Wenn jemand eine Reise tut, dann fängt er sich möglicherweise einen gefährlichen Virus ein. Was viele nicht ahnen: Auch in europäischen Ländern können sich Urlauber anstecken. Für welche Region eine Schutzimpfung nötig ist, erfahren Sie in der news.de-Telefonaktion.
Fast zwei Drittel der Reisenden, die Gebiete mit einer erhöhten Verbreitung des Hepatitis-B-Virus besuchen, wissen nicht, dass ihr Urlaubsziel ein entsprechendes Risikogebiet ist. So das Ergebnis einer aktuellen Onlinestudie unter jungen europäischen Touristen. Und wer das Risiko nicht kennt, kann sich nicht schützen. Dabei gehören Hepatitis-A- und -B zu den häufigsten Infektionskrankheiten unter Reisenden, die durch eine Impfung verhindert werden könnten. Hepatitis-A- und B-Viren lauern nicht nur in weiter Ferne, sondern sind bereits im Mittelmeerraum und Osteuropa verbreitet. Reiseimpfungen können vor den gefährlichen Mitbringseln schützen.
Auch bei Europareisen empfohlen
Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die durch Viren der Typen A bis E verursacht werden kann. Die Ansteckung mit Hepatitis A kann beispielsweise durch den Verzehr verunreinigter Lebensmittel oder über das Trinkwasser erfolgen. Hepatitis B dagegen wird über kleinste Mengen Blut übertragen. Dies kann beispielsweise bei medizinischen Behandlungen, Rasuren, Tätowierungen oder dem Piercen passieren. Auch sexuell kann Hepatitis B übertragen werden.
Hepatitis B ist besonders schwerwiegend: Denn bei manchen heilt sie nicht aus. Nach Jahren kann sie dann zu einer Schrumpfung der Leber, der sogenannten Zirrhose, oder zu Leberkrebs führen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Schutzimpfung gegen Hepatitis A nicht nur vor Fernreisen, sondern auch vor dem Urlaub im Mittelmeerraum oder Osteuropa. Bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur Bevölkerung empfiehlt die STIKO auch die Impfung gegen Hepatitis B.
Individuelle Beratung vor Rucksack- oder Fernreisen
Ob weitere Impfungen sinnvoll sind, kann der Arzt abklären. So kann auch eine Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten anstehen, sowie die jährliche Grippeschutzimpfung oder die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln wichtig sein.
Unerlässlich ist diese Beratung bei Abenteuer- oder Rucksackreisen und vor Fernreisen nach Südamerika, Asien oder Afrika. Und je nach Reiseziel können neben den Impfungen noch andere vorbeugende Maßnahmen, wie etwa die Malaria-Prophylaxe, notwendig sein.
Kostenloser Expertenrat am Telefon
Wie lange vor dem Urlaub muss ich das Thema Reiseimpfungen angehen? Erstatten die Krankenkassen die Kosten für Reiseimpfungen? Sind Fernreisen mit kleinen Kindern vertretbar? Durch welche hygienischen Maßnahmen kann ich mich vor einer Hepatitis-Infektion schützen? Gibt es auch einen Impfschutz gegen Hepatitis C, D und E?
Diese und alle weiteren Fragen zum Thema Reiseimpfungen beantworten Ihnen die Experten am Donnerstag, dem 5. Mai 2011, von 10 bis 17 Uhr unter der kostenfreien Hotline (0800) 0 60 40 00.
Die Experten am Telefon: Professor Gerhard A. Wiesmüller, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin, Leiter der Abteilung Infektions- und Umwelthygiene des Gesundheitsamtes der Stadt Köln; Dr. Karl-Heinz Herbinger, Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin, Ludwig-Maximilians Universität München; Dr. Bettina Flörchinger, Ärztin im CRM Centrum für Reisemedizin, Düsseldorf; Dr. Stephan Lupp, Facharzt für Reise- und Tropenmedizin, Gelbfieberimpfstelle, Bruchsal.