Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki - 22.06.2011, 08.51 Uhr

Aphten: Fiese Blasen im Mund

Es brennt und schmerzt beim Kauen, Sprechen und Schlucken. Beim Blick in den Spiegel offenbart sich das Unfassbare: Blasen an Zunge und Lippe. Doch Herpes ist es nicht. Die schmerzenden Stellen sind Aphten und meist harmlos, weiß news.de.

Aphten sind Bläschen im Mund, die schmerzen. Bild: istockphoto

Was sind Aphten?

Zur allgemeinen Beruhigung sei vorab erwähnt: Die lästigen Bläschen sind in der Regel harmlos und nicht ansteckend. Dennoch, wer sie hat, möchte sie schnell wieder loswerden. Aphten sind blasenartige Veränderungen der Schleimhaut und können überall im Mund auftauchen: an der Zunge, dem Gaumen, dem Zahnfleisch und im Wangenbereich. Der befallene Bereich schmerzt und brennt oft unangenehm - besonders beim Essen, Trinken, Sprechen und Zähneputzen.

Es gibt drei Formen: Am häufigsten tritt die Minor-Aphte auf - in etwa 80 bis 90 Prozent aller Fälle. Diese Blasen werden zwei bis zehn Millimeter groß, sind milchig-gelblich und meist von einem roten Rand umgeben. Auf ihrer Oberfläche befindet sich weißer Belag, die Bläschen selbst sind mit Flüssigkeit gefüllt, die beim Aufplatzen austritt und die Mundschleimhaut verwundet. Die betroffene Stelle entzündet sich und brennt. In einigen Fällen kann das sehr schmerzen.

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Durchmesser von bis zu drei Zentimetern erreichen die Major-Aphten, die eher selten auftreten. Auch sie sind von einem Belag überzogen, der jedoch dicker und gräulicher ist. Die Major-Aphten platzen nach wenigen Tagen auf. Sie hinterlassen tiefere und schmerzhaftere Wunden in der Mundschleimhaut als die Minor-Aphten. Aufgrund ihrer Größe heilen sie unter Narbenbildung aus.

Sehr oft mit Herpes verwechselt wird der dritte Typ: Die herpetiforme AphteBläschen, die wie Herpes aussehen, aber kein Herpes sind. ähnelt im Aussehen dem Herpesbläschen. Meist sind sehr viele dieser winzigen Gebilde im Mund anzutreffen. Es gibt aber auch Fälle, in denen die herpetiforme Aphte größere Ausmaße erreicht. Die Blasen besiedeln vorwiegend die Zungenränder, können sich aber auch an den Lippen im Mundraum befinden.

Was sind die Ursachen?

Warum Aphten auftauchen, ist nicht abschließend geklärt. Es werden mehrere Ursachen angenommen. So können die Blasen Anzeichen eines Nährstoffmangels sein. «Die kleinen weiß-gelblich aussehenden Flecken auf der Mundschleimhaut können auf eine zu geringe Eisenaufnahme, einen FolsäureDer Begriff Folsäure wird umgangssprachlich verwendet. Die korrekte Bezeichnung lautet Folat. - oder einen Vitamin-B12-Mangel hinweisen. Dieser Mangel tritt unter anderem bei einer Zöliakie auf, einer Unverträglichkeit des Getreide-Eiweißes Gluten», sagt Winfried Goertzen vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Ebenso stehen Lebensmittelunverträglichkeiten im Verdacht, die störenden Blasen zu verursachen.

Besonders bei einem schwachen Immunsystem ist eine Aphtenbildung zu beobachten. Als weitere Risikofaktoren gelten Stress und Schlafmangel. Beides schwächt die körpereigene Abwehr. Diskutiert werden ebenso hormonelle Veränderungen als Auslöser. Denn: Frauen leiden häufiger als Männer unter den schmerzenden Bläschen. «Das Spektrum der möglichen Gründe ist groß. Sicher ist aber, dass Aphthen familiär gehäuft auftreten», sagt der niedergelassene HNO-Arzt aus Höchstadt.

Das hilft

Aphten heilen nach ein bis zwei Wochen von selbst ab. In dieser Zeit können verschiedene Mittel die Symptome lindern. Für den Hausgebrauch rät der Experte: «Die meist schmerzhaften Stellen können mit freiverkäuflichen Lokalanästhetika aus der Apotheke, das heißt Salben, die betäubende Substanzen enthalten, behandelt werden.»

Alternative Heilmittel sind Tinkturen aus Nelke, Myrre oder Rhabarberwurzel. Es empfiehlt sich, eine Mundspüllösung zu nutzen, da über die geschädigte  Mundschleimhaut Bakterien eindringen und Entzündungen verursachen können, wenn die Bläschen platzen. Ein antibakterielles Mundwasser bietet den Keimen Einhalt.

Einen Arzt sollte aufsuchen, wer zum ersten Mal eine Aphte bekommt. Dabei werden mögliche Ursachen eingegrenzt oder ausgeschlossen. Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit wird dem Betroffenen geraten, entsprechende Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen. Wer sehr häufig oder überdurchschnittlich große Aphthen (Major-Aphthen) bekommt, sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, denn hinter diesem Symptom können ernsthafte Krankheiten stecken. «Hierzu zählen chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, HIV-Infektionen, die seltene Gefäßerkrankung Morbus Behçet oder eben eine Zölialkie», sagt Goertzen.

Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie kleinere gesundheitliche Probleme auch ohne Arzt bewältigen.

zij/ham/news.de/dpa

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