Sa., 26.05.12

Übergewicht 10.08.2011 Letzte Rettung OP-Tisch

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder

Im Kampf gegen chronisches Übergewicht sehen viele adipöse Patienten nach erfolglosen Diäten und Therapien in einer Magenverkleinerung die letzte Chance. News.de zeigt die bewährtesten Methoden mit ihren Vor- und Nachteilen.

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Drei Methoden haben sich in Europa etabliert, um Patienten mit extremem, lebensgefährlichen Übergewicht mittels Chirurgie zu helfen.

Das Magenband

Beim verstellbaren Magenband wird vom Magen nichts weggeschnitten. Der Chirurg legt dabei eine Schlinge um den oberen Teil des Magens, sodass eine kleine Magentasche entsteht. Das Magenband wird mit einem Schlauch über einen Portdauerhafter Zugang verbunden, der unter die Haut implantiert wird. Dieser regelt - wie ein kleiner Computer - das Füllvolumen und kann entsprechend das Band enger und weiter einstellen. Der Nahrungsbrei sammelt sich in dieser kleinen Tasche und wird nur langsam in den unteren Magenbereich weitergeleitet.

Zielgruppe: Das Magenband wird vorzugsweise bei Patienten mit einem BMI zwischen 35 und 50 eingesetzt. Vor allem junge, motivierte Frauen werden damit behandelt, die schon in der Vergangenheit durch die Ernährungstherapie viel an Gewicht verloren hatten, jedoch das Wunschgewicht nicht halten konnten.

Vorteile: Der Eingriff dauert nur eine Stunde und ist reversibel. Das heißt, das Magenband kann wieder entfernt werden. Auch das Organ wird nicht verändert. Durch die entstandene Magentasche sowie die langsame Nährstoffzufuhr ist der Patient schneller satt und bleibt es auch länger. Da vom Magen nichts weggeschnitten wurde, kann dieser weiterhin alle Nährstoffe aufnehmen.

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Nachteile: «Die OP ist schnell durchzuführen und auch mit einer geringen Komplikationsrate behaftet, doch die Langzeitergebnisse sind nicht befriedigend», sagt Professor Edward Shang, ViszeralchirurgSpezialist für die operative Behandlung von Bauchorganen und Experte für bariatrische ChirurgieBehandlung von Schwergewichtigen am Universitätsklinikum Leipzig. Diese Studienergebnisse zeigen es: Bei allen chirurgischen Eingriffen an Mägen liegt die Erfolgsquote, langfristig an Gewicht zu verlieren, durchschnittlich bei 61 Prozent. Das Magenband führt dabei aber nur in 47 Prozent aller Fälle zum Erfolg. «Zumal wir inzwischen europaweit sehr viele Magenbänder wegen Langzeitkomplikationen wieder herausnehmen müssen», gibt Shang zu bedenken.

So kann sich die Magenwand nach dem Eingriff entzünden und die umliegenden Organe gefährden. Oder es verrutscht. Ungeeignet ist die Methode für Patienten mit psychisch bedingten Essstörungen.

Kosten: Je nach Klinik variiert der Preis. Grober Richtwert laut Shang: 6000 Euro.

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