Weltnichtrauchertag Die Sucht löst sich nicht in Rauch auf

Ob Preiserhöhung, Rauchverbote oder der Appell an die Gesundheit: Der Kampf gegen den Qualm zeigt kaum Wirkung. Zu schwer scheint es, dem Laster abzuschwören. Doch es gibt einen Lichtblick - passend zum heutigen Weltnichtrauchertag.

Weltnichtrauchertag (Foto)
Pro Tag werden in Deutschland 229 Millionen Zigaretten geraucht, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Bild: dapd

«Rauchen kann tödlich sein» oder «Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu»: Tagtäglich werden Paffer mit den Hinweisen auf den Zigarettenschachteln konfrontiert, wenn sie zum Glimmstengel greifen.

Doch der Kampf gegen den Qualm zeigt kaum Wirkung. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden errechnet hat, gingen 2010 pro Tag im Durchschnitt 229 Millionen versteuerter Zigaretten in Rauch auf. Hinzu kamen 70 Tonnen Feinschnitt, auf den Selbstdreher zurückgreifen. Zu der qualmenden Runde gesellen sich noch elf Millionen Zigarren und Zigarillos sowie zwei Tonnen Pfeifentabak - und das jeden Tag. Zwar ging der Verbrauch versteuerter Zigaretten gegenüber 2009 um 3,5 Prozent zurück, doch dafür stieg der Absatz von Feinschnitt um 4,4 Prozent - der von Zigarren sogar um 5 Prozent.

Glimmstengel ade: Die zehn besten Gründe Nichtraucher zu werden

Um die Relation hervorzuheben, hat das Statistische Bundesamt die Entwicklung der letzten neun Jahre unter die Lupe genommen. Während 2010 insgesamt 229 Millionen Zigaretten pro Tag angezündet wurden, waren es 2001 noch 391 Millionen Zigaretten.

Das klingt zunächst positiv. Aber: Im gleichen Zeitraum hat der tägliche Verbrauch von Zigarren und Zigarillos zugenommen - von 7 auf 11 Millionen Stück. Der tägliche Konsum von Tabak-Feinschnitt sei von 38 auf 70 Tonnen gestiegen.

Erfreulicher hingegen ist die Entwicklung bei Jugendlichen, die ihre Finger vom Glimmstengel lassen. In der Altersgruppe zwischen 12 bis 17 Jahren hat sich die Raucherquote seit 2001 mehr als halbiert. Nur noch 13 Prozent der Teenager greifen heute zur Zigarette. So wenig wie nie zuvor, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) mitteilt.

In der erwachsenen Bevölkerung hingegen ist die Quote mit insgesamt 30 Prozent nahezu unverändert hoch. Aktuell raucht in Deutschland jeder dritte Mann und jede vierte Frau ab 18 Jahren. Und im Schnitt 16 Zigaretten pro Tag, wie das Statistische Bundesamt hochgerechnet hat  Die Paffer schlechthin sind Männer zwischen 20 und 29 Jahren. In dieser Altersgruppe qualmen aktuellen Angaben zufolge 42 Prozent. Bei den gleichaltrigen Frauen liegt die Quote zwar niedriger, mit 32,5 Prozent aber dennoch auf hohem Niveau.

Da ist auch der enorme Preisanstieg bei Tabakrauchen kein entscheidender Grund, mit dem Rauchen aufzuhören. Durch die Erhöhung der Tabaksteuer mussten Raucher im Jahr 2010 für Zigaretten 69,1 Prozent mehr zahlen als noch 2001, für Zigarren und Zigarillos 37,7 Prozent und für Tabak-Feinschnitt 77,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

300 Tote täglich

«Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache in Deutschland: Jeden Tag sterben mehr als 300 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums», mahnt BzgA-Direktorin Professor Elisabeth Pott anlässlich des Weltnichtrauchertages. So starben 2009 in Deutschland 42.221 Menschen an Lungen- und Bronchialkrebs (29.133 Männer und 13.088 Frauen). Damit war diese Form mit einem Anteil von 19,5 Prozent die häufigste Krebserkrankung mit Todesfolge. An Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs starben 1417 Menschen.

Insgesamt waren 5,1 Prozent aller Sterbefälle im Jahr 2009 auf eine für Raucher symptomatische Krebserkrankung zurückzuführen. Bei einer Vielzahl anderer Todesfälle - insbesondere den Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) - muss jedoch davon ausgegangen werden, dass Rauchen auch hier mit zum Tod beigetragen hat.

Dem Glimmstengel abzuschwören, hört sich jedoch leichter an, als es in Wahrheit ist. Das zeigt der Report des Deutschen Krebsforschungszentrums: 70 Prozent aller Mütter fangen bereits im ersten Jahr nach der Geburt ihres Kindes wieder mit dem Rauchen an. Lediglich ein Viertel der Damen gibt der Studie zufolge das Laster auf.

Trotz des Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten bleibt ein Ort seitens der Politik unangetastet: die eigene Wohnung. Wie der Krebsreport weiterhin erklärt, werden mehr als 1,7 Millionen Kinder täglich zugequalmt.

Mit fatalen Folgen: In der Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf wurde belegt, dass Passivrauchen auch das Risiko für den Typ 2 Diabetes mellitus erhöht. Nichtraucher, die zum ersten Untersuchungszeitpunkt zu Hause oder am Arbeitsplatz Passivrauch ausgesetzt waren, hatten der Studie zufolge ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an Altersdiabetes zu erkranken als Studienteilnehmer, die weder aktiv noch passiv rauchen.

Warum Sie noch heute mit dem Rauchen aufhören sollten, lesen Sie in unserer Bilderstrecke.

zij/som/news.de/

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 1
  • 31.05.2011 15:48

Dieses Laster habe ich von heute auf morgen aufgegeben . Drückte die Zigarette aus und nie wieder eine angefaßt. Ich habe sehr gerne mal eine geraucht ,Tasse Kaffe und Zigarette dazu ,wenn Feierabend war . Sehr lange her ,aber es war wirklich nicht einfach auf zu hören zu rauchen .Heute bin ich froh ,daß ich dieses Laster nicht mehr habe .

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