Vegetarismus Gute Gründe fleischlos zu leben

Die Zahl der Vegetarier in Deutschland steigt beständig. Tofuburger statt Frikadelle, Soja- statt Schweineschitzel kommen auf den Tisch. Was Menschen dazu bewegt, fleischlos zu leben und warum das einleuchtet, weiß news.de.

Vegetarisch leben (Foto)
Vegetarier haben gute Gründe, kein Fleisch zu essen. Sie leben unter anderem gesünder. Bild: iStockphoto

Wie viele Vegetarier in Deutschland genau leben, ist nur abzuschätzen. Der Vegetarierbund Deutschland (Vebu) rechnet derzeit mit etwa sieben bis acht Prozent der Bevölkerung. Das wären etwa sechs Millionen Deutsche, die weder Fleisch noch Fisch essen. Die Europäische Vegetarierunion geht von neun Prozent aus. Hingegen sind es laut Nationaler Verzehrstudie II nur 1,6 Prozent.

Die widersprüchlichen Zahlen seien auf die unterschiedlichen Auffassungen zurückzuführen, was einen Vegetarier ausmacht, meinen Claus Leitzmann und Markus Keller im Buch Vegetarische Ernährung. So gibt es unter ihnen viele Typen wie Ovo-Lakto-VegetarierBei der ovo-lakto-vegetarischen Ernährung werden auch Ei- und Milchprodukte gegessen. , Lakto-VegetarierVegetarier, die Milch- aber keien Eiprodukte essen oder Veganer. Einige bezeichnen sich sogar als Vegetarier, obwohl sie Fisch essen.

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Die neueste Form sei laut Vebu-Sprecher Sebastian Zösch der Flexitarier. Er isst so gut wie kein Fleisch, verzichtet aber nicht komplett darauf. Zum Vergleich: Einer Statistik der Gesellschaft für Konsumforschung verzichteten 1983 in der alten Bundesrepublik 0,6 Prozent der Bevölkerung auf Produkte toter Tiere. Demnach ist die Zahl - trotz der unterschiedlichen Angaben - deutlich gestiegen.

Tierschutz als starkes Motiv

Um herauszufinden, was die Menschen dazu bewegt, kein Fleisch zu essen, hat die Universität Jena die bisher weltweit größte Befragung von Vegetariern durchgeführt. 4000 Menschen im Alter zwischen 10 bis 91 Jahren wurden online befragt, 70 Prozent davon sind Frauen.

Es zeigte sich: Vor allem der Tierschutz ist ein Auslöser, vegetarisch zu leben. So gaben die meisten Teilnehmer an, kein Fleisch mehr zu essen, weil das bedeutet, Tiere töten zu müssen. Auch der Schutz der Tierrechte spielt eine wesentliche Rolle. Zudem sorgen sich die meisten Vegetarier um die Umwelt. Sie vertreten die Ansicht, dass Ressourcen verschwendet werden, wenn Tiere statt Pflanzen verzehrt werden - besonders in einer Welt, in der Menschen hungern.

Weitere Argumente sind die weltweite Überfischung der Meere und der fortschreitende Klimawandel. So verursacht die Massentierhaltung zirka ein Fünftel der Treibhausgase weltweit. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen schätzt, dass die Viehzucht für acht Prozent des globalen Wasserverbrauchs verantwortlich ist, dabei entfallen sieben Prozent auf die Produktion des Futters. Zudem ist eine wesentlich größere Fläche nötig, um eine Tonne Eiweiß aus Fleisch zu gewinnen, als die gleiche Menge aus pflanzlicher Nahrung.

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Gesundheit geht vor

Vegetarismus ist auch eine Ernährungsphilosophie. Gesundheit und Wohlbefinden sind für viele der Befragten wichtige Gründe. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begann die Reformhausbewegung, die eine vegetarische Vollwertkost predigte. Noch heute gibt es vielerorts Reformhäuser, in denen ausschließlich vegetarische Produkte - teils in Bioqualität - angeboten werden.

Ganz ohne moralischen Überbau achten die sogenannten Lohas auf ihre Gesundheit und essen vegetarisch. Sie kaufen qualitativ hochwertige Lebensmittel und achten zudem auf ihre Umweltverträglichkeit. Und die Wissenschaft gibt den Veggies Recht: Vegetarier leiden nicht, wie gerne behauptet, an Mangelerscheinungen. Die Eisenversorgung ist bei einer ausgewogenen fleischlosen Ernährung kein Problem. Im Gegenteil: Vegetarier, die aus gesundheitlichen Motiven fleischlos leben, achten eher auf eine ausgewogene Ernährung. Auch für Schwangere ist die Eisenversorgung kein Problem. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass Vegetarier gesünder und länger leben, als Menschen mit einem hohen Fleischkonsum. Tendenziell empfehlen Ernährungswissenschaftler fleischarme Kost.

Weitere Gründe, die Menschen ihre Ernährung überdenken lassen, sind Fleischskandale. BSE, Gammelfleisch und Vogelgrippe haben in den vergangenen Jahren die Menschen geschockt. Vor allem gebildete Menschen wurden dadurch zu einer Abkehr vom Fleisch bewegt. In der Befragung gaben einige Teilnehmer an, dass es ihnen zuwider sei, was Fleisch ist und wo es herkommt. Die Abneigung vor Fleisch ist demnach ein starkes Motiv - besonders bei Frauen.

Übrigens: Am 1. Oktober ist Weltvegetariertag. Vegetariergruppen und Tierschutzvereine informieren heute über die Vorteile einer fleischlosen Ernährung und die Folgen der Fleischkonsums. Infos gibt es unter www.vebu.de

som/ham/news.de

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Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • geht niemanden was an
  • Kommentar 5
  • 08.10.2011 10:21

was für sinnfreie kommentare. als ob veggis nur äpfel oder salat essen... und vegetarier sind keineswegs immer spindeldürr. wenn man keine ahnung hat, einfach mal die.....

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  • Antonietta
  • Kommentar 4
  • 05.10.2011 16:33

Vegetarier leben gesünder. Denn Fleischverzehr fördert das Risiko von Herzinfakten, Blinddarmentzündungen, Bluthochdruck, Osteoporose, Arthritis, Magengeschwüren, Nierensteinen, Diabetes und Krebs!

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  • grünes Ungeheuer
  • Kommentar 3
  • 03.10.2011 10:21

Wenn man Tiere nicht essen soll, warum sind sie dann aus Fleisch? Auch der eingefleischteter Vegetarier beißt ungern ins Gras !

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