Lustlosigkeit Die zehn beliebtesten Sex-Ausreden der Männer

Frust im Bett  (Foto)
Lustlosigkeit wird ungern eingestanden. Um sich dem Sex zu entziehen, kommen Männern alle erdenklichen Ausreden in den Sinn.  Bild: iStockphoto

Männer wollen immer. So lautet zumindest der uralte Mythos, dem das starke Geschlecht nur allzu gerne entsprechen möchte. Dabei leiden rund 20 Prozent der Männer unter Lustmangel. 

Die Hauptprobleme männlicher Sexualität sind Erektionsstörungen und vorzeitige Ejakulation. Deshalb tritt die Lustlosigkeit in den Hintergrund. Sie scheint kein wirkliches Problem, aber unmännlich und unnatürlich zu sein.

Das Problem lustloser Mann

«Wir beobachten immer mehr Männer, die keine Lust auf Sex haben», verrät Reinhardt Kleber vom Institut für Sexualforschung an der Universitätsklinik Hamburg. In den Sprechstunden der Sexualklinik beklagten Mitte der 1970er Jahre nur vier Prozent der männlichen Patienten ihre Unlust, 2002 waren es schon 20 Prozent.

Lustlosigkeit bei Männern nimmt mit fortschreitendem Alter zu. Bei den 75-Jährigen berichten mehr als die Hälfte von sexueller Unlust. Dabei stehen körperliche Faktoren im Vordergrund. Bei jüngeren Männern bis 45 Jahren ist die sexuelle Appetitlosigkeit häufig eine Reaktion auf Orgasmus- oder Erektionsstörungen.

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Auch unterdrückte Wünsche nach gesellschaftlich verbotenen oder nicht akzeptierten sexuellen Vorlieben, massive Sexualängste, sexuelle Orientierungs- oder Gewissenskonflikte kommen als Ursache in Frage.

Seine liebsten Ausreden

Lustlosigkeit wird ungern eingestanden. Um sich dem Sex zu entziehen, kommen Männern eher alle erdenklichen Ausreden in den Sinn. Am häufigsten versuchen sie sich dem Sex mit folgenden Begründungen zu entziehen:

37 Prozent jammern, dass sie am nächsten Morgen früh aufstehen müssen.

35 Prozent entschuldigen sich mit dem Stress im Büro, der ihnen übel mitspielt.

28 Prozent der Lustlosen gestehen, dass sie mit ihren Gedanken woanders sind.

23 Prozent behaupten, sie fühlten sich nicht wohl.

23 Prozent klagen über Rückenschmerzen.

19 Prozent erklären sich nicht weiter, aber beschweren sich, dass Frauen eben immer könnten, Männer aber nicht.

19 Prozent behaupten, sie würden die Partnerin nicht mit ihrer Erkältung anstecken wollen.

17 Prozent gestehen, dass sie noch nicht über die Ex-Freundin hinweg sind.

14 Prozent behaupten einer neuen Partnerin gegenüber, dass sie verheiratet sind.

8 Prozent haben (angeblich) ein Keuschheitsgelübde abgelegt.

Das sind zumindest die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage durch Anson Marketing.

Zurück zum Glück

Wenn das Gespräch mit der Partnerin nichts mehr bringt, suchen Sie einen Arzt (Urologen, Andrologen) auf und schildern sie ihm Ihre Beschwerden. Wichtig sind auch die Befunde der labormedizinischen Untersuchung. So wird versucht, die Sexualstörung näher einzugrenzen. Von ihnen hängt die Therapie ab.

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Ein Hormonmangel oder -überschuss lässt sich medikamentös behandeln. Bei Nebenwirkungen von Medikamenten hilft oftmals schon ein Wechsel des Präparats.

Liegt eine seelische Ursache vor, hilft nur eine Therapie, die auf die persönlichen Probleme und Bedürfnisse, aber auch auf Bereitschaft und Offenheit des Mannes abgestimmt ist.

Lesetipp: Alles, was man über Männer wissen muss; Alina Schumann; mvg-Verlag; 223 Seiten; erschienen im August 2011; 16,99 Euro

brc/rzf/sca/news.de

Leserkommentare (16) Jetzt Artikel kommentieren
  • Selbst ist der Mann
  • Kommentar 16
  • 13.11.2011 23:50
Antwort auf Kommentar 1

Frauen können Männer "leicht" nehmen. . Mann läuft Gefahr, dem Vorwurf der Vergewaltigung ausgesetzt zu werden. . Wer greift da nicht lieber zu sich selbst als sich einer "Gefahr" auszusetzen ?

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  • Hans Vogler
  • Kommentar 15
  • 13.11.2011 18:16

Na klar! Wieder mal ein toller Artikel. Zählt man die Prozente zusammen kommt man auf 195%. Wäre da was dran, so wäre unsere Spezies wohl schon längst ausgestorben. Da bin ich mir 1000% sicher! ;-) Sex ist zwar interessant, empfinde das Thema heute aber als total überbewertet. Kein Wunder ist dieser bei vielen Frauen heute zum total mechanischen, zwanghaft im Orgasmus enden müssenden Ritual verkommen. Als hätte guter Sex etwas mit Quantität zu tun! Dabei wäre weniger oft mehr. Und "wollen" ist ja auch nicht wenn Mann wollen muss. Frauen haben ja manchmal auch Kopfschmerzen!

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  • loddel
  • Kommentar 14
  • 13.11.2011 14:47
Antwort auf Kommentar 2

Christa hat wohl einen Neandertaler ausgegraben.

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