Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Wir hoffen, wir bleiben von ihnen verschont: Krebs, Alzheimer, Diabetes und Herzinfarkt. In einer vierteiligen Dokureihe nimmt sich die ARD dieser Thematik an und begleitet den Kampf von Ärzten und Patienten gegen Die großen Volkskrankheiten.
Wie ein Damoklesschwert schwebt der Krebs über 1,5 Millionen Frauen, Männern und Kindern. Ihm widmet sich die erste Folge der ARD-Reihe Die großen Volkskranheiten. Jede Minute erhält in Deutschland ein Mensch die Diagnose Krebs, das sind 1440 Menschen am Tag, 525.600 im Jahr. Innerhalb von fünf Jahren stirbt fast die Hälfte aller Patienten - eine unbequeme Wahrheit, die den Zuschauer in Angst und Schrecken versetzt.
Welch schwere Kost
Der Film geht nicht zimperlich mit seinen Zuschauern um. Er verharmlost nicht, erzählt keine Geschichten über Helden in Weiß - er offenbart. Die ARD-Doku begleitet Mediziner, Wissenschaftler und Patienten, die vor immer neuen Herausforderungen im Kampf gegen den Krebs stehen. Sie schönt auch nichts, übertreibt nicht, lässt den Zuschauer teilhaben an Schicksalen und berichtet über den aktuellen Forschungsstand.
Dabei stehen zentrale Fragen im Fokus: Was kann die Hightech-Medizin heute leisten und was nicht? Sind die neuesten Therapien die besten? Wo treten Mediziner noch auf der Stelle und wo gibt es Erfolge und Hoffnung?
Zwischen Hoffen und Bangen
Anschließend nimmt die Dokumentation mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Drei Krebspatienten werden vorgestellt: Susanne C. (48) leidet an Brustkrebs. Hella von T. (69) hat Metastasen in Milz, Leber und Nebenniere. Der kleine Marios war 14 Monate alt, als Ärzte bei ihm einen Gehirntumor diagnostizierten.
Im Film braucht es nicht viel, um Mitgefühl beim Zuschauer auszulösen. Die Macher lassen Ärzte, Betroffene und Angehörige zu Wort kommen - stets darum bemüht, wenig zu kommentieren. So lassen sie dem Zuschauer den Raum, in das Thema einzutauchen, mit den Patienten zu leiden und zu hoffen. Und: Es gibt sie, die kleinen Lichtblicke. Marios' Gehirntumor hat sich zurückgebildet, und auch für Hella von T. besteht noch Hoffnung, obwohl ihre Lebenserwartung nur noch sechs Monate betragen soll.
Anschaulich offenbart die Doku das komplexe Räderwerk der Krebsmedizin. Ärzte berichten von dutzenden Therapiemöglichkeiten, hunderten Medikamenten, neuesten Bestrahlungsgeräten und aktuellen Forschungsprojekten. Das macht Mut und lässt für die Schicksale hoffen, die der Film uns nahe gebracht hat.
Der Wunsch nach seriösen Informationen
Krebs, Alzheimer, Herzinfarkt und Diabetes sind die großen Volkskrankheiten unserer Zeit. Mehr als elf Millionen Deutsche sind von ihnen betroffen. Sie fühlen sich oft hilflos und suchen im Informationsdschungel nach Rettung. Oft sind die Betroffenen aber durch widersprüchliche Informationen am Ende verunsicherter als vorher. Die ARD nimmt den Wunsch der Patienten nach seriösen Informationen ernst und wird ihm in der Filmreihe Die großen Volkskrankheiten mehr als gerecht.
Bestes Zitat: «Wir machen nicht den großen Schritt, sondern wir werden immer kleine Fortschritte machen. Und wir hoffen, dass wir immer mehr Patienten helfen können, länger mit der Krebserkrankung zu leben. Dieses ‹Immer-mehr-Menschen-helfen-können›, das ist mein Traum.» (Professor Andreas Schneeweiss)
Titel: Die großen Volkskrankheiten. Krebs - Neue Therapien für ein längeres Leben
Regie: Meike Hemschemeier
Filmlänge: 45 Minuten
TV-Erstausstrahlung: Montag, 11. Juli 2011, 21 Uhr, ARD
Operieren, Strahlen,Chemo und bald die Pille gegen den Krebs. Weg mit dem Symptom aber was ist mit der Ursache? Hier geben Ärzte oft nur oberflächlichen Rat - haben ja auch keine Ahnung, verweisen immer nur auf fehlende klinische Untersuchungen. Aber: welcher Pharmakonzern hat an solcher Forschung interesse, wenn er doch die "Pille" teuer verkaufen kann? Und welcher Prof hat an einer klinischen Studie Interesse, die dazu führt, dass der Patient seine teure Behandlung nicht mehr braucht? Und der Mensch selber? ist es doch viel bequemer, eine Pille einzuschieben statt sein Verhalten zu ändern!!!
jetzt antwortenKommentar meldenIrgendwie komme ich nicht mehr so richtig mit - auf der einen Seite hör' ich mir ständig das Gejammer an, dass unser Gesundheitssystem nicht mehr bezahlbar ist und auf der anderen Seite, soll ja angeblich alles getan werden, um Leben zu verlängern, wie paßt das zusammen? Ich wünsche mir für mich, dass ich einmal selbst entscheiden kann und darf, wann ich diese Welt verlasse und ich wünsche mir Ärzte die mich dabei unterstützen.
jetzt antwortenKommentar melden