So., 27.05.12

Fehlender Impfschutz 25.11.2011 Masern breiten sich massiv aus

Masern (Foto)
Bis dato wurden in diesem Jahr mehr als 1600 Masern-Fälle gezählt - schon jetzt doppelt so viele als im vergangenen Jahr. Bild: dapd

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder

Abgestempelt als Kinderkrankheit: Dass die Masern alles andere als harmlos sind, zeigen die Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen. Und die Virusinfektion breitet sich in Deutschland wieder massiv aus. Das Problem: der fehlende Impfschutz.

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Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) schlägt Alarm: Allein im ersten Halbjahr 2011 wurden über 26.000 Infektionen durch Masern in Europa gemeldet. Frankreich ist mit 14.000 Fällen unangefochtener Spitzenreiter.

Doch auch in Deutschland gibt es keine Entwarnung. Im Gegenteil. Bis dato wurden in diesem Jahr mehr als 1600 Masern-Fälle gezählt - schon jetzt doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, verkündet das Robert-Koch-Institut (RKI). Es ist der höchste Anstieg seit fünf Jahren. Die meisten Erkrankungen gebe es demnach in Bayern und Baden-Württemberg.

Masern-Viren - hört sich schlimmer an als es ist, meinen die meisten und denken an die eigene Erkrankung in Kindertagen zurück, die mit Fieber und Juckreiz verbunden war. Dabei sind Masern alles andere als eine Kinderkrankheit - sowohl vom Infektionsalter als auch von der Gefahr her betrachtet. «Im Gegensatz zu früher erkranken jetzt immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene», sagt Martin Terhardt von der Ständigen Impfkommission (Stiko) am RKI.

Die Gefahr: Mit steigendem Alter nehmen auch die Komplikationen einer Masern-Infektion zu. «Masern werden häufig begleitet von Lungen- und Augenentzündungen. Besonders gefürchtet ist eine Entzündung des Gehirns, denn die so genannte Masernenzephalitis kann auch tödlich enden», warnt Terhardt.

Mangelnder Impfschutz bei jungen Erwachsenen

Das Tückische: Noch Jahre nach der Erkrankung können Probleme auftreten. Die Viren setzen sich im Gehirn fest, vermehren sich unbemerkt und zerstören unwiderruflich Nervenzellen. Jüngste traurige Beispiele: Ein 13-jähriges Mädchen aus Bad Salzuflen starb Ende Oktober an den Folgen einer Masernerkrakung. Es hatte sich als Baby infiziert. Aktuell kämpft ein siebenjähriges Mädchen aus Aschaffenburg ums Überleben. Die Kleine hat sich als Baby bei einem Erwachsenen angesteckt.

Umso wichtiger ist der Impfschutz. Doch auch hier gibt es Probleme. Nach dem Impfkalender der Stiko ist eine Impfung bei Babys erst ab dem elften Monat möglich. Bis dahin sind sie darauf angewiesen, dass ihr Umfeld geschützt ist. Während Kinder im Schul- und Vorschulalter wegen steigender Impfquoten immer besser geschützt seien, verbreite sich der hoch ansteckende Erreger verstärkt unter den jungen Erwachsenen. «Die Impflücken bei den jungen Erwachsenen sind immer noch sehr groß. Diese Altersgruppen sind aber schwer zu erreichen, weil sie ihre Gefährdung nicht kennen und nur selten zum Arzt gehen», erklärt Experte Terhardt.

Deshalb appelliert er an die jungen Leute, den Besuch in der Arztpraxis zu nutzen, um auch den Impfstatus überprüfen zu lassen. Die Stiko empfiehlt die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) allen Personen, die nach 1970 geboren wurden und die Masern nicht durchgemacht haben, deren Impfstatus unklar ist, oder die gar nicht oder mit nur einer Impfung in der Kindheit geimpft wurden.

som/sis/news.de
Leserkommentare (4) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Elster
  • Kommentar 4
  • 02.12.2011 17:18
 Antwort auf Kommentar 3

gehört noch zu 3 Das große Mädchen traut sich was ,die leitet die Schule der Unterstufe und Hort,so der Direktor .Von Stund an ,hatte ich meinen Spitznamen bei den Kollegen weg -Großes Mädchen .

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  • Elster
  • Kommentar 3
  • 02.12.2011 17:06
 

Ich habe mit 34 Jahren Masern gehabt-Dies war garnicht so einfach . In meiner Klasse hatten die Kinder Masern und somit bekam ich sie auch .4 Wochen hat es gedauert ,dann war die Krankheit vorbei .Hatte im Gesicht eine große Pustel -sieht man noch etwas ,es ist eine kleine Narbe da .Zum Pädg.Rat wurde gesagt :Wir haben ein großes Mädchen im Kollegium ,die hat Masern .

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  • Olaf
  • Kommentar 2
  • 29.11.2011 20:41
 

Wie kann denn ein Erwachsener Masern haben, der ist doch geimpft, oder? Laut medizinischen Kenntnissen ist man lebenslang immun, wenn die Krankheit unter guten Bedingungen durchlebt wird. Am besten sollte das als Kind passieren, weil da die Nebenwirkungen seltener sind. Ein weiterer Punkt ist, das Babies, wenn die Mutter die Masern durchlebt hat, einen Nestschutz haben. Es ist klar das es immer mehr Masernfälle gibt, da sich viele Eltern gegen eine Impfung entscheiden, vor allem bei der einseitigen Berichterstattung (1600 Fälle sind nicht viel) und der pharmaabhängigen Stiko. Es grüßt Olaf

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  • ptaysanwee
  • Kommentar 1
  • 25.11.2011 17:16
 

Liegt es wirklich am mangelnden Impfschutz, oder eher daran, daß die Immunabwehr nicht mehr stimmt, weil der Körper sich nicht mehr wehren muß, gegen die verschiedensten Erkrankungen. Es liegt doch am behandelnden Hausarzt, der sofort erkennen müßte, ob eine Erkrankung harmlos verläuft, oder sich Komplikationen anbahnen. Auch die Nachsorge wird meist auf die leichte Schulter genommen und versäumt. Impfung kommt billiger für die Kassen. Dabei sollte man sich generell, nur zur Info auch mal die Seiten im Internet, der Impfgegner ansehen. Nicht alles ist richtig, aber auch nicht alles falsch.

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