Für Kinder und Jugendliche sollten Diäten tabu sein. Experten warnen: Wer in jungen Jahren hungert, wird in der Regel sein Leben lang ein Gewichtsproblem haben. Essstörungen können die Folge sein.
Diäten sind nichts für Kinder und Jugendliche: «Wer in der Wachstumsphase die Nährstoffzufuhr einschränkt, wird später immer Probleme haben, sein Gewicht zu kontrollieren», sagte Reinhard Mann von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln.
Die Gefahr einer Essstörung sei umso größer, je jünger mit der ersten Diät begonnen wird, erklärte der Experte. Kindern und Jugendlichen wird aber empfohlen, darauf zu achten, nicht noch weiter zuzunehmen. Da sich die Sprösslinge noch im Wachstum befinden, können sie so auf lange Sicht abnehmen. Eine Ausnahme machen die Experten dann doch: Abspeckkuren, die aus ärztlicher Sicht wegen enormer Fettleibigkeit nötig sind und entsprechend betreut werden, seien erlaubt.
Generell seien Diäten auch für Erwachsene abzulehnen, bei denen pauschal auf bestimmte Nährstoffe verzichtet wird oder der Fokus auf nur einem Lebensmittel liegt. Bei extrem einseitigen Diäten könne der Versuch, nicht mit der Nahrung aufgenommene Stoffe aus körpereigenen Reserven zu bilden, sogar tödlich enden, warnte Mann.
Gefahr Nährstoffmangel
Kritisch sieht er auch sogenannte Reduktionsdiäten. Dabei wird die Energiezufuhr eingeschränkt. «Das kann an sich gut funktionieren», sagte Mann. Es berge aber gesundheitliche Gefahren. Je stärker reduziert wird, desto schwieriger lasse sich eine ausgewogene Ernährung einhalten. Die absolute Untergrenze der täglichen Energiezufuhr liege ohne fachliche Betreuung bei 1500 Kilokalorien.
Die Folge von Nährstoffmangel ist laut Mann Heißhunger - und damit das Gegenteil dessen, was man eigentlich erreichen will. Die Unterversorgung könne kurzfristig einen Kreislaufkollaps, rissige Haut oder spröde Fingernägel verursachen. Auf lange Sicht drohten etwa Essstörungen oder - in besonders extremen Fällen - SkorbutVitamninmangelkrankheit, die durch das Fehlen von Vitamin C ausgelöst wird. in Folge von Vitaminmangel.
Ab wann Gewicht reduzieren?
Aus medizinischer Sicht sei eine Gewichtsreduktion erst ab einem Body-Mass-Index (BMI) über 25Ab einem Wert über 25 gilt man als übergewichtig. ratsam, erläuterte Mann. Der BMI beschreibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße und zeigt an, ob jemand Normal- oder Übergewicht hat.
Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zufolge seien 10 bis 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen übergewichtig - Tendenz steigend. Dass Kinder zu viel Speck ansetzen, liegt in den meisten Fällen an einer falschen, unausgewogenen Ernährung und zu wenig Bewegung. Allerdings fanden Wissenschaftler unlängst heraus, dass es auch eine erbliche Disposition für das Körpergewicht gibt. Etwa 70 ProzentAnzahl der fettzellen und Grundumsatz gehören dazu seien genetisch bedingt. Die restlichen 30 Prozent ließen sich jedoch beeinflussen.
Eine Diät sei nicht der richtige Weg, um das Ziel zu erreichen. «Die meisten wollen abnehmen, weil sie mit ihrem Körper nicht zufrieden sind.» Aber die Körperformung sei nicht mit Gewichtsabnahme zu regulieren, sondern mit Bewegungstraining.
Stark Übergewichtigen empfiehlt der Experte eine Kombination aus beidem. Viele vergessen Mann zufolge aber, dass die positiven Auswirkungen von Essen - wie das befriedigende Gefühl - anders erreicht werden müssen, um das psychische Gleichgewicht zu erhalten. Hilfreich sei eine Liste mit Dingen, die einem Freude bereiten. «Die meisten meinen, dass sie das gar nicht nötig haben.»
Falsch sei es außerdem, bei der Diät aufs Tempo zu drücken. Im Frühling erst für die Bikinifigur im Sommerurlaub zu hungern, bringe nichts. Eine sinnvolle Ernährungsumstellung dauere etwa ein halbes Jahr. «Die Konsequenzen sieht man aber schon viel früher.» Nach vier bis acht Wochen machten sich die Folgen vorm Spiegel bemerkbar - und sind dann auch schon für andere sichtbar.
rzf/wie/ham/ivb/news.de/dpa
Deutsche Sprache- schwere Sprache!
jetzt antwortenKommentar meldenWer Glaubt der selig wird dann im Leben noch hungern zu müssen! Wer das obige Unterstellungsgeschwätz sondergleichen eben so Glaubt dem sei dann auch nicht mehr zu helfen!! Man isst das Brot wie man singt!!
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