklich enthalten», sagte der Berichterstatter des EU-Parlaments, der spanische Sozialdemokrat Andrés Perelló Rodriguez. Auch bei Fruchtsaft-Mischungen müssen alle verwendeten Früchte angegeben werden.
Schon der Produktname soll Klärung bringen. Bestehe ein Saft beispielsweise zu 90 Prozent aus Apfelsaft und zu 10 Prozent aus Erdbeeren, müsse die Mischung künftig als «Apfel- und Erdbeersaft» gekennzeichnet werden, heißt es in der Erklärung des Europaparlaments. Aktuell dürfe so eine Saftmischung noch als Erdbeersaft beworben werden.
Klarheit wollen die Parlamentarier auch in die Unterscheidung zwischen Saft, Nektar und dem Zusatz von Süßstoffen bringen. So dürften Fruchtsäfte per Definition weder Zucker noch Süßstoff enthalten. Nektare aus Fruchtpüree und Wasser dürfen Zuckerzusatz und Süßstoffe beinhalten. Trägt ein Nektar das Etikett «Ohne Zuckerzusatz», soll er künftig auch nicht mit künstlichen Süßstoffe wie Saccharin aufgepeppt werden dürfen.
sis/rzf/kat/news.de/dpa