Heißhunger Attacke auf die Esslust

Heißhunger (Foto)
Wer öfters Heißhungerattacken hat, ernährt sich womöglich falsch. Bild: istockphoto

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Die Tafel Schokolade verspricht unendlich süßes Glück. Das Sahneeis lässt seinen Betrachter dahinschmelzen. Heißhunger taucht plötzlich auf. Ihm zu widerstehen, ist schwer. Warum wir ihn bekommen, was wir dann essen sollten und wie man ihn vermeidet, erklärt news.de.

Was ist Heißhunger?

Heißhunger ist ein brennendes Verlangen nach süßem oder deftigem Essen. «Die häufigste Ursache ist eine Unterzuckerung, das heißt, der Blutzuckerspiegel ist im Keller», erklärt Michaela Bänsch, Ernährungsberaterin und Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement.

Durch das Signal «Heißhunger» versucht der Körper, schnell den zu niedrigen Blutzuckerspiegel auszugleichen. Dabei bevorzugen wir instinktiv gute Energielieferanten wie zuckerhaltige Lebensmittel. «Eine Unterzuckerung wird häufig durch ein falsches Essverhalten verursacht. Entweder es wurde zu wenig oder das Falsche gegessen», sagt Bänsch gegenüber news.de.

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Kohlenhydrate spielen in diesem Fall eine wesentliche Rolle: Lebensmittel, die schnell verfügbare Kohlenhydrate haben, wie Süßigkeiten, Weißmehlprodukte oder bestimmte Fertigprodukte, treiben den Blutzuckerspiegel schnell in die Höhe. Dabei wird InsulinInsulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt ausgeschüttet, das den Blutzuckerspiegel sehr schnell wieder senkt. Laut Bänsch «kann er unter sein Ausgangsniveau fallen», was dann zu den Attacken führen würde.

Auch Lebensmittel, die Süßstoffe enthalten, können Heißhunger auslösen. Dazu gehören zum Beispiel Lightprodukte. Sie gaukeln dem Körper vor, Zucker also Energie zu bekommen. «Der Körper wird ausgetrickst. Tatsächlich schmeckt er nur das Süße. Weil der Körper aber keine verwertbare Nahrung bekommt, verlangt er nach mehr», so Bänsch.

Laut Bänsch spiele Gewohnheit eine wesentliche Rolle. «Durch einen regelmäßig eingenommenen süßen Nachtisch nach dem Hauptgang entsteht beim Ausbleiben des selbigen Heißhunger.» Ebenso könne Durst Hunger auslösen. Einen Mangel an Flüssigkeit würde der Körper mit Hunger verwechseln, so die Expertin. Außerdem seien Cola, Fruchtsäfte und Limonaden weitere Verursacher von Heißhungerattacken. «Nicht nur, dass sie reichlich Kalorien liefern, ihr Zucker geht besonders schnell ins Blut, lässt den Insulinspiegel hochschnellen und rasant absinken.» Magersucht und Diäten können ebenfalls für Heißhunger verantwortlich sein.

Wird Heißhunger nur durch eine falsche Ernährung ausgelöst?

Nein, für die überraschenden Hungerattacken können auch Krankheiten wie Diabetes, AdipositasFettleibigkeit, Fettsucht, sehr hohes Übergewicht , Schilddrüsenerkrankung, Stoffwechselstörungen sowie Alkohol- oder Drogensucht verantwortlich sein. Ebenso stehen Stress und hormonelle Störungen im Verdacht, übermäßigen Appetit auszulösen. «So versucht der Körper während der Periode einer Frau durch Heißhunger auf Süßes die hormonell bedingten Stimmungsschwankungen auszugleichen, in dem die Serotoninproduktion angeregt wird», sagt die Ernährungsexpertin.

Einiges deutet darauf hin, dass Schlafmangel Heißhungerattacken begünstigt und Übergewicht verursacht. Forscher der Universität Kalifornien untersuchten den Zusammenhang zwischen chronischer Schlaflosigkeit und Übergewicht. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Werte bestimmter Hormone von Schlaflosen im Vergleich zu gut ausgeschlafenen Versuchsteilnehmern verändert sind. Sie vermuten, dass sie den Stoffwechsel beeinflussen und Heißhunger auslösen. Dabei handelt es sich um die Hormone GhrelinAppetitanregendes Hormon, das in der Magenschleimhaut produziert wird. , das den Appetit steigert, und LeptinDas Hormon hemmt Hungergefühle. Es spielt eine große Rolle bei der Regulierung des Fettstoffwechsels. , das bei niedrigem Wert im Körper ein Hungergefühl auslöst.

Wie lässt sich Heißhunger vermeiden?

«Vor allem sollte man darauf achten, dass der Körper ausreichend Nahrungsenergie bekommt, sprich Kilokalorien - Minimum 1200», empfiehlt Bänsch. Die Ernährung sollte dabei ausgewogen sein. So ist der Körper gut mit Nährstoffen und Vitaminen versorgt. Am besten sind drei Mahlzeiten am Tag.

Ausreichend Flüssigkeit wie Wasser oder ungesüßter Tee sind ebenso wichtig, um Heißhunger zu vermeiden. Verbote bestimmter Lebensmittel sollte sich niemand auferlegen. «Diese führen nur dazu, dass man mit der Zeit immer mehr Appetit beziehungsweise Heißhunger auf das Verbotene bekommt. Besser ist es, sich kleinere Portionen zu gönnen. Statt einer ganzen Tafel Schokolade eben nur kleine Mengen pro Tag», so Bänsch.

Was tun bei Heißhunger?

Wer ein vorzeitiges Hungergefühl bekommt, sollte dem nachgeben. Heißhungergeplagte können dann einen Apfel oder etwas Naturjoghurt essen. Bänsch rät, Zwischenmahlzeiten in den Ernährungsplan einzubauen, zum Beispiel voluminöse, wasserreiche Kost wie Äpfel oder Gurke. Denn: Alles was den Magen dehnt, hält das Hormon Ghrelin in Schach. Das wiederum verhindert Heißhungerattacken.

Lesen Sie hier weitere Tipps, wie Sie kleinere gesundheitliche Probleme auch ohne Arzt bewältigen.

som/zij/ivb/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Elster
  • Kommentar 1
  • 23.04.2011 17:38

Habe ich auch manchmal : Heißhunger . Gelee ,na da muß ich die Bremse ziehen ,esse ich für mein Leben gerne . Ansonsten esse ich viel Apfelmus ,na dies aber schon immer von klein auf .Quark, Yougourt sowie alle Sorten von Käse esse ich auch sehr gerne . Harzerkäse am liebsten,eine Fettschnitte dazu und eine saure Gurke ,da muß ich mich sehr beherrschen ,daß ich nicht zu viel esse .Das schmeckt ! Lecker kann ich nur sagen.

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