Von news.de-Redakteur Andreas Schloder
Der Eichenprozessionsspiner ist auf dem Vormarsch – so früh wie nie zuvor: Die Giftraupen, die eigentlich erst ab Mai herumkrabbeln, haben in weiten Teilen Deutschlands Bäume besiedelt. Das Gefährliche sind ihre Haare.
Sie wirken eigentlich harmlos. Gerade zu putzig krabbeln die Raupen des Eichenprozessionsspinners die Bäume hinauf und fressen die Eichenblätter in den Baumkronen. Doch der Schein trügt: Die Raupen stellen eine lästige und gefährliche Plage dar – für Mensch und Natur.
Das Schlimme: Die Raupen bahnen sich nicht nur ihren Weg von Süddeutschland in den Norden des Landes – sie schlüpfen auch deutlich früher. Durch die derzeit ungewöhnlich hohen Temperaturen und die trockene Witterung beginnt die Saison der Eichenprozessionsspinner bereits im April. Normalerweise passiert dies im Mai beziehungsweise Anfang Juni. Wissenschaftler haben bereits erste Eierpakete der Schmetterlinge entdeckt.
Vor allem die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und BayernDie beiden Bundesländer haben nur 12 Steuerfahnder gemessen auf 10.000 Einwohner. Niedersachsen hat knapp 30, der Durchschnittswert der Länder liegt bei etwa 17. werden von den Insekten besonders gern und häufig heimgesucht. Doch die Raupe bahnt sich ihren Weg durch ganz Deutschland. Mittlerweile hat sich der Schädling, der keine Fressfeinde hat, nach Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg ausgebreitet.
Dass die Larven für den Menschen gefährlich werden können, liegt an ihren giftigen Haaren, die sie als Abwehrwaffen einsetzen, um nicht gefressen zu werden. Brechen diese ab, werden sie durch den Wind verteilt – bis zu 200 Meter können die feinen Härchen fliegen.
Setzen sich die Härchen auf der Haut oder in den Schleimhäuten fest, können allergische Reaktionen wie Pusteln bis hin zur Bronchitis auftreten. In seltenen Fällen kann dieses Gift bei überempflindlichen Menschen einen allergischen Schock auslösen. Vor allem Kinder reagieren heftig auf sie. Bei jeder Art der Reaktion sollte daher ein Arzt aufgesucht werden. Der behandelt in der Regel mit einem AntihistaminikumWirkstoffe gegen den körpereigenen Botenstoff Histamin. Dieser wird bei einer allergischen Reaktion freigesetzt und sorgt für die unangenehmen Schwellungen. oder Cortison.
Doch der beste Schutz gegen die feinen Härchen ist, die betroffenen Eichenbäume zu meiden. Wer sich dennoch im Gefahrengebiet aufhält, sollte lange Kleidung tragen – diese dann zu Hause am besten ausziehen, in die Waschmaschine stecken und vor allem sich selbst duschen.
boi/cvd/news.de