Nach Hochschulreform Immer mehr Studenten depressiv

Antidepressiva nach Hochschulreform (Foto)
Immer mehr Studenten greifen zu Antidepressiva. Im Vergleich zu 2006 ist der Konsum um 44 Prozent gestiegen. Bild: dpa

Von Daniel Wenisch
Die Umstellung auf die kürzeren Bachelor- und Masterstudiengänge hat sich nicht rentiert - zumindest aus gesundheitlicher Sicht: Die Zahl der Studierenden mit Nervenkrankheiten hat in den vergangenen Jahren um fast die Hälfte zugenommen.

Das geht aus dem Gesundheitsreport 2011 der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Demnach erhielt ein Student 2010 im Schnitt Nervenmedikamente für 13,5 Tage pro Jahr. Das sind fast fünf Tagesdosen mehr als noch 2006. Für die Studie wurden die Daten von 135.000 Studenten im Alter von 20 bis 34 Jahren ausgewertet, die bei der TK versichert sind.

Bei 70 Prozent dieser ausgegebenen Präparate handle es sich um Antidepressiva, die mehr als fünf Prozent der Studentinnen und rund drei Prozent der Studenten erhielten, sagte Gesundheitsforscher Thomas Grobe. Das entspreche einem Anstieg von 44 Prozent gegenüber 2006. Vor allem ab einem Alter von 25 Jahren steige die Einnahme von Antidepressiva enorm.

Jeder fünfte Student nimmt Psychopharmaka

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Insgesamt erhielt 2010 jeder Studierende rechnerisch 65 Tagesdosen an Medikamenten aller Art, was noch deutlich unter der Medikamentierung der gleichaltrigen Erwerbstätigen (72 Tagesdosen) liegt. Der große Anteil an Psychopharmaka bei Studierenden sei aber auffallend, analysierte Grobe. Bei Studenten machten diese mehr als ein Fünftel, bei den Erwerbstätigen dagegen nur 14 Prozent aller Medikamente aus. 2009 wurden laut dem TK-Bericht bei fast einem Drittel der weiblichen Studierenden psychische Probleme diagnostiziert. Bei den Männern waren es rund 13 Prozent.

Die Studie stelle zwar keinen kausalen Zusammenhang zwischen Studiensystem und Medikamentengebrauch her. Die Vermutung liege aber sehr nahe, dass die jüngsten Reformen der akademischen Ausbildung nicht spurlos an den jungen Menschen vorbei gegangen seien, sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Norbert Klusen. «Der Druck, das Studium zügig zu absolvieren, ist durch Studiengebühren und die Einführung der neuen Studienabschlüsse gestiegen.»

Klusen warnte zugleich vor einem «Etikettierungsproblem». Man müsse sich Gedanken machen, wo die Grenze zwischen krank und gesund gezogen werde. Oft würden psychische Erkrankungen vorschnell diagnostiziert.

Auch Diplompsychologe Heiko Schulz betonte, dass der Karrieredruck enorm zugenommen habe. Innerhalb von sechs Semestern müsse das Studium beendet werden. «Wünschenswert sind dazu noch Praktikum, Auslandserfahrung und ehrenamtliches Engagement.» Schulz forderte von der Politik, die Reformen zu überdenken. Auch müssten die Hochschulen die Studenten durch zusätzliche Angebote wie Tutoren-Programme unterstützen. Zudem sollten Studenten von den Krankenkassen angebotene Stressbewältigungstrainings wahrnehmen.

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sca/rzf/ham/news.de/dapd

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • Famtom
  • Kommentar 6
  • 02.07.2011 21:08
Antwort auf Kommentar 4

Machst Du doch gerne . Oder? Steppen !

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  • Franz Josef Neffe
  • Kommentar 5
  • 01.07.2011 23:12

Den Körper füttern wir mehrmals am Tag, Geist & Seele lassen wir ganz selbstverständlich verhungern. Jedes kleine Kind in der neuen Ich-kann-Schule könnte dieses Problem lösen: Es gibt den Kräften der Seele und des Geistes genug zu essen, was sie aufbaut: Achtung, Anerkennung, Bestätigung, Bestärkung, Bewunderung, Interesse an der guten Entwicklung und mehr desgleichen. Davon wachsen und erstarken die feinen, entscheidenden Lebenskräfte und werden in die Lage versetzt ihre Lebensaufgaben für uns zu erfüllen. Pillen können das nicht. Franz Josef Neffe

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  • Cb Sturamed
  • Kommentar 4
  • 01.07.2011 19:20
Antwort auf Kommentar 3

Ich päsentiere mich eben mit steppen 1 Geht doch auch !Ich wollt ich wär ein Huhn und hätte nichts zu tun . Ne jJungpflaume ist doch besser ,als ne Matschpflaume !Jungpfluamen kommen nicht in Pflaumenenmus rein ,die sind bitter und unbekömmlich .Die speichern was im Internet ,was intiemes . Machen die gerne !!

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