Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Ilse Aigner hat den Pranger für Mogeletiketten freigeschaltet. Verbraucher können sich im Internet über irreführende Werbung auf Produkten informieren und beschweren. Kritik gibt es von der FDP, den Grünen und der Ernährungsindustrie.
Fruchtschnitten ohne Frucht, Säfte, die keine sind: Fiese Werbelügen täuschen den Verbraucher - verkaufen Gesundheit, Wellness und Wohlbefinden und halten ihre Versprechen nicht. Dass die Werbung viele Verbraucher in die Irre führt, zeigte nicht zuletzt der Skandal um die Milchschnitte von Ferrero. Das «sportlich-leichte» Produkt wurde von Foodwatch abgewatscht und mit dem «Goldenen Windbeutel» für die dreisteste Werbelüge ausgezeichnet. Der Grund: Sie enthält mehr Zucker und Fett als ein Stück Schokotorte, suggeriert dem Verbraucher aber das Gegenteil. Auch andere Hersteller führen in die Irre: Nimm2 von Storck und Activia von Danone beispielsweise.
Der mündige Verbraucher
Um dem Nepp künftig weiter Einhalt zu gebieten, hat Verbraucherministerin Ilse Aigner heute eine neue Internetplattform freigeschaltet. Lebensmittelklarheit.de soll den Verbrauchern die Möglichkeit bieten, sich über Lebensmittel zu informieren, aber auch darüber zu diskutieren und beschweren. So können die User Produkte melden, die ihnen merkwürdig vorkommen beziehungsweise an denen ihnen etwas fragwürdig erscheint. Die Hinweise würden dann geprüft und gegebenenfalls den Herstellern eine Empfehlung ausgesprochen, etwa Produktkennzeichnungen zu überarbeiten. Ob der Anbieter reagiert hat oder nicht, darüber soll ein entsprechender Statushinweis wie «getäuscht» oder «geändert» Auskunft geben.
So funktioniert's
Lebensmittelklarheit.de ist ein Projekt des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und wird vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbV) betreut. Das neue Verbraucherportal ist übersichtlich gestaltet und auf das Wesentlichste beschränkt. Der User findet sich dank einfacher Menüführung schnell zu recht.
Im Untermenü «Getäuscht?» werden konkrete Produkte und Anbieter genannt. Unter dem Produktbild ist eine kurze Erklärung zu finden, wie der Hersteller täuscht. Im Bereich «Geändert» landen Produkte, die als Verbrauchernepp gemeldet wurden und bei denen die Fimen die Kennzeichnung oder Aufmachung oder die Werbung geändert haben.
Produkte, durch die sich der Verbraucher getäuscht fühlt, die aber korrekt gekennzeichnet sind, werden im Bereich «Erlaubt!» aufgeführt. Die Präsentation erfolgt ohne Benennung konkreter Produkte oder einzelner Anbieter. Zusätzlich kann der Verbraucher im Untermenü «Produkte melden» selbst entsprechende Lebensmittel zur Anzeige bringen. Dafür muss er einen Online-Fragebogen ausfüllen. Die Internet-Redaktion überprüft die Meldung und gibt bei gleicher Einschätzung dem jeweiligen Anbieter die Möglichkeit, sich binnen sieben Tagen zur Täuschung zu äußern. Danach erfolgt die Einordnung des Produktes in die oben genannten Bereiche.
Gegenwind von FDP und Grünen
Die Verbraucherorganisation Foodwatch sprach von einem guten ersten Schritt. Ein Sprecher sagte: Ziel sei es, im Internet Klarheit über Produkte herzustellen und das auch entsprechend über die Etiketten zu kommunizieren.
Kritik hagelt es dagegen von der FDP, den Grünen und der Ernährungsindustrie. So sagte die stellvertretende Fraktionschefin Bärbel Höhn (Die Grünen) dem Hamburger Abendblatt (Mittwochausgabe), dass lebensmittelklarheit.de kein Ersatz für gesetzliche Regelungen gegen irreführende Werbung sei - auch nicht für eine transparente und leicht verständliche Etikettierung. Sie mahnte, die Verantwortung nicht komplett den Konsumenten aufzubürden.
Michael Goldmann (FDP) - Vorsitzender des Bundestags-Agrarausschusses - wirft Aigner in der Neuen Osnabrücker Zeitung vor, sie transportiere mit dem Onlineportal die Ängste der Verbraucher vor Lebensmitteln. Er halte die Nennung von Produkten für höchst riskant. Zwar seien bei manchen Kennzeichnungen Verwirrungen zu korrigieren. «Aber das ist ein gesetzgeberischer Auftrag und gehört nicht in die Hand von Verbraucherzentralen», sagte er.
Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Matthias Horst, sprach sich gegen das Portal aus. Poduktbezogene Angaben, bei denen Marke sowie Hersteller- und Händlernamen genannt werden, seien untragbar. «Das ist ein Pranger, um Ware zur Schau zu stellen, die rechtlich in Ordnung ist», sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Horst schloss gerichtliche Klagen von Unternehmen nicht aus.
juz/sca/news.de/dapd/dpa
zuK3/pro:Ihr Kommentar ist sehr besch...eiden und zeigt deutlich,wes Geistes Kind Sie sind. Außerdem handelte es sich in dem Artikel nicht um einen simplen Rechtschreibfehler, sondern um einen gravierenden Grammatikfehler; soviel zur Klarstellung. Aber gegen Dummheit kämfen Götter selbst vergeblich, lieber PRO!!! Und, wer sich ins Kleinschreiben flüchtet, kann sicherlich zwischen Groß- u. Kleinschreibweise nicht unterscheiden. Besuchen Sie doch noch einmal die Grundschule; so ab dem 3., 4. Schuljahr. Nichts für ungut, Contra.
jetzt antwortenKommentar meldenIrgendwie ist alles zum lachen. Dioxin ist im Tierfutter erlaubt und Eier dürfen auch Dioxin enthalten. Was soll nun geschehen? Werden Eier gestempelt mit Vorsicht Dioxin? Weil die Chemieindustrie ihre Abfälle über Tierfutter entsorgt, müsste auch Fleisch gekennzeichnet werden.
jetzt antwortenKommentar meldenDas Projekt vom Bundesministerium für Ernährung ist doch eine Mogelpackung zur Beruhigung der Verbraucher.Richtig ist, dass die viele Lebensmittel gepanscht,gesundheitsschädlich,mit Zusatzstoffen versetzt,vergammelt und verführerisch deklariert sind.das aber muß gesetzlich geregelt werden,die Ernährungsindustrie (BVE) aber hat Ihre Interessenvertreten auch im Bundesministerium für Ernährung und wird sich deshalb zwar gegen die Internetsite aussprechen aber begrüßt dies da jetzt ein Ventil für den VERRAUCHER geschaffen wurde und nichts geändert werden muß.Guten Appetit
jetzt antwortenKommentar meldenDie Grünen sind dagegen ??? Man sollte denen ihren Namen aberkennen ! Sind die vielleicht auch eine Mogelpackung ? Von den anderen ist eh nichts zu erwarten.
jetzt antwortenKommentar meldenBravo ! Endlich ! Das sind endlich mal Vernünftige Endscheidungen zum Schutz von uns Verbrauchern. Lebensmittel-Panschereien gibt und gab es in den letzten Jahren wirklich genug. Es ist unglaublich was unserem Futter im Supermarkt alles beigemischt wird. Von Abfällen (Gammelfleisch..) übern Chemiebaukasten bis hin zu Giften (Aspartam, Flour...). Vielleicht arbeiten die Lebensmittelpanscher mit der Pharma zusammen - die einen machen uns krank, die anderen halten uns dann krank. Ich werde auf alle Fälle diese Seite http://Lebensmittelklarheit.de weiterempfehlen.
jetzt antwortenKommentar meldenEin sehr kurzer und noch längst nicht ausgereifter erster Schritt. Ich habe die Schnauze gestrichen voll, mich nach Lust und Laune von den sogenannten "Lebensmittelherstellern" (ehrlicher wäre Chemiepanschern) verarschen zu lassen. Jeder hat das Recht wissen, was wo drin ist, denn nur so kann ich selber entscheiden, was für Nebenwirkungen ich in Kauf nehmen will und welche nicht. Meine Gesundheit steht mir immer noch näher, als irgendwelche Aktienkurse. Und ich will auch wissen in welchen Produkten gentechnisch manipulierte, fadenscheinig als sogenannte "Nichtzusatzstoffe" ettikettiert sind!
jetzt antwortenKommentar meldenDass die FDP gegen dieses SYstem ist klar! Das ist schlecht für die Klientelpolitik. Dass die Grünen gleicher Meinung sind erschreckt.Dass die Herstellerindustrie dagegen ist, ist natürlich. Dass es nun aber eine Möglichkeit, Werbelügen anzuprangern ist endlich mal was Gutes! Wofür haben wir Einrichtungen, die uns Verbrauchern schützen und mahnen wollen, wenn es dann ausgeht wie das Hornberger- schießen. Frau Ministerin bleiben Sie hart und verteidigen Sie Ihr Werk, dass schon längst hätte existieren müssen. Aber wie immer und überall, gibt es genügend Gegener und Kritiker, die das n.wollen.
jetzt antwortenKommentar meldenan CONTRA: was soll denn dieser unqualifizierte beitrag? geht es hier nicht um wichtigere dinge als einen beschissenen rechtschreibfehler? oder waren sie etwa nicht an der humbuguniversität!
jetzt antwortenKommentar meldenWarum haben denn einige Politiker und vor allem die Ernährungsindustrie Angst vor der Meinung des Verbrauchers? Sollte es nicht zu denken geben, das unsere Kinder keine natürlichen Lebensmittel mehr erschmecken können? Was wird denn alles an Chemie oder Ekliges in den Lebensmittel unter klingende Namen versteckt? Es geht doch nur darum, billig zu produzieren und teuer zu verkaufen. Hoffentlich wird dieses Portal von vielen Verbrauchern genutzt. Nur dadurch kann die Spreu vom Weizen getrennt werden. Wer gesund produziert, braucht doch keine Angst um den GUTEN Ruf zu haben.
jetzt antwortenKommentar meldenFrau Rzitki, konjugieren müßte man/frau können! Statt falsch "freigeschalten" muß es richtig: freigeschaltet heißen!!! Ich schalte, du schaltest,... sie hat geschaltet...Deutsche Sprache, schwere Sprache! Aber durchaus zu lernen Frau Redakteurin; oder haben Sie Ihren Beruf verfehlt??? MfG, Contra
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