Sa., 26.05.12

Smoothies 10.08.2011 Der schnelle Schluck Gesundheit?

Smoothies (Foto)
Wie gesund sind Smoothies aus der Flasche? Bild: Flickr/didbygraham/Creative Commons License/ News.de(Montage)

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki

Sie sind klein, praktisch und schön fruchtig - Smoothies, die pürierten Früchte in der Flasche. Und sie versprechen viel: Das flüssige Obst soll die tägliche Portion Bananen, Äpfel und Co. ersetzen. Aber können sie das wirklich? 

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An apple a day, keeps the doctor awayEin Apfel pro Tag hält den Doktor fern. , lautet ein altes Sprichwort. Und tatsächlich, Äpfel und andere Obstsorten stecken voller Nährstoffe, die gesund halten. Deshalb lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen. Clevere Firmen machen sich dies zunutze und packen pürierte Früchte in Fläschchen - praktisch für unterwegs und schnell zu trinken. Mit Slogans wie «Die tägliche Portion Obst» haben die Smoothies die Gunst der Verbraucher erobert - nicht zuletzt auch, weil sie schmecken. Doch was ist drin in den Smoothies und halten sie, was sie versprechen?

Was ist ein Smoothie?

Der Begriff «smooth» leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet sämig, samtig, weich. Genauso soll sich ein Smoothie im Mund anfühlen. Deshalb wandern im Gegensatz zu Fruchtsäften ganze Früchte in die Flasche. Sie werden - bis auf Schale und Kerne - püriert und mit Saft verdünnt. So erhalten sie eine cremige Konsistenz.

In einigen Drinks finden sich sogar Fruchtstückchen. Da es keine gesetzliche Definition gibt, können die Drinks praktisch alles enthalten, was lebensmittelrechtlich zugelassen ist. Neben Fruchtmark oder -püree und Saft dürfen beispielsweise Aromen und Zucker zugesetzt sein.

Wie gut sind Smoothies?

Smoothies sind vor allem eins: einfach mitzunehmen ins Büro, die Schule oder den Kindergarten. Sie liefern schnell Energie und haben einen höheren Fruchtanteil als Säfte. In den samtigen Drinks sind zwar gesunde Nährstoffe enthalten - aber im Gegensatz zu frischem Obst und Gemüse deutlich weniger. Das liegt am Herstellungsprozess.

Hitzeempfindliche Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe bleiben beim Schälen, Zerkleinen, Pressen und Erhitzen oft auf der Strecke. «Wird die Apfelschale mitverarbeitet, sind allerdings mehr Ballaststoffe und Vitamine im Smoothie, als wenn nur das Fruchtfleisch verarbeitet wird», sagt Michaela Bänsch, Ernährungsberaterin und Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement. Denn gerade in der Schale der Früchte stecken oft die meisten Nährstoffe. Da aber niemand so genau weiß, wie der Smoothie hergestellt wird, «ist eine Beurteilung des Produktes nicht immer einfach, vor allem nicht für den Verbraucher», sagt Bänsch weiter.

Die Stiftung Warentest hat deshalb 27 Smoothies unter die Lupe genommen. Den Test bestanden nur wenige Produkte. In vielen war Vitamin C kaum oder gar nicht nachweisbar. Die Redakteure fanden viel Vitamin C nur, wenn es künstlich zugesetzt war. Der Anteil an Ballaststoffen und Karotonoiden ließ ebenfalls zu wünschen übrig. «Bezogen auf die Nährstoffe sind sogar einige Reformhaussäfte besser als so mancher Smoothie», sagt Bänsch. Denn: Das Herstellungsverfahren ist meist schonender. «Empfindliche Nährstoffe bleiben dadurch besser erhalten», so Bänsch. Noch dazu sind Smoothies im direkten Vergleich recht teurer. So schlagen sie mit bis zu 10 Euro pro Liter zu Buche.

Kein Zuckerschlecken

Bänsch rät zudem, nicht auf die Verkaufsmaschen der Firmen hereinzufallen. Einige Produkte werben mit Slogans wie «ohne Zusatz von Zucker». Das könne stark darüber hinwegtäuschen, dass Smoothies von Natur aus jede Menge Zucker enthielten. Obst liefert reichlich Fruchtzucker und damit die gleichen Kilokalorien. Pro 100 ml können zwischen zehn und 15 Gramm Zucker enthalten sein. Zum Vergleich: Die gleiche Menge Cola liefert etwa elf Gramm Zucker. «Das ist sehr viel, wenn man bedenkt, dass die WHO einem Erwachsenen nur 50 bis 60 Gramm Zucker pro Tag empfiehlt», sagt die Expertin.

Außerdem haben die Smoothies im Vergleich zu frischem Obst nicht den gleichen Sättigungeffekt. Flüssiges verdaut der Magen schneller. Feste Nahrung hingegen dehnt die Magenwände und macht satt. Die Ernährungsexpertin mahnt zudem: «Man gewöhnt sich schnell an das Süßschmecken - vor allem Kinder lieben das. Beim Biss in einen Apfel hat man einen solch konzentriert süßen Geschmack nicht.»

Bänsch gibt zu bedenken: Schon jetzt haben Kinder einen sehr hohen Zuckerkonsum, der durch Convenience-Produkte wie Smoothies gefördert wird. Studien zufolge verzehren Kinder zwischen vier und fünf Jahren bereits 40 Gramm Zucker pro Tag. «Das ist erschreckend und sollte Eltern, die ihren Kindern Cola verbieten aber Smoothies anbieten, zu denken geben.»

Das alles spräche per se aber nicht gegen einen Smoothie als Obstersatz. «Gelegentlich kann ein Smoothie eine Alternative sein - wenn er qualitativ gut ist», meint Bänsch. Laut DGE können 200 bis 250 Milliliter Smoothie sogar bis zu zwei Portionen Obst ersetzen, wenn das Getränk maximal zur Hälfte aus Saft und mindestens zur Hälfte aus Mark, Püree oder stückigen Bestandteilen besteht. Eine dauerhafte Alternative zu frischem Obst und Gemüse ist ein Smoothie laut Bänsch aber nicht, da in dem samtigen Drink nicht alle Nährstoffe der Früchte enthalten sind und darüber hinaus manchmal mehr versprochen, als gehalten wird.

News.de hat 5 Tipps, wie Sie einen guten Smoothie erkennen:

Zuckergehalt: Lassen Sie sich von Angaben wie «ohne Zusatz von Zucker» nicht täuschen. Aufgrund des Obstes enthalten Smoothies von Natur aus Fruchtzucker. Je mehr Beerenobst im Smoothie steckt, desto niedriger ist der Zuckeranteil. Früchte wie Bananen, Orangen und Äpfel liefern dagegen reichlich Fruchtzucker.

Fruchtgehalt: Je höher der Anteil an Fruchtmark oder -püree als Basis, desto besser. Dagegen sollte der Saftanteil niedriger sein als der Fruchtanteil. Auf der Zutatenliste finden Sie entsprechende Hinweise.

Gemüseanteil: Einige Smoothies enthalten zusätzlich Gemüse und liefern somit gesunde sekundäre Pflanzenstoffe wie Karotinoide. Der Körper kann diese aus Smoothies sogar etwas besser verwerten, als aus frischem Obst und Gemüse. Das Pasteurisieren macht sie nämlich besser verfügbar.

Konzentrate: Einige Hersteller verwenden Saftkonzentrat statt Fruchtsaft, was zu Lasten der Qualität geht. Bevorzugen Sie daher lieber Smoothies mit Vollfruchtsäften oder Säften.

Zusätze: Ein guter Smoothie braucht keine Zusätze wie Aromen, Zucker und Konservierungsstoffe.

Nicht täuschen lassen: Ist eine Fruchte auf dem Smoothie abgebildet, sollte sie auch in der Zutatenliste deutlich als Hauptzutat zu erkennen sein. Tipp: An erster Stelle steht immer die Zutat, von der am meisten im Produkt ist.

sis/krc/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Michel1966
  • Kommentar 1
  • 10.08.2011 13:11
 

In einem Satz: Smoothie´s enthalten zu viel Zucker, sind zu teuer und sind nicht gesund.

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