Lesertelefon Impfung Daran beißen sich Viren die Zähne aus

Lesertelefon zu Impfungen (Foto)
Mit zunehmendem Alter verändert sich das Immunsystem und ist weniger leistungsstark gegenüber Viren und Bakterien. Bild: pr.nrw

Fit und unternehmungslustig – das trifft auf immer mehr der heutigen «Best Ager» zu. Daran sind Schutzimpfungen nicht ganz unschuldig. Worauf es aber beim Impfschutz ankommt, haben die Experten unseres Lesertelefons verraten.

Keine Generation vor ihnen war so gesund und hatte eine so lange Lebenserwartung wie die heute über 60-Jährigen. Sicherlich leisten vorbeugende medizinische Maßnahmen, wie Schutzimpfungen einen Beitrag dazu. Denn ab einem bestimmten Alter wird der Körper mit Krankheitserregern wie Grippeviren oder Pneumokokken-Bakterien nicht mehr so leicht alleine fertig. Worauf es beim Thema Impfschutz in der besten Zeit des Lebens ankommt, wussten die Experten unserer Telefonaktion. Hier das Wichtigste zum Nachlesen:

Warum sind die Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken-Erkrankungen für ältere Menschen so wichtig?

Dr. Alexander Lorscheidt: Das Immunsystem von älteren Menschen ab 60 Jahren ist nicht mehr so leistungsstark wie das eines Jüngeren – auch wenn Sie sich ansonsten gesund und kräftig fühlen. Erkrankungen wie die Grippe oder eine Infektion mit Pneumokokken-Bakterien können bei älteren Menschen deshalb besonders schwer verlaufen – in manchen Fällen sogar tödlich. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr etwa 12.000 Menschen an den Folgen einer Pneumokokken-Erkrankung – von denen 80 Prozent älter als 60 sind. Die Grippe fordert hierzulande jährlich bis zu 11.000 Tote. Deshalb empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut allen Menschen ab 60 – neben weiteren Personengruppen – die Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken-Erkrankungen.

Welche Erkrankungen werden denn durch Pneumokokken ausgelöst?

Dr. Michael Albrecht: Pneumokokken-Bakterien besiedeln bei vielen Menschen den Nasen-Rachen-Raum. Ein starkes Immunsystem hält sie dort normalerweise in Schach. Ist das Immunsystem aber geschwächt, können die Erreger sich in den Atemwegen ausbreiten und zum Beispiel zu einer Lungenentzündung führen. In schweren Fällen kann es zur Blutvergiftung und Hirnhautentzündung kommen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippe- und Pneumokokken-Schutzimpfung?

Dr. Albrecht: Die Monate Oktober und November sind der beste Zeitraum für die jährliche Grippe-Impfung – so haben Sie während der gesamten Grippesaison gut vorgebeugt. Eine Impfung ist aber auch noch später – beispielsweise im Dezember oder Januar – sinnvoll, da die Grippesaison meist im Januar und Februar ihren Höhepunkt erreicht und ein Impfschutz in etwa zwei Wochen aufgebaut werden kann. Anders als die Grippe-Impfung muss die Impfung gegen Pneumokokken-Erkrankungen nicht jedes Jahr gegeben werden. Sie wird einmal im Leben verabreicht. Wiederholungsimpfungen sind nur bei Menschen mit bestimmten chronischen Grunderkrankungen notwendig. Die Pneumokokken-Impfung ist das ganze Jahr über möglich. Sie können beispielsweise den nächsten Termin zur Grippe-Impfung nutzen, um sich auch gegen Pneumokokken-Erkrankungen impfen zu lassen.

Wenn die Pneumokokken Bakterien sind – können sie dann nicht einfach mit Antibiotika bekämpft werden?

