Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Allein in Deutschland werden mehr als 30 Millionen Menschen regelmäßig von schmerzhaften Muskelkrämpfen heimgesucht. Vor allem zwickt es in den Waden. Denn mit zunehmendem Alter wächst die Anfälligkeit. News.de weiß Rat.
Wadenkrämpfe treten bei den meisten Betroffenen nach dem Sport auf. Besonders lästig sind sie nachts. Sie können so stark sein, dass der gesamte Schlafrhythmus gestört wird.
Was passiert im Körper?
Bei Wadenkrämpfen zieht sich die Muskelgruppe im unteren Bereich des Beines unwillkürlich zusammen - ohne sich wieder zu entspannen. Das ist vor allem schmerzhaft und fühlt sich an wie ein Messerstich. Diese Krämpfe betreffen meist ausschließlich die Wadenmuskeln, können sich aber auch auf jene Muskeln ausbreiten, die für die Beugung der Zehen verantwortlich sind. Bei einem Krampf dauert diese Muskelkontraktion Sekunden bis Minuten an und löst sich danach normalerweise von selbst. Kommt aber immer wieder, wenn das Problem nicht gelöst wird.
Was sind die Ursachen?
Gerade in den Sommermonaten werden die Krämpfe durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst. Durch starkes Schwitzen und zu wenig Trinken in der heißen Zeit verliert der Körper Elektrolyte wie Magnesium und Kalzium. Vor allem der Magnesiummangel ist entscheidend. Insbesondere trifft es Sportler, da der Körper beim Schwitzen den wichtigen Mineralstoff über die Haut ausscheidet. Und der Mangel macht sich als erstes in den Waden bemerkbar.
Mit zunehmendem Alter wächst die Häufigkeit, von dem stechenden Schmerz heimgesucht zu werden. Hierfür können Durchblutungsstörungen verantwortlich sein. Leiden die Betroffenen regelmäßig an den Schmerzattacken, ist ein Besuch beim Arzt unvermeidbar. Aber auch Schwangere und Kinder in der Wachstumsphase sind betroffen. Wer von den Erwachsenen aber Laster wie Rauchen und Alkohol trinken pflegt, zählt ebenso zur Risikogruppe, denn die beides entzieht dem Körper zusätzlich Magnesium.
Das hilft
In der Akutphase des Schmerzes gibt es nur eine Lösung. Die Muskulatur sofort dehnen. Und das geht so: Bei Wadenkrämpfen auf den Boden setzen, Kniegelenk auf 90 Grad anwinkeln und Fußspitze zum Körper ziehen. Etwa 20 Sekunden halten, locker lassen, mehrmals wiederholen. Dazu bis zu zwei Stunden lang Wade und Kniekehle mit einem Eisbeutel kühlen.
Gerade bei Kindern sind Muskelkrämpfe nach dem Sport oder in der darauffolgenden Nacht nicht selten. Die lassen sich unter Umständen durch mehr Trinken beheben, erläutert Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln. «Eltern sollten ihre Kinder ermahnen, etwas kürzer zu treten, vor dem Sport Flüssigkeit zu sich zu nehmen und auch während des Sports in regelmäßigen Intervallen von etwa einer Viertel- bis einer halben Stunde zu trinken», rät der Experte.
Nachts können warme Umschläge, passives Dehnen und Massagen in Richtung des Muskelverlaufs die Beschwerden lindern. Schlafen Kinder auf dem Rücken, sorgen Kissen unter den Beinen für eine entspannte Position, die Krämpfen vorbeugt. Mit Decken können Eltern verhindern, dass die Füße im Bett nach außen fallen und so eventuell einen Krampf auslösen. Liegen Kinder auf dem Bauch, kann es helfen, die Füße über den Bettrand hinausragen zu lassen, um die Fuß- und Beinmuskulatur locker zu halten.
Ansonsten kann der vom Schmerz Geplagte nur durch einen ausgewogenen Magnesiumhaushalt Linderung erfahren. Dafür sollte der Betroffene täglich zwischen 200 Milligramm und 400 Milligramm einnehmen - am einfachsten in Form von Magnesiumpräparaten, die es in Supermärkten zu kaufen gibt.
rzf/news.de