Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Zur Traumhochzeit gehört die Traumtorte. Wie die Kreationen 2011 aussehen, was schmeckt und was aus der Mode ist, verrät Konditormeisterin Cinzia Lucà aus Berlin.
Das Highlight einer jeden Hochzeitstafel ist die Torte. Sie wird vom Brautpaar gemeinsam angeschnitten. Auch das liebevolle gegenseitige Füttern mit dem ersten Stück ist Tradition. Für diesen einen Moment muss die Torte perfekt sein - am besten einzigartig. Wer seiner Hochzeit damit das Sahnehäubchen aufsetzen will, sollte sich an die neuen Tortentrends halten, denn 2011 ist das Jahr der Hochzeitstorten. Cinzia Lucà, Konditormeisterin von der Auftragsmanufaktur Lucà de Luxe aus Berlin, weiß, was in» ist.
«Englische und amerikanische runde Stufenformen sind im Kommen», sagt Lucà. Eckige Torten seien dagegen weniger gefragt. Auch die Herzform sei eine Randerscheinung. «Diese Arrangements lösen die Hochzeitstorten mit Etagere immer mehr ab», sagt Lucà. Sie sind sehr kompakt und präsentieren sich als Einheit, das mögen die Kunden.
Im Inneren der Stufentorte ist eine Etagere eingearbeitet, um das Gewicht zu tragen. Das habe noch einen weiteren praktischen Vorteil: «Die Torte kann verschieden gefüllt sein und lässt sich leicht und sauber servieren», sagt die Tortenexpertin.
Der Trick mit der Attrappe
Aber es gibt auch einen Haken. «Bei einer Torte für wenige Personen kommt man nicht in die Höhe», sagt Lucà. Die meisten Paare würden dreistöckige Modelle bevorzugen. Um diesen Wunsch zu erfüllen, setzt die Konditorin eine dekorierte Attrappe aus Kunststoff unter die Torte.
«Was die Zutaten, Füllungen und das Design betrifft, ist Natürlichkeit in diesem Jahr sehr angesagt», sagt die Konditorin. Die Paare achten auf Qualität. Das heißt, die Torte soll gut aussehen, schmecken und aus natürlichen Zutaten bestehen. Für die Torten verwendet Lucà Bio-Mehl und -Früchte. «Absolut tabu sind Aromen aus dem Labor.»
Der Expertin zufolge sind Fruchtfüllungen en vogue. Dafür schwören die Kunden den Buttercremes immer mehr ab. Nachgefragt würden vermehrt Torten mit verschiedenen Füllungen wie Passionsfruchtcreme, Schwarzwälder Kirsch oder Sacher.
Lieber edel und schlicht statt Dekopomp
Was das Design betrifft, seien florale Elemente heiß begehrt. Die Natur bietet dafür ideale Vorlagen wie Blumen und Blätter. Mit Stencil-Schablonen lassen sich sehr schöne und kunstvolle Motive auf der Torte anbringen - von modern bis mondän. Lucà arbeitet gerne mit kandierten oder frischen Blüten wie Veilchen, Ringelblumen und Rosen. «Wir verwenden essbare kandierte Rosenblüten aus der Uckermark. Das verleiht der Torte einen natürlichen Touch», schwärmt die Meisterin. Auch kandierte Kräuter kämen bei den Kunden als Garnierung sehr gut an.
Weniger gewünscht seien überdekorierte Torten mit zahlreichen Ornamenten. «Die meisten Paare möchten ihre Torte edel und schlicht halten, ohne großen Firlefanz. Die üppigen Hochzeitstorten von früher sind out».
Im Unterschied zu einst werde vermehrt Fondant statt Marzipan als Überzug eingesetzt - ein weiterer Trend, der aus den USA und England herüberschwappt. Das habe den Vorteil, dass die Torte in einem schönen Weiß erstrahlt. Marzipan hingegen ist immer gelbstichig und muss mit helleren Dekoren optisch aufgewertet werden.
Fotodrucke auf der Torte boomen
In Sachen Aussehen ist heute dank modernster Technik fast alles möglich. Relativ neu ist die Airbrushtechnik, bei der die Meisterstücke mit Lebensmittelfarbe besprüht werden. Kräftige Farben eignen sich dafür sehr gut. «Bei uns wird diese Methode aber sehr oft nachgefragt», berichtet Lucà. Das käme vor allem bei sehr jungen Paaren gut an und bei Liebenden, die sich schon das zweite Mal trauen lassen. «Das Tolle ist, dass die Lebensmittelfarben neutral schmecken», erklärt die Konditorin.
Für komplizierte und sehr ausgefallene Designs wie orientalische und barocke Muster im Vintage-Stil eignet sich die Methode nicht. Da diese aber momentan sehr gefragt sind, arbeitet Lucà mit dem Fotodruck. «Mit einer speziellen Technik wird auf eine Art Oblate ein Bild aufgetragen. Dieses lässt sich biegen und um die Torte oder in der Fläche anlegen». Das sei aufwändiger und kostenintensiver, habe aber den Vorteil, dass Paare eine sehr individuelle Torte bekommen.
Manche Themen sind immer wieder Trend: Am klassischen Rosenthema kommen viele Paare nicht vorbei. «Allerdings werden die Torten mit Rosendekoren lieber schlichter gewünscht als noch vor Jahren», sagt Lucà. Absolute No-Gos bei den Dekoren gibt es bei der Konditorin keine, sofern sie umzusetzen sind. Nur bei einer Sache kennt Lucà kein Pardon: Spitzendeckchen unter der Torte. «Das ist total überholt und will auch keiner mehr.»
Der Preis einer Hochzeitstorte richtet sich immer nach Aufwand, Dekor und Personenzahl. Los geht es bei fünf Euro pro Person. Eine Torte für 60 Personen kostet demnach mindestens 300 Euro. Doch so ein Meisterstück kann auch leicht in die Tausende gehen. «Wir haben schon Hochzeitstorten mit Arrangements verkauft für mehr als 500 Personen.» Bei solchen Aufträgen kommen sogenannte Satelliten auf die Tafel. Im Mittelpunkt steht die Torte. Drumherum drapiert die Meisterin kleinere Törtchen und Kuchen.
sca/zij/bas/news.de