Der Frühling hat nicht nur schöne Seiten. Allergiker sehen sich bereits jetzt dem Pollenflug ausgesetzt und haben gegen Hasel, Ulme und Erle zu kämpfen. Die Allergie sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden - Asthma kann drohen.
«Hasel- und Erlenpollen fliegen schon», berichtet Anja Schwalfenberg, Biologin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB), in Mönchengladbach. Mit den steigenden Temperaturen sei die Zahl der umherfliegenden Pollen dieser Bäume sogar gestiegen. Sie schwanke jedoch je nach Region und Witterung. Allergiker haben mittlerweile fast das ganze Jahr mit einer Pollenbelastung zu tun.
Bundesweit leiden nach Schätzungen mehr als 20 Millionen Menschen unter einer mehr oder weniger starken Allergie. «Die Zahl der Allergiker nimmt weiter zu», heißt es beim DAAB. Experten sprechen deshalb schon von der «Epidemie des 21. Jahrhunderts». Etwa die Hälfte der Allergien geht auf das Konto von Pollen. Doch auch im Haushalt lauern Gefahren.
Die Gründe für den Anstieg der Allergien haben die Fachleute noch nicht abschließend geklärt. Vermutlich kämen mehrere Faktoren zusammen, sagt DAAB-Expertin Schwalfenberg: Genetische Veranlagung, Veränderungen des Lebensstils oder auch eine Zunahme der Pollen könnten eine Rolle spielen. «Man weiß noch keine Lösung», meint die Biologin.
Erkennen Sie die Pollenallergie
Die Symptome einer Pollenallergie können schmerzhaft juckende Augen, Dauerniesen, eine ständig laufende Nase, Schlafstörungen, Atemnot und in schweren Fällen Bronchialasthma sein. Auf jeden Fall sollten Betroffene zu einem Arzt gehen, rät der DAAB. Denn: Entgegen einem gängigen Vorurteil ist Heuschnupfen keine zu vernachlässigende Erkrankung. Unbehandelt kann er sich zu Asthma entwickeln. Tauchen Beschwerden erstmals auf, sollten sich Betroffene an ihren Arzt wenden.
Typisch für Heuschnupfen ist ein Fließschnupfen mit einem fast wasserklaren, dünnflüssigen Sekret. Heuschnupfen bleibt als allergische Reaktion so lange bestehen, wie die auslösenden Pollen eingeatmet werden. Welche Pollen wann aktiv sind, können Betroffene im Pollenflugkalender nachlesen.
Helfen können Nasensprays gegen Heuschnupfen. Sie enthalten antiallergische Wirkstoffe und können langfristig angewendet werden. Eine Gewöhnung ist in der Regel nicht zu befürchten. Bei Heuschnupfen sollten Nasensprays gegen Erkältungsschnupfen - wenn überhaupt - nur kurzfristig eingesetzt werden. Unkonservierte Nasensprays sind nach dem Öffnen der Packung nur begrenzt haltbar.
som/zij/ivb/news.de/dpa