Sa., 26.05.12

Übergewicht 10.08.2011 Wie uns Stress dick macht

Übergewicht (Foto)
Stress lässt vor allem das Bauchfett wachsen. Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki

Ärger mit dem Partner, Zeitdruck im Büro, der tägliche Feierabendstau - das alles verursacht Stress. Das Gemeine daran: In nervenaufreibenden Zeiten neigen einige Menschen dazu, deutlich zuzunehmen. Andere halten dagegen ihre schlanke Linie. Was dahinter steckt, erfahren Sie hier.

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Eines vorneweg: Stress ist nicht gleich Stress und macht deshalb nicht immer dick. Es gibt positivenPositiver Stress klingt nach wenigen Stunden wieder ab. und negativenüber mehrere Tage anhaltender Stress Stress, wobei letzterer für zusätzliche Pfunde auf den Hüften verantwortlich ist. Weshalb das so ist, erklärt Professor Hubertus Himmerich von der Uniklinik Leipzig: «Die zusätzlichen Kilos hängen von den Hormonen ab, die der Körper in Belastungssituationen ausschüttet. Beim guten, dem akuten Stress, steuert das Gehirn das autonome Nervensystem anders als beim negativen, dem Dauerstress.»

Hormone für zu viel Pfunde verantwortlich

Wer ständig unter Strom steht, etwa weil ihn die Arbeit frustriert, er sich mit dem Partner streitet oder sich über- oder unterfordert fühlt, wird auf Dauer krank und vielleicht auch dick. «Der negative Dauerstress aktiviert die sogenannte Stress-Hormon-AchseHält diese Aktivierung zu lange an, steigt langfristig der Blutzuckerspiegel. Außerdem können Nervosität, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Depressionen und Diabetes die Folge sein. All dies fördert Übergewicht. , die Hormone wie Kortisol und Ghrelin ausschüttet», so Himmerichs.

Kortisolfördert den Abbau von Eiweiß, die Neuproduktion von Zucker und beeinflusst den Salz- und Wasserhaushalt führt dazu, dass im Bauchraum zu viel Fett abgelagert wird. «Beim Übergewicht ist nicht entscheidend, wie schwer man ist, sondern von welchem Gewebe wir an welchen Stellen zu viel besitzen», sagt Himmerich gegenüber news.de. Das Bauchfett wird durch Dauerstress vermehrt eingelagert und macht krank. «Dies ist auch bei ansonsten schlanken Menschen zu sehen», so der Professor.

Zudem neigen einige Menschen in stressigen Zeiten dazu, deutlich mehr zu essen. Dafür machen Wissenschaftler das Hormon GhrelinAppetitanregendes Hormon, das in der Magenschleimhaut produziert wird. verantwortlich. Forscher der Universität Texas untersuchten dessen Wirkung an Mäusen. Sie fanden heraus, dass bei Stress vermehrt Grehlin ausgeschüttet wird. Der Grund: Es hält Depressionen und Ängste in Schach - was per se gut ist. Dumm nur, dass Ghrelin im Gehirn zusätzlich ein Hungergefühl auslöst.

Übergewichtswoche
Zu den Pfunden stehen
Video: news.de

Ghrelin wird zudem vermehrt bei SchlafmangelKinder während der Schulzeit benötigen zehn bis zwölf Stunden Schlaf, um sich in der Schule konzentrieren zu können. Im Erwachsenenalter brauchen die meisten Menschen ungefähr sechs bis acht Stunden Schlaf. produziert, der ebenfalls eine Folge von Stress ist. Ein Teufelskreis des Übergewichtes also, vor allem, da während einer schlaflosen Nacht der Leptinspiegel sinkt. «Leptin ist ein Hormon, das durch Fettzellen produziert wird und dem Körper signalisiert, dass man satt ist. Ist der Leptinspiegel niedrig, dann funktioniert dieser Rückkopplungsmechanismus nicht mehr richtig. Man hat Hunger», sagt Himmerich. Das leistet Fettzellen demnach allen Vorschub, an Hüfte, Bauch und Po wilde Polster zu treiben.

Die Forscher vermuten daher, dass chronischer Stress das Gewicht steigen lässt. Himmerich gibt zu bedenken: «Nicht alle Menschen kompensieren Stress mit Essen. Manche haben gar keinen Appetit, essen sogar weniger als sonst.» Möglicherweise spiele eine Veranlagung eine Rolle. Diese Annahme unterstützt eine Studie der Harvard Medical School. Untersucht wurden Menschen verschiedener Gewichtsgruppen. Diejenigen mit einem BMI über 30 nahmen bei mittleren bis starken Dauerstress fünf Kilo zu. Normalgewichtige konnten trotz hohem Stress ihr Gewicht halten. Deswegen, so Himmerich, ließe sich nicht pauschal sagen, dass negativer Stress dick macht.

Positiver Stress verbrennt Kalorien

Stress kann auch anders wirken: Akuter, also positiver Stress führt dazu, dass Adrenalin und Noradrenalin ins BlutEin Erwachsener hat etwa fünf bis sieben Liter Blut. In nur einer Minute durchquert es den gesamten Körper einmal. gelangen. Diese Hormone sind dazu da, auf Gefahrensituationen optimal vorzubereiten - etwa während einer wichtigen Rede. «Sie sorgen dafür, dass wir schneller handeln, konzentrierter und leistungsfähiger sind», erklärt der Experte. Das Gute daran: Für die Ausschüttung dieser «sympathischen Hormone» werden auch Fette mobilisiert. Zudem wird dem Körper Energie zur Verfügung gestellt und das baut Kaloriennach der einfachen Formel: Energieaufnahme < Energieverbrauch = negative Energiebilanz = Gewichtsabnahme. ab.

Weitere Themen finden Sie hier im Überblick zur news.de-Themenwoche «Übergewicht».

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beu/sis/news.de
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