Dr. Lorscheidt: Obwohl es Antibiotika gibt, die gegen Pneumokokken eingesetzt werden, können viele schwere Erkrankungen und Todesfälle nicht verhindert werden. Ein Problem ist beispielsweise, dass Pneumokokken-Bakterien immer häufiger gegen Antibiotika wie Penicillin unempfindlich sind. Erschwerend kommt hinzu, dass eine durch Pneumokokken bedingte Lungenentzündung bei älteren Menschen oft schleppend beginnt und daher in vielen Fällen erst spät erkannt wird.

Wie äußert sich denn eine durch Pneumokokken hervorgerufene Lungenentzündung typischerweise – und wie bei älteren Menschen?

Dr. Lorscheidt: Zu den typischen ersten Krankheitssymptomen zählen auffällig hohes Fieber und Schüttelfrost. Dem zunächst trockenen Husten folgt später eitriger Auswurf, viele Patienten klagen auch über Schmerzen im Brustbereich. Bei älteren Menschen beginnt die Krankheit dagegen häufig ähnlich wie eine Erkältung mit nur leichtem Fieber und Husten mit spärlichem Auswurf. Daneben können Herzrasen und Kurzatmigkeit auftreten. Gerade ältere Menschen neigen dann auch dazu viel Körperwasser zu verlieren, in gewisser Weise auszutrocknen.

Warum muss die Grippe-Impfung jedes Jahr wiederholt werden?

Dr. Albrecht: Grippeviren verändern sich mit der Zeit oder entstehen sogar neu. Deshalb wird die Zusammensetzung der Grippeimpfstoffe regelmäßig verändert und der Impfschutz muss jedes Jahr erneuert werden. Eine Grippeimpfung bietet etwa für sechs bis neun Monate Impfschutz vor einer Grippe-Erkrankung.

Welche Impfungen sind für ältere Menschen sonst noch wichtig?

Dr. Albrecht: Alle zehn Jahre sollten Sie die Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie erneuern. Bei der Gelegenheit sollte einmalig auch gegen Keuchhusten geimpft und an die Polio-Impfung – die Impfung gegen Kinderlähmung – gedacht werden.

Für wen ist eine Grippe- und Pneumokokken-Impfung außerdem empfehlenswert?

Dr. Lorscheidt: Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen Grippe und Pneumokokken-Erkrankungen allen Menschen ab 60 Jahren sowie chronisch Kranken jeder Altersgruppe, wie z. B. Diabetikern und Menschen mit Nieren- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Empfehlung für den Grippeimpfschutz gilt außerdem für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel – bei bestehenden Grunderkrankungen ab dem ersten Drittel der Schwangerschaft – sowie für alle Personen, die beruflich viel Kontakt zu anderen Menschen haben. Für Säuglinge und Kleinkinder von zwei bis 23 Monaten ist die Pneumokokken-Impfung mit speziellen Impfstoffen empfohlen.

Zahlt meine Krankenkasse die Grippe- und Pneumokokken-Impfung?

Dr. Albrecht: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Grippe- und Pneumokokken-Impfung im Rahmen der STIKO-Empfehlungen.

 

Die Experten am Lesertelefon: Dr. Alexander Lorscheidt, Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Akademische Lehrpraxis der Universität Köln; Dr. Michael Albrecht, Facharzt für Allgemeinmedizin, Köln.

sca/news.de/pr.nrw

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Harald Münzhardt
  • Kommentar 1
  • 17.11.2011 21:02

Bitte Zahlen und Behauptungen mit Quellen versehen! 1. Bis zu 11.000 Tote durch Grippe? Welche? Sogen. Schweinegr.? Grippe allg.? Influenza? Wo sind die Statistiken dazu? 2. Etwas 12. 000 Tote durch Pneumokokken? Wo sind die Statistiken dazu? 3. In welchen vergleichenden Studien, vor allem alternativ zu Vitalstoffen, wurden die Impfungen untersucht? Ich kenne keine! 4. Was soll die weitere Schleichwerbung zur Impfung -Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio -? Dem Artikel fehlen Belege, das ist pures Impfmarketing! Ich hoffe, die Belege folgen, um Sie zu diskutieren!

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