Erfurt (dpa/tmn) - Sie sind bunt - und gefährlich: Knallige Beeren ziehen Kinder im Herbst magisch an. Doch viele Früchte sind giftig, wer sie schluckt, kann in Lebensgefahr geraten.
Erfurt (dpa/tmn) - Sie sind bunt - und gefährlich: Knallige Beeren ziehen Kinder im Herbst magisch an. Doch viele Früchte sind giftig, wer sie schluckt, kann in Lebensgefahr geraten.
Kinder entdecken im Alter von einem bis fünf Jahren die Welt und stecken dabei vieles in den Mund - auch bunte Früchte. Gefährlich seien derzeit unter anderem die roten Beeren der Zwergmispel, eines häufig in Parks und Gärten vorkommenden Bodendeckers, warnt Helmut Hentschel, Leiter des Giftinformationszentrums der Länder in Erfurt.
Vorsicht geboten ist auch bei der Eibe - einzig der rote, geleeartige Fruchtmantel sei nicht giftig, dafür aber alle anderen Teile des immergrünen Baumes. Bei Unklarheiten sollten Eltern oder Betreuer immer einen Giftnotruf kontaktieren. Keinesfalls dürften Kinder Salzwasser bekommen, um Erbrechen auszulösen, betont der Mediziner. Das sei gefährlich und verboten. Um die Pflanzen, die möglicherweise eine Vergiftung ausgelöst haben, besser bestimmen zu können, sind für die Fachleuten gemailte Digitalfotos oder Schattenrisse von Blättern per Fax hilfreich.
Das Zentrum in Erfurt wird von den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern getragen. Mehr als 21 000 Anfragen gehen dort pro Jahr ein - Tendenz steigend. Der Mediziner geht von einer hohen Zahl von Vergiftungen vor allem im häuslichen Umfeld, aber auch einer hohen Dunkelziffer aus. Vergiftungen seien nicht meldepflichtig.
Website mit Übersicht zu Giftnotrufen
Giftinformationszentrum Erfurt
news.de/dpa