Studie Schwangerschaft senkt Brustkrebsrisiko

Schwangerschaft senkt Brustkrebsrisiko (Foto)
Eine Schwangerschaft senkt das Brustkrebsrisiko. Kinderlose Frauen erkranken häufiger an einem Karzinom. Bild: dpa

Kinderlose Frauen erkranken nach der Menopause häufiger an Brustkrebs als Mütter. Der Grund: Schwangerschaften verändern die Aktivität zahlreicher Gene. Das entdeckten Wissenschaftler, die nun an vorbeugenden Maßnahmen arbeiten.

Nach der Menopause lässt sich im Brustgewebe von Müttern ein anderes Muster an Genaktivitäten nachweisen als bei kinderlosen Frauen. Forscher fanden heraus, dass die Aktivität zahlreicher Gene besonders nach Schwangerschaften in jungen Jahren dauerhaft verändert ist und dies der Krebsentstehung im Alter entgegenwirkt. Nun könnten gezielt vorbeugende Maßnahmen gesucht werden, die auch für kinderlose Frauen das Krebsrisiko verringern, sagten die Forscher auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research in Orlando.

«Wir haben eine Genom-Signatur entdeckt, die durch die Schwangerschaft entsteht und auch nach der Menopause noch erkennbar ist», sagte Ricardo López de Cicco aus dem Forscherteam von Jose Russo vom Fox Chase Cancer Center in Philadelphia. Offenbar wirken sich Schwangerschaften auf noch unbekannte Weise auf Gene der Zellen im Brustgewebe aus, indem einige dauerhaft aktiviert und andere abgeschaltet werden. Im Brustgewebe selbst sind im Alter keine Unterschiede zwischen Müttern und kinderlosen Frauen sichtbar.

Brustkrebs
Prominente und die Diagnose
Christina Applegate (Foto) Zur Fotostrecke

Die Forscher verglichen die Aktivitätsmuster der Gene im Brustgewebe von 44 älteren Frauen, die Kinder hatten, mit denen von 21 kinderlosen Frauen in ähnlichem Alter. Dabei identifizierten sie 208 Gene, deren Aktivitäten sich in beiden Gruppen deutlich unterschieden. Bestätigt wurde das Ergebnis durch gleichartige Untersuchungen mit zwei weiteren Gruppen von insgesamt 61 Frauen. «Wir sind jetzt ziemlich sicher, dass diese 208 Gene die Genom-Signatur darstellen, die auf die Schwangerschaft zurückzuführen ist», sagte Russo. Nun ließe sich die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen testen, indem man den Effekt auf dieses Genaktivitätsprofil prüft.

Zu den unterschiedlich aktiven Genen gehörten einige, die für das sogenannte Processing von RNA-Molekülen wichtig sind. Wird die Aktivität dieser Gene heruntergeschaltet, wächst die Gefahr, dass fehlerhafte ProteineProteine oder Eiweiße sind aus Aminosäuren aufgebaute Makromoleküle. Proteine gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen. Sie verleihen der Zelle Struktur. hergestellt werden und Krebszellen entstehen. In den Brustzellen der Frauen, die Kinder geboren hatten, waren einige bekannte krebsfördernde Gene, die das Zellwachstum beschleunigen, weniger aktiv.

Bei diesen Frauen wurden auch weniger aktive Gene nachgewiesen, die für Stammzellen typisch sind. Kinderlose Frauen verfügen möglicherweise über ein größeres Reservoir an Stammzellen im Brustgewebe, aus denen durch genetische Defekte Krebszellen hervorgehen können.

rzf/sca/ham/reu/news.de/wsa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig