Wer als Miesepeter gilt oder im November Geburtstag hat, der hat das Glück, besonders alt zu werden. Zu diesem Ergebnis kamen amerikanische und deutsche Wissenschaftler. News.de verrät, was dahinter steckt.
Einer US-Studie zufolge hat die Persönlichkeit eines Menschen Einfluss auf ein langes Leben. Demnach sterben Optimisten eher als Pessimisten. In der Studie wurden Daten von über 1500 Probanden über einen Zeitraum von 20 Jahren untersucht. Studienleiter Howard S. Friedman erklärt: «Wir fanden heraus, dass eine zu positive Lebenseinstellung heikel ist, da gefährliche Dinge übersehen werden.» So gehen Optimisten mehr Risiken bezüglich ihrer Gesundheit ein. Sie greifen eher zur Zigarette und ernähren sich tendenziell ungesund.