Welt-Aids-Tag Keine Angst vor HIV!

HIV-Infektion eines Bekannten (Foto)
Was sagt man nur, wenn ein Freund seine HIV-Infektion beichtet? Bild: dpa

Die Diagnose HIV ist nicht nur für Betroffene ein schwerer Schlag. Auch für Freunde, Bekannte und Kollegen ist es nicht leicht, angemessen zu reagieren. Eine Expertin erklärt anlässlich des Welt-Aids-Tages, wie das geht.

Wenn ein HIV-Infizierter von seiner Krankheit berichtet, ist das für Freunde und Kollegen oft ein Schock. «Entscheidend ist vor allem, direkt darüber zu reden», weiß Heike Gronski von der Deutschen Aids-Hilfe in Berlin. Öffne sich jemand auf diese Weise, sollte sich der Gesprächspartner nicht verschließen. Vielmehr sei es gut, dem Betroffenen das Gefühl zu vermitteln, dass seine Infektion keine Veränderung in der Beziehung bedeutet. «Wir bleiben weiter befreundet, du kannst natürlich weiter hier arbeiten», seien wünschenswerte Reaktionen, sagte Gronski im Vorfeld des heutigen Welt-Aids-Tages. Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto «Positiv zusammen leben. Aber sicher!».

Aids
Stars mit HIV

Natürlich sei es ein Unterschied, in welcher Beziehung zum Infizierten man steht, betonte Gronski. Bei Partnern, Verwandten und Freunden stehe die emotionale Aufbereitung der neuen Situation im Mittelpunkt. Geht es um einen Kollegen, seien andere Dinge wichtig, Auswirkungen auf den Arbeitsalltag und Diskretion etwa.

Grundsätzlich sollten Eingeweihte den Mut des Infizierten anerkennen, denn es sei meist nicht einfach, sich mitzuteilen. Keinesfalls sollten sie davor zurückschrecken, Fragen zu stellen. Dabei könnten auch eigene Ängste und Befürchtungen thematisiert werden. «Was heißt das für unseren Umgang miteinander, gibt es ein Infektionsrisiko, bist du jetzt häufig krank?», seien alles Fragen, die angesprochen werden dürften, versicherte Gronski. Viele Ängste seien unbegründet und könnten in einem offenen Gespräch zerstreut werden. Hilfreich sei, wenn HIV-Positive und -Negative sich schon vor dem Gespräch Informationen zu diesen Fragen beschaffen.

Respekt vor Entscheidungen

Wichtig ist auch die Frage, wie mit der Information in Zukunft umzugehen ist. «Will der Infizierte es geheim halten oder darf man mit anderen darüber sprechen, und wenn ja, mit wem?» Kommt die Nachricht von Dritten, sollte direkt nachgefragt werden, ob das für den Infizierten überhaupt in Ordnung geht. «Jeder hat das Recht darauf, dass seine Krankengeschichte nicht in der Öffentlichkeit ausgebreitet wird, wenn er das nicht will», erläuterte Gronski.

Das gilt vor allem am Arbeitsplatz. Macht die Nachricht einer Infektion als Gerücht die Runde, empfiehlt Gronski, dem Betroffenen die Chance zu geben, selbst öffentlich darüber zu sprechen. «In diesem Fall ist es vielleicht sogar sinnvoll, die Infektion in größerer Runde zu thematisieren, etwa bei einer Teambesprechung.» Falls der mit dem HI-Virus Infizierte das ablehnt, sollte das respektiert werden.

Fotostrecke zum Weltaidstag
Botschaften gegen Aids

Nach Schätzungen des Aidsprogramms der Vereinten Nationen UNAIDS gibt es weltweit 34 Millionen Infizierte, täglich kommen 7400 dazu. In Deutschland leben rund 70.000 Menschen mit HIV. Die Zahl der Neuinfektionen in der Bundesrepublik lag Ende 2010 bei 3000, etwa 550 Infizierte starben. Das Aidsvirus zerstört das Immunsystem, Krankheitserreger können nicht mehr abgewehrt werden. Die 2010 gestartete Kampagne zum Weltaidstag «Positiv zusammen leben. Aber sicher!» soll dazu beitragen, dass HIV-Positive oder Aidskranke ohne Ausgrenzung und Diskriminierung leben können. Der Weltaidstag wurde 1988 von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen.

rzf/som/ham/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • uwe schmidt
  • Kommentar 2
  • 05.12.2011 02:22

,,- aber es hat keine ahnung von dem was da drausen auf sie lauert,, schlaft schön !

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  • uwe schmidt
  • Kommentar 1
  • 05.12.2011 02:18

,, ich stell mir vor, ich habe aids, ich weiß mein immunsystem hat auf dauer keine chance und umso stärker es ist desto schneller frisst mich das virus auch auf,, was also soll ich tun, mich auf die forschung und entwicklung verlassen, auf die teuren, neuen medikamente, die sich die meisten menschen eh nicht leisten können und ihnen vieleicht nur einpaar jahre mehr einbringen,,hmmm, ich habe kein aids aber wenn ich es hätte würde ich einen vebündeten suchen von ausserhalb meines körpers und mich auf die möglichkeiten der natur verlassen, das virus spielt mit den menschen,,-

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