Gesundheitskarte Das müssen Sie zur neuen Chipkarte wissen

Gesundheitskarte wird verteilt (Foto)
Ab Oktober sollen bundesweit zehn Prozent der 70 Millionen gesetzlich Versicherten mit der neuen Gesundheitskarte ausgestattet werden. Bild: dpa

Die Krankenkassen versenden in diesen Tagen die elektronische Gesundheitskarte an ihre Versicherten. News.de sagt Ihnen, was die Karte Patienten bringt, welche Daten darauf enthalten und wie sicher die Karten sind.

Nach jahrelangen Blockaden wird ein gigantisches IT-Projekt Realität: die elektronische Gesundheitskarte. Jetzt bekommen die ersten sieben Millionen Versicherten die Karte.

Welchen Nutzen hat die Karte?

«Für die Versicherten ändert sich erstmal gar nichts», sagt der zuständige Experte des Krankenkassen-Spitzenverbands, Rainer Höfer. Sie sollen die alte Krankenversichertenkarte zurückschicken oder zerstören. Künftig sollen Ärzte und Kliniken Arztbefunde oder Röntgenbilder einzelner Patienten mit der Karte als Schlüssel online von sicheren Servern herunterladen können. Diese «Vision» werde aber wohl erst in rund fünf Jahren Wirklichkeit, schränkte der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Carl-Heinz Müller, ein.

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Welche Daten sind auf der Karte vermerkt?

Die Karten sollen zunächst Grunddaten wie Name, Adresse, Geburtsdatum und Geschlecht enthalten. Dazu kommen Angaben zur Krankenversicherung wie die Krankenversichertennummer und der Versichertenstatus sowie ein Foto des Versicherten. So soll Missbrauch vermieden werden.

Auf der Rückseite ist eine Europäische Krankenversicherungskarte für Arztbesuche im EU-Ausland aufgedruckt. In weiteren Ausbaustufen sollten auf Wunsch des Versicherten auch Notfalldaten - etwa über bestehende Vorerkrankungen oder Allergien - und Hinweise auf Patientenverfügungen und Organspendeerklärungen aufgenommen werden. Die ausgegebenen Karten seien mit einem Mikroprozessor-Chip ausgestattet und könnten diese Anwendungen später leisten, sagte Höfer.

Was kann die neue Karte?

«Sie ist lernfähig und intelligent», sagte die Chefin des Kassenverbands, Doris Pfeiffer. Die Ausgabe der Karte sei nötig für den angepeilten Modernisierungsschub des Gesundheitswesens. Heute werden Diagnosen und Dokumente über Therapien oft auf Papier von Arzt zu Arzt weitergegeben - oder gar nicht. Daraus folgende Doppeluntersuchungen und -medikationen sollten künftig vermieden werden, sagte Müller.

Sind die Daten auf der Karte sicher?

Die Karte ist laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sicher. Unbefugte könnten auch später nicht an die hochsensiblen Daten kommen, sagte Amtsvertreter Bernd Kowalski. Die Daten werden verschlüsselt. Nur wenn der Patient die Karte und der Arzt seinen Arztausweis in das Terminal in der Praxis schiebt, können die Daten gelesen werden.

Wieso kommt die Karte erst jetzt?

Technische und organisatorische Schwierigkeiten sowie Widerstand bei den Akteuren (Ärzte, Praxen und Kliniken) verzögerten den Start jahrelang. Die Karte soll später auch Geld sparen. Doch bisher fielen Kosten von mindestens 600 Millionen Euro für Karten, Lesegeräte und die von Ärzten, Kassen, Kliniken und Apothekern betriebene Gematik an. Mögliche weitere Kosten blieben bei der Präsentation des Starts auf Nachfrage unklar. Für die Linkspartei ist das Projekt ein «Milliardengrab». Nach jahrelanger Hängepartie hatte der Gesetzgeber Druck gemacht. Ohne Ausgabe der Karten bis Jahresende müssen die Kassen gemäß der schwarz-gelben Gesundheitsreform Strafen zahlen.

som/ham/rzf/news.de/dpa

Leserkommentare (8) Jetzt Artikel kommentieren
  • hEMMI
  • Kommentar 8
  • 08.03.2013 15:22

Ich finde die Einführung der Karte positiv. Es wäre auch mit Sicherheit sinnvoll auf dem Chip auch zurückliegende Behandlungen jegliicher Art und Schwere oder auch OP's zu speichern. Nach meiner Auffassung kann dies im Notfall doch nur nützlich sein, oder?

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  • Michel1966
  • Kommentar 7
  • 27.05.2012 02:08
Antwort auf Kommentar 5

Sicherlich tun viele Menschen auch das falsche. Eine Zahnpasta mit hochgifigem Fluor verwenden - Salz mit Jod und Flourid verwenden - Kuhmilch trinken - Trinkwasser mit Östrogenen und Medikamentencocktail trinken ... Einfach mal ein wenig googeln und erschreckt feststellen, was man so alles nicht weiß und was alles so ungesund ist. Und plötzlich merkt man, dass man sich gar nicht so gesund ernährt - und gar nicht alles macht um gesund zu bleiben.

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  • Michel1966
  • Kommentar 6
  • 27.05.2012 01:55
Antwort auf Kommentar 5

Tolle Idee - alle hören auf zu rauchen und die Allgemeinheit zahlt eine neue Steuer die der Staat dann erfindet. Die Tabaksteuer ist die drittgrößte Steuereinnahmequelle des Staates. Die Kosten der Krankenkassen in Bezug auf Raucher werden durch die Steuereinnahmen gedeckt. Also in den letzten Jahrzehnten hielt es sich immer die Waage. Wahrscheinlich wird es aber jetzt höhere Steuereinnahmen geben. Somit ist es doch kein allgemeines Problem mehr - und kein Problem des Staates, weil er ja viel Geld damit einnimmt. Sei froh, dass es Raucher gibt. - Zur Info: Ich bin Nichtraucher.

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