Kinder 12-Jährige nicht unter Aufsicht trinken lassen

Köln (dpa/tmn) - Teenager sollten nicht in Gegenwart oder gemeinsam mit ihren Eltern Alkohol trinken. Denn das trägt das nicht zum selbstverantwortlichen Umgang bei. Darauf weist der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin und beruft sich auf zwei Studien.

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12-Jährige nicht unter Aufsicht trinken lassen Bild: dpa

Köln (dpa/tmn) - Teenager sollten nicht in Gegenwart oder gemeinsam mit ihren Eltern Alkohol trinken. Denn das trägt das nicht zum selbstverantwortlichen Umgang bei. Darauf weist der Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin und beruft sich auf zwei Studien.

«Die Studien belegen, dass Eltern sich nicht als Kumpel verhalten und mit ihren Kindern Alkohol trinken sollten. Dass sie dadurch den Konsum überwachen könnten, ist ein Irrtum», warnt Matthias Brockstedt, Suchtbeauftragter des BVKJ. Die Studien sind kürzlich im «Journal of Studies on Alcohol and Drugs» vorgestellt worden.

Kinder brauchen laut den Wissenschaftlern in Bezug auf Alkohol klare Grenzen, insbesondere dann, wenn Alkohol im Haushalt verfügbar ist. Die Forscher hatten die Lebensweise von fast 2000 australischen und amerikanischen Jugendlichen von der siebten bis zur neunten Klasse verfolgt. Im Verlauf der Beobachtungszeit entwickelten mehr als die Hälfte derjenigen, die «kontrolliert» Alkohol zu sich nehmen durften - unabhängig davon, welche Politik in Bezug auf Alkohol und Minderjährige ihr Heimatland verfolgte - Probleme in Zusammenhang mit Alkohol, wie Raufereien, Blackouts oder Komasaufen.

Der Einfluss des Elternhauses auf den Konsum von Alkohol hat, so das Fazit beider Arbeiten - neben der wachsenden Bedeutung des Freundeskreises - immer noch starkes Gewicht. Ob Jugendliche zu Hause leicht an Alkohol herankommen, spielt laut der zweiten Veröffentlichung dabei noch eine größere Rolle als das Vorbild der Eltern. «Alkohol sollte demnach also am besten nicht leicht zugänglich für Jugendliche sein. Denn das scheint die Versuchung, mal zu probieren, zu erhöhen», sagt Brockstedt. Er rät allen Eltern, das präventive und kostenlose Angebot der Jugenduntersuchung J1 für diese Altersgruppe in Anspruch zu nehmen, bei dem der Kinder- und Jugendarzt des Vertrauens wichtige Impulse für ein Leben ohne Alkohol und Drogen geben kann.

news.de/dpa

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