Richtig flirten: Körpersprache der Lust! Was spricht für sexuelles Interesse?

Kichern, Haare zurückwerfen, seine Bewegungen imitieren: Sexualpsychologe Dr. Karl Javorszky verrät, was Mann wirklich aus dem Flirtverhalten einer Frau ablesen kann. Und er erklärt, warum Flirten so unendlich kompliziert ist.

Kichern, Haare zurückwerfen, seine Bewegungen imitieren: Was Mann wirklich aus dem (unbewussten?) Flirtverhalten der Dame gegenüber ablesen kann, verrät Sexualpsychologe Dr. Karl Javorszky. Bild: Istock

Gibt es beim Flirten untrügliche Zeichen, die für sexuelles Interesse stehen oder ist alles eine Abwägungs- und Interpretationssache?

Karl Javorszky: Laut Darwins Selektionstheorie haben die Weibchen - auch beim Menschen - eine doppelte Aufgabe: Sie sollen sich fortpflanzen, aber gleichzeitig auch prüfen und auswählen, welches der Männchen das richtige dafür ist. Dadurch ist die Aufgabe der Frau mit inneren Konflikten behaftet: Sie will und will auch wieder nicht. Sie will mit irgendeinem, aber sie will nicht mit irgendeinem. Es ist deshalb immer schwierig, die Signale, die Frauen aussenden, richtig zu interpretieren.

Ist Körpersprache bei Flirts überhaupt eindeutig interpretierbar?

Javorszky: Man kann in der Regel davon ausgehen, dass sich eine sexuell aktive Frau, wenn sie verstanden werden will, auch verständlich machen kann. Kompliziert wird es aber, weil die Damenwelt nicht - auf Teufel komm raus - überdeutlich werden will. Damit würde sie ihrer Rolle als Qualitätsprüferin widersprechen.

Das sind mögliche Anzeichen für sexuelles Interesse

Was hat es mit dem Streichen der Haare aus dem Gesicht auf sich?

Javorszky: Wir Menschen haben keinen Schwanz, der wegbewegt werden kann und so die Geschlechtsöffnung freilegt. Etwas Ähnliches wird aber durch das Wegstreichen der Haare angedeutet.

Welche Rolle spielt die Spiegelung des Gegenübers?

Javorszky: Das Gefühl des Verliebtseins beinhaltet das Gefühl des Verstanden-worden-Seins. Wenn Sie jemanden spiegeln, also ihm das rückmelden, was er selbst sagt, fühlt, empfindet, blickt er in sein eigenes Spiegelbild. Von niemandem kann man besser verstanden werden als von sich selbst. Also ist der solcherart Bekomplimentierte in die Falle seiner eigenen Eitelkeit getappt.

Ist das Lachen über die gleichen Witze ein Garant für Sexabsichten?

Javorszkky: Unterwerfung hat viele Formen. Wenn man über die Witze seines Chefs lacht, will man sich dessen Wohlwollen sichern. Denn die Aufgabe der eigenen und die Übernahme der fremden Befindlichkeit schafft ein Machtgefühl beim Hofierten. So läuft das auch beim Flirten. Man schafft ein nährendes, inniges Verhältnis zu jenem, auf den man sich einstellt und mit dem man beispielsweise mitlacht. Was man mit der erschlichenen Sympathie aber erreichen will, bleibt offen.

Wie erkenne ich beim Flirten die Grenze zwischen Schüchternheit und Desinteresse?

Javorszky: Die Frage ist von der Perspektive her falsch. Als ob Sie fragten, ob man in ein Unternehmen investieren sollte, welches pleite ist oder lieber in eines, welches nur zahlungsunfähig ist. Ein selbstbewusster Mann sollte sich mit gehemmten Frauen gar nicht abgeben. Und wenn sie nicht gehemmt ist, wird sie das deutlich machen. Gehemmte Frauen sind eine große Gefahr, weil sie immer jemanden für Ihre Entsagungen zahlen lassen werden. Meines Erachtens bringt es nichts, eine verklemmte Frau zu knacken.

Kann man Körpersprache beim Flirten richtig deuten?

Was ist aussagekräftiger, wenn sich das gesprochene Wort und Mimik und Gestik widersprechen?

Javorszky: Die Körpersprache. Aber solche Frauen sollte man ohnehin meiden. Wenn sie schon in der Balzphase zu lügen und heucheln anfängt, steuert sie direkt auf ein Herrschaftssystem zu, in welchem sie den puren Despotismus ausübt. Man sollte höflich fragen, ob die Mama zu Hause tonangebend sei und schleunigst das Weite suchen.

Sind sich Frauen ihrer eigenen Körpersprache tatsächlich so oft unbewusst, wie es Flirtratgeber für Männer vermuten lassen?

Javorszky: Keineswegs. Auf Dummchen zu machen, weckt nur das Beuteverhalten des Mannes. Dadurch ist der Übergang zum Brutpflegeverhalten hergestellt. Und wenn die Frau sich als Brutpflegeobjekt in der Wahrnehmung des Männchens etabliert hat, kann sie ihn nach Belieben manipulieren. Der Übergang ist schrittweise: Er rettet mich aus großer Gefahr, bekommt rückgemeldet, wie groß und stark er ist. Er schützt, hegt und pflegt mich. Alle sind zufrieden.

Wie beeinflusst Alkohol die Körpersprache des Flirtens?

Javorszky: Flirten ist für die Frau Arbeit. Da kann es sogar mal ganz gut sein, wenn sie etwas trinkt und etwas aus ihrer geplanten Balzrolle fällt. Ein bisschen Alkohol lässt uns manchmal auch das ganze Blendwerk zur Seite legen. Wenn sie das nur mit Alkohol kann, ist es immer noch besser, als wenn sie es überhaupt nicht kann.

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brc/sca/ham/news.de

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