Sa., 26.05.12

Krampfadern 23.06.2011 Der Kampf gegen die blauen Linien

Krampfadern richtig behandeln (Foto)
Wer unter Krampfadern leidet, kann sich selbst helfen - zum Beispiel mit Wechselduschen. Bild: dpa

Rund ein Drittel der Erwachsenen leidet unter Krampfadern. Manchmal steckt dahinter eine Thrombose, doch meist ist das Problem nur kosmetischer Natur. Wie Ärzte dagegen vorgehen, erklärt news.de.

Lästig und hässlich: Krampfadern am Bein entstehen, wenn die Gefäßwand oberflächlicher Venen geschädigt ist. Dann weiten sich die Gefäße und werden unter der Haut sichtbar. Rund die Hälfte der Bevölkerung hat es im Leben mit Krampfadern zu tun, sagt der Gefäßchirurg Ingo Flessenkämper aus Berlin. Wer oft geschwollene und schwere Beine hat, sollte einen Venenspezialisten (Phlebologen) aufsuchen.

«Abgeklärt werden muss bei Krampfadern unbedingt, ob nicht eine Thrombose der tiefen Beinvenen dahintersteckt, durch die das BlutEin Erwachsener hat etwa fünf bis sieben Liter Blut. In nur einer Minute durchquert es den gesamten Körper einmal. nicht mehr Richtung Herz fließen kann, und sich seinen Weg durch die oberflächlichen Venen bahnt», erläutert Flessenkämpfer. Löst sich ein solches BlutgerinnselThrombus kann es zu lebensgefährlichen Lungenembolien kommen.

Genetisches Erbe

In der Regel sind es aber nicht die ThrombosenVerschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel , die Krampfadern verursachen. Die Veranlagung ist angeboren. «Begünstigt werden sie durch zunehmendes Alter, bei Frauen auch durch Schwangerschaften», sagt Professor Eberhard Rabe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und DermatologeHautarzt an der Uniklinik Bonn. Wer Übergewicht hat, sich wenig bewegt, viel sitzt und hohen BlutdruckHypertonie hat, neigt häufiger zu diesem Krankheitsbild.

Das Blut aus den Beinen fließt zu etwa 80 bis 90 Prozent über tiefe Beinvenen in Richtung Herzen ab. Die oberflächlichen Venen leiten das Blut aus den Venengeflechten der Haut über sogenannte PerforansvenenDiese Venen verbinden das oberflächliche mit dem tiefen Venensystem. Jedes Bein verfügt über etwa 150 dieser Venen. in die tiefen Venen weiter. Zwei Stammvenen und ihre Seitenäste sind hauptsächlich von Krampfadern betroffen. «Zu 85 Prozent ist es die Vena saphena magna, die vom Innenknöchel kommend wie eine Jeansnaht Richtung Leiste führt», sagt Flessenkämper. Die Vena saphena parva sei auch häufiger befallen, sie verläuft vom Außenknöchel über die Mitte des Unterschenkels in die Kniekehle.

Die Standarduntersuchung ist eine Duplexsonografie, also eine Ultraschalluntersuchung. In seltenen Fällen wird noch eine Phlebografie durchgeführt - eine Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel. Teilweise, unter anderem in Apotheken, kommt laut Flessenkämper auch Infrarotlicht zum Einsatz bei der Lichtreflektionsrheografie. Allerdings sei diese nicht so genau wie eine Sonografie.

Drei Behandlungsmethoden

Weil oberflächliche Beinvenen für den Körperkreislauf eine untergeordnete Rolle haben, können Stammvenen entfernt oder verklebt werden. «Zum einen gibt es klassische operative Verfahren, bei denen die Stammvenen gezogen werden», sagt der Gefäßchirurg Horst Peter Steffen, Chefarzt einer Venenfachklinik in Hilden. In der Fachsprache wird das Venen-Stripping genannt. Unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung wird so etwa die Vena saphena magna in der Leiste und am Unterschenkel gekappt und mit Hilfe einer Sonde herausgezogen.

Zur nächsten Gruppe gehören neuere, sogenannte endoluminale oder endovenöse Verfahren.  Dabei werden die Venen mit thermischer Energie aus verschiedenen Quellen von innen erhitzt und die Gefäßwände «verkocht». Um Hitze zu erzeugen, werden Laser, Radiowellen oder heißer Dampf eingesetzt. Als dritte Methode gibt es die Verödung der Venen von innen, dabei wird oft eine Art Schaum eingespritzt, der die Venen verklebt. Die kleineren Seitenäste der Stammvenen werden bei einer sogenannten Miniphlebektomie behandelt. Dabei werden die Venen über kleine Schnitte in der Haut herausgezogen, erläutert Steffen.

Neben Risiken und Komplikationen der einzelnen Verfahren sollten sich Patienten auch über die Kosten informieren, empfehlen die Experten. «Gibt es eine klare medizinische Indikation für eine Krampfaderbehandlung, etwa durch Beschwerden, dann übernehmen die Kassen auch die Kosten für die operativen Verfahren», betont Flessenkämper. Die modernen endoluminalen Methoden hingegen würden von den gesetzlichen Kassen meistens nicht erstattet, gleichwohl aber von den privaten Kassen. Ein Kostenvoranschlag sei sinnvoll, um ihn der Krankenkasse vor der Behandlung vorzulegen. Rabe zufolge entscheide auch die Übernahme der Kosten durch die Kassen darüber, welche Methode der Patient wähle.

ham/rzf/sgo/news.de/dpa
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Elster
  • Kommentar 1
  • 23.06.2011 09:14
 

Ein Glück ,so was habe ich nicht . Krampfadern kenne ich nicht an meinen kurzen Dackelbeinen .

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