Organspendegesetz Krankenkassen in der Pflicht

Organspende-Gesetz  (Foto)
Angesichts des enormen Mangels an gespendeten Organen will Gesundheitsminister Bahr die gesetzlich Krankenversicherten nach ihrer Spendebereitschaft befragen lassen. Bild: dpa

Die Zahl der Organspenden muss erhöht werden. Dazu soll es bis zum kommenden Frühjahr eine gesetzliche Neuregelung geben: Die Regierung plant, die Krankenkassen in die Pflicht zu nehmen. Sie sollen die Versicherten zur Spendenbereitschaft befragen.

Eines ist klar: In Deutschland gibt es zu wenige Organspenden. 1000 von 12.000 Menschen sterben pro Jahr, weil sie vergeblich auf eine lebensrettende Transplantation warten. Deshalb soll das Gesetz geändert werden.

Um mehr Menschen als bisher nach ihrem Tod als Organspender zu gewinnen, will Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) alle Krankenversicherten nach ihrer Spendenbereitschaft befragen lassen. «Jeder soll zumindest einmal im Leben mit dieser Frage konfrontiert werden», bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Jeder sei in seiner Entscheidung aber völlig frei.

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Nach den Plänen sollen die gesetzlichen Krankenkassen dazu verpflichtet werden, alle Versicherten über 16 Jahren bei der bevorstehenden Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte über die Organspende zu informieren und zu einer Erklärung über die Spendenbereitschaft aufzufordern. Die Privatkassen, die sich an der Ausgabe der Gesundheitskarte nicht beteiligen, sollen ihre Versicherten ebenfalls befragen. Das sieht ein Vorschlag des Ministers für eine Änderung des Transplantationsgesetzes vor.

Nach Darstellung des Gesundheitsministeriums könnte die Bereitschaft zur Organspende auch auf der neuen Elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Dies sei nur eine - freiwillige - Option. Klar sei aber, dass Privatkassen davon unabhängig ihre Versicherten über einen Organspenderausweis informieren müssten. «Die neue Gesundheitskarte ist ja nicht der einzige Weg zur Befragung der Mitglieder.»

Bei den gesetzlichen Krankenkassen stießen die Überlegungen Bahrs auf grundsätzliche Zustimmung. Man werde die rund 70 Millionen Versicherten wie gewünscht über die Möglichkeiten der Organspende informieren, zum Beispiel auch über Mitgliederzeitschriften, sagte der Sprecher des Kassen-Spitzenverbandes, Florian Lanz. Da kommende Woche die Ausgabe der ersten Elektronischen Gesundheitskarten beginne, ließen sich auf diesem Wege aber nicht alle Versicherten erreichen, gab Lanz zu bedenken.

Wie die Deutsche Stiftung Organspende zur geplanten Reform der Organspenderegelung steht, lesen Sie hier.

rzf/ham/som/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Nein zur Organspende
  • Kommentar 1
  • 26.09.2011 21:37

Die Zahl der Organspenden muss erhöht werden - Klingt voll daneben. Lieber ist mir ne Disskusion über Hospizdienste. Wem die Zeit schlägt,dem muss ganz einfach die Angst vor der natürlichsten Sache der Welt genommen werden. Tot ist nichts schreckliches,für den,der sein Leben intensiv gelebt hat. Organspende muss ein Geschenk des Einzelnen an seine Mitmenschen bleiben. Ein Muss,Entscheidungszwang dazu ist des Menschen unwürdig. Wer auf den Tod eines Anderen hofft,um mit dessen Organen weiter zu leben,der hat völlig falsch gelebt. Hospizdienste helfen einem angenehm zu sterben.Und das ist gut so

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