Sa., 26.05.12

EHEC-Infektion 30.05.2011 «Wir werden weitere Menschen verlieren»

Experten rechnen mit noch mehr EHEC-Toten (Foto)
Zehn Patienten starben bereits an der EHEC-Infektion. Doch Mediziner glauben, es werden noch mehr. Bild: dpa

Die EHEC-Infektion hat ein elftes Opfer gefordert - diesmal in Niedersachsen. Während bei vielen Patienten die Erkrankung weiter schwer verläuft, scheint es einen ersten Erfolg bei der Behandlung mit einem Antikörper zu geben.

Elftes Opfer der schweren DurchfallDer Leiter der BMW -Mechanikentwicklung, Thomas Brüner, äußerte den Verdacht, dass Motoren durch E10 stärker als bisher bekannt in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. "Das Wasser kondensiert aus den Verbrennungsgasen und gelangt ins Öl, das dadurch verdünnt wird und schneller altert", sagte Brüner. Daher könne es sein, dass Ölwechselintervalle verkürzt werden müssten. auslösenden Infektion ist eine 91-jährige Frau aus Bad Lippspringe. Sie starb am Sonntag im Kreis Paderborn, habe aber mehrere schwerere Vorerkrankungen gehabt.

Obwohl die Behörden bundesweit 1200 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert haben, hält die Bundesärztekammer die Situation für beherrschbar. «Hier geht es zwar um einen potenziell lebensgefährlichen Erreger, doch ich warne vor Panikmache», sagte Frank-Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Kammer, der Passauer Neuen Presse. «Jeder kann sich schützen, indem er sich streng an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts hält, häufig die Hände wäscht und vorübergehend auf bestimmtes Gemüse verzichtet.»

Im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf werden derzeit 4 Kinder und 14 Erwachsene auf der Intensivstation behandelt. «Wir werden weitere Menschen verlieren», sagte Professor Jörg Debatin, Chef des Klinikums. 30 weitere Erkrankte leiden am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) und haben keine Nierenfunktion mehr. Andere Hamburger Kliniken verlegen Erkrankte auf Grund von Überlastung inzwischen nach Niedersachsen.

Insgesamt habe die Zahl der Neuerkrankungen und Verdachtsfälle in Hamburg am Wochenende - im Vergleich zu den Vortagen - abgenommen. «Ich hoffe sehr, dass dies ein Indiz dafür ist, dass der Höhepunkt der Erkrankungswelle überschritten ist», hieß es in einer Mitteilung der Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).

EHEC-Infektion
Schwere Last fürs Gesundheitswesen
Video: dapd

In München werden derweil drei weitere Patienten mit HUS behandelt. Alle drei hätten sich in den vergangenen Wochen in Norddeutschland aufgehalten.

Hoffnung auf Therapie

Mediziner setzen bei schweren HUS-Fällen auf den neuen Wirkstoff EculizumabDas Medikament ist seit 2007 zugelassen. Der Antikörper greift in die zerstörerische Immunreaktion ein, die nach der Infektion mit EHEC auftritt. Eculizumab bindet sich an ein Protein, dass Zerstörung von Blutzellen führt. . Dieser Antikörper hatte im vergangenen Jahr bei drei EHEC-infizierten Kindern die HUS-Symptome drastisch gebessert, wie Ärzte und Wissenschaftler aus Heidelberg, Montreal und Paris im Fachblatt New England Journal of Medicine berichten.

Erfolgreich scheint die Behandlung von EHEC-Patienten durch die Medizinische Hochschule Hannover zu sein, die den Antikörper bereits einsetzt. Dies könne bei aller gebotenen Vorsicht gesagt werden, erklärte die Hochschule am Montag.

Verbraucherministerin Ilse Aigner hält derweil die Warnung vor dem Verzehr von Tomaten, Gurken und Salat aufrecht: «Solange es den Experten in Deutschland und Spanien nicht gelungen ist, die Quelle des Erregers zweifelsfrei zu benennen, haben die allgemeinen Warnhinweise für Gemüse weiterhin Bestand.» Gemüse vor dem rohren Verzehr zu waschen, genüge nicht, um einer Infektion vorzubeugen, betonte Reinhard Burger, Präsident des Robert-Koch-Instituts.

Unklar ist noch immer, wo die Bakterienstämme auf die Lebensmittel gelangt sind. Daher seien die Sicherheitsaussagen durch Tests auf der Erzeugerseite noch von begrenzter Aussagekraft, so das Verbraucherschutzministerium.

EHEC
Tafel streicht Gemüse vom Speiseplan
Video: cvd/news.de/dapd

Ob die bislang getroffenen Vorsichtsmaßnahmen wirksam sind, wird sich erst im Laufe dieser Woche zeigen, da die Inkubationszeit der EHEC-Bakterien bis zu zehn Tage dauert.

Tipps zur richtigen Hygiene - insbesondere in der Küche - lesen Sie bei news.de.

ham/cvd/news.de/dapd/dpa
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Tomahawk
  • Kommentar 1
  • 30.05.2011 15:27
 

Gegen diese Gurken liefer Firma in Spanien wurde ermittelt. Die lieferte die Gurken vollkommen in Ordnung und keimfrei ab. In Köln allerdings kamen über 600 Kilo Gurken mehr angeliefert wie in Spanien abgingen. Gegen die Kölner Firma sollte ermittelt werden. Die Kölner Firma ist spurlos verschwunden. Die Lager und Büros sind verlassen. Kommen diese über 6oo kg Mistgurken eigentlich aus der Türkei? Gehörte diese Firma in Köln einem deutschen Politiker? In Köln würde mich das nicht wundern … Warum erfährt man aus der Presse nichts?

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Kommentar  
Ihr Name
Ihre Emailadresse
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'

EHEC-Infektion: «Wir werden weitere Menschen verlieren» » Gesundheit » Nachrichten

URL : http://www.news.de/gesundheit/855182959/wir-werden-weitere-menschen-verlieren/1/

Schlagworte:

Aigner , Antikörper , Ärzte , Aussagekraft , Bakterienstämme , Behandlung , Behörden , Bestand , Bundesärztekammer , Burger King , Chef , Cornelia Prüfer-Storcks , Deutschland , Eculizumab , EHEC-Bakterien , EHEC-infizierten , EHEC-Patienten , Empfehlungen , England , Eppendorf , Erfolgreich , Erkrankte , Erkrankungswelle , Erreger , Erregers , Erwachsene , Experten , Fachblatt , FIA Tests , Gebessert , Gemüse , Gesundheitssenatorin , Getroffenen , Grund , Gurken , Hamburger , Hände , Hannover , Heidelberg , Helios Kliniken , Hochschule , Hus , HUS-Symptome , Hygiene , Ilse Aigner , Intensivstation , Jahr , Jörg Asmussen , Jörg Bodanowitz , Jörg Chittka , Jörg Dräger , Jörg Feldmann , Jörg Fiedler , Jörg Kleine-Tebbe , Jörg Matheis , Jörg Müller-Lietzkow , Jörg Pötke , Jörg Schieb , Jörg Schönenborn , Jörg Wienke , Journal , Kammer , Kinder , Kindern , Kliniken , Klinikums , Küche , Laufe , Lebensmittel , Maxime Verlieren , Medicine , Medizinische , Menschen , Montag , Montreal , New , Niedersachsen , Nierenfunktion , Panikmache , Paris , Passauer , Presse , Prof , Professor , Quelle , Reinhard Appel , Reinhard Backer , Reinhard Brock , Reinhard Burger , Reinhard Clemens , Reinhard Moll , Robert-Koch-Instituts , Salat , Selina Jörg , Situation , Spanien , Syndrom , Tage Bestand , Tests , Thomas Jörg , Tipps , Tomaten , Überlastung , Universitätsklinikum , Verbraucherministerin , Verbraucherschutzministerium , Verzehr , Vizepräsident , Vorsicht , Vorsichtsmaßnahmen , Warnhinweise , Warnung , Wirkstoff , Wissenschaftler , Woche ,
Wir empfehlen
Anzeige
Facebook
Twitterbox
Follow Us!
Anzeige