Sa., 26.05.12

28.09.2011 Neue Gesundheitskarte kommt: Wichtige Infos für Versicherte

Neue Gesundheitskarte kommt: Wichtige Infos für Versicherte (Foto)
Neue Gesundheitskarte kommt: Wichtige Infos für Versicherte Bild: dpa

Die Krankenkassen geben jetzt die elektronische Gesundheitskarte aus. Rund sieben Millionen gesetzlich Versicherte bekommen sie bis Jahresende. Viele wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Für sie sind hier wichtige Informationen zusammengefasst.

Berlin (dpa) - Die Krankenkassen geben jetzt die elektronische Gesundheitskarte aus. Rund sieben Millionen gesetzlich Versicherte bekommen sie bis Jahresende. Viele wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. Für sie sind hier wichtige Informationen zusammengefasst.

Die neue Gesundheitskarte ist da - was nun?

Die ersten Versicherten haben die Karten bereits bekommen. «Für die Versicherten ändert sich erstmal gar nichts», sagte der zuständige Experte des Krankenkassen-Spitzenverbands, Rainer Höfer. Sie sollen die alte Krankenversichertenkarte zurückschicken oder zerstören.

Was ist auf der neuen Karte vermerkt?

Die Karten sollen zunächst Grunddaten wie Name, Adresse, Geburtsdatum und Geschlecht enthalten. Dazu kommen Angaben zur Krankenversicherung wie die Krankenversichertennummer und der Versichertenstatus sowie ein Foto des Versicherten. So soll Missbrauch vermieden werden. Auf der Rückseite ist eine Europäische Krankenversicherungskarte für Arztbesuche im EU-Ausland aufgedruckt. In weiteren Ausbaustufen sollten auf Wunsch des Versicherten auch Notfalldaten - etwa über bestehende Vorerkrankungen oder Allergien - und Hinweise auf Patientenverfügungen und Organspendeerklärungen aufgenommen werden.

Derzeit haben die Karten noch keine Online-Anbindung. Was ändert sich dadurch?

Eine Online-Anbindung ist zum Start noch nicht vorgesehen. In einem ersten Schritt sollen dann die Stammdaten online geändert werden können, etwa wenn der Versicherte umzieht. Die Kassen können sich das Verschicken neuer Krankenkassenkarten sparen. Missbrauch soll so eingedämmt werden. Doch auch für diese erste Online-Anwendung konnte Experte Rainer Höfer noch kein Startdatum nennen.

Wozu dient die Karte?

Die Karte soll unnötige Doppeluntersuchungen vermeiden, eine größere Übersicht über den Verlauf von Behandlungen bei Ärzten und Kliniken ermöglichen und Geld sparen, erklärte Höfer.

Was können die Ärzte lesen?

Einen medizinischen Nutzen hat die Karte vorerst nicht. Ärzte und andere Heilberufler sollen in Zukunft verschlüsselt Einblick in die Patientendaten erhalten. Die Informationen über Befunde aus dem Labor, Arztbriefe, Röntgenbilder oder die verordneten Medikamente sollen die Behandlung in einigen Jahren verbessern. Die nun ausgegebenen Karten seien mit einem Mikroprozessor-Chip ausgestattet und könnten diese Anwendungen später leisten, sagte Höfer.

Ist der Austausch sensibler Gesundheitsdaten Pflicht?

Dies sollen die Versicherten freiwillig ermöglichen. Versicherte sollen diese Daten auch wieder löschen können. Sie sollen sie aber auch - anders als heute oft - selbst ansehen können, zum Beispiel in einem «E-Kiosk» beim Arzt oder in der Apotheke. Die Karte beseitigt so allerdings nicht die Patientenakten in den Praxen, die weiter geführt werden müssen.

Ist die eGK sicher?

Die Behörden und auch Datenschützer sagen: Ja. Gesundheitsdaten würden verschlüsselt und auf einem Server gespeichert. Möchte der Patient die Daten abrufen, werden sie vom Server geholt und etwa in der Arztpraxis entschlüsselt. Die Karte und der Ausweis des Arztes sind zwei Schlüssel, die für das Lesen der Daten gebraucht werden. Kritiker melden dennoch Bedenken an. So meint zum Beispiel der Chaos Computer Club, dass auch die Betreibergesellschaft Gematik die Möglichkeit bekommt, den geheimen Schlüssel für die Patientendaten im Fall eines Kartenverlustes wiederherzustellen. Zugriff etwa durch Behörden sei nicht mit absoluter Sicherheit auszuschließen.

Informationen des Ministeriums zur Karte

Betreibergesellschaft Gematik zur Karte

Ärzte zur Gesundheitskarte

Chaos Computer Club zur Karte

Umfrage Bitkom zur Karte

BDI zur Karte

Piratenpartei zur Karte

news.de/dpa
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