Gefährliche Infektion Vorsicht in der Küche!

EHEC-Erkrankungen breiten sich rasant aus und setzen den Betroffenen schlimm zu - von ungewöhnlich starkem Durchfall bis hin zu Nierenversagen. Was hilft, um sich zu schützen? Vor allem in der Küche muss es sauber zugehen. Hier die wichtigsten Tipps.

Hygiene (Foto)
Nur Händewaschen genügt nicht: Fleisch und Gemüse werden am besten auf unterschiedlichen Unterlagen und mit unterschiedlichen Messern zubereitet. Bild: dpa

Menschen infizieren sich mit EHECEscherichia (E.) coli-Bakterien, die Toxine (Gifte) bilden. meist auf oralem Weg, etwa durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel. Hauptsächlich Rohmilch, Rohmilchprodukte, rohes Fleisch und streichfähige Würste können die Quelle der Ansteckung sein. Aber auch auf Gemüse und Obst sowie in kontaminiertem Wasser wie Badeseen lauert die Gefahr. Ebenso reicht enger Kontakt zu infizierten Menschen und Tieren.

Der Grund: Nutztiere wie Rinder, Schafe und Ziegen sind die Überträger von EHEC. Dabei gelangen die Erreger aus der Darmflora der Tiere in tierische Lebensmittel wie Milch, Käse, Wurst und Fleisch. Die Verunreinigung der Lebensmittel kann an fast allen Stellen der Produktionskette erfolgen.

Damit sich ein Mensch ansteckt, reichen gerade einmal hundert Keime aus. Um sich vor dem aggressiven Winzlingen zu schützen, ist eine konsequente Hygiene das A und O. Folgende Tipps helfen, das Risiko einer Infektion zu minimieren:

So schützen Sie sich vor eine lebensmittelbedingten Infektion

1. Rohmilch, die Sie direkt beim Bauern kaufen können, sollten Sie vor dem Verzehr abkochen. Pasteurisierte, ultrahocherhitzte Milch aus dem Supermarkt ist als sicher anzusehen.

2. Waschen Sie sich vor und nach dem Zubereiten von Speisen gründlich die Hände mit Seife. Trocknen Sie sie danach gut ab.

3. Lagern Sie rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln, am besten in geschlossenen Behältern.

4. Entsorgen Sie Tauwasser von Fleisch sorgfältig. Schütten Sie es sofort in den Ausguss.

5. Fleisch unbedingt komplett durchgaren. Das heißt: Die Kerntemperatur des Fleisches muss mindestens zwei Minuten lang 70 Grad Celsius betragen.

6. Achten Sie bei der Zubereitung in der Mikrowelle auf gleichmäßiges Garen. Rühren Sie die Speisen zwischendurch um.

7. Beim Verarbeiten roher, tierischer Lebensmittel wie Fleisch, Rohmilch und Eiern gilt: Kein Kontakt mit anderen Lebensmitteln, die roh verzehrt werden wie etwa Salat, da sich mögliche Erreger sonst übertragen.

8. Verwenden Sie zum Zubereiten anderer Speisen nicht die selben Küchengeräte und -utensilien.

9. Rohes Gemüse und Obst entweder schälen oder gründlich waschen.

10. Wischen Sie Lebensmittelrückstände nach Möglichkeit mit einem Einmalküchentuch weg.

11. Waschen Sie unmittelbar nach dem Verarbeiten roher Lebensmittel alle Küchenutensilien wie Messer, Schneidebrettchen oder Schneebesen gründlich ab.

12. Bürsten aus Kunststoff können Sie in der Spülmaschine reinigen.

13. Wechseln Sie Lappen und Handtücher nach dem Kochen aus. Waschen Sie diese bei mindestens 70 Grad Celsius.

14. Leeren Sie regelmäßig die Abfalleimer. Werfen Sie vor allem Fleischverpackungen sofort weg.

So schützen Sie sich vor einer Schmierinfektion

1. Vermeiden Sie Kontakt zu EHEC-Ausscheidern wie Rindern, Schafen und Ziegen.

2. Lassen Sie kleine Kinder nie unbeaufsichtigt bei Tieren.

3. Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände, besonders zwischen den Fingern und mit Seife - vor allem nach dem Kontakt zu anderen Menschen und Tieren, mit Erde sowie vor dem Verzehr von Speisen und Getränken.

4. Eine sorgfältige Hygiene nach dem Toilettenbesuch ist ebenso angeraten. In Infektionszeiten ist der Gebrauch eines Händedesinfektionsmittels sinnvoll.

5. Reinigen und desinfizieren Sie Gegenstände und Flächen im Haushalt, mit denen Erkrankte in Kontakt gekommen sind. Ziehen Sie dabei Haushaltshandschuhe an.

sca/som/news.de

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Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • Petra
  • Kommentar 6
  • 09.09.2014 00:42

Ja, da diskutiere ich gerne mit.Kochsendungen sind ja total "in", warum auch nicht. Was mir aber immer auffällt ist, dass diese tollen Köche sich niemals die Hände waschen, schon gar nicht mit Seife. Die von Fleisch "beschmutzten" Hände werden mal kurz in der Schürze abgewischt und dann geht's flott weiter: Zu Salat, Nachspeisen usw. immer das selbe Brett. Die Utensilien werden mit diesen Händen angefasst (sie müssen doch kleben vor Dreck) dann die Teller auf denen serviert wird und so weiter. Nicht anders geht es natürlich in Gaststätten zu. Auch ich war schon davon betrffen trotz aller Sorg

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  • Steffen
  • Kommentar 5
  • 18.06.2011 13:41

Angst wird mir jetzt vor den "Naturbadeteichen" Kleinen grüne Kloaken, wenn da mal nicht eine große Infektionsgefahr ausgeht!

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  • pascha
  • Kommentar 4
  • 27.05.2011 12:38

Es scheint sehr gefährlich . Warum hat keiner von EHEC vorher geredet wenn schon bekannt ist?

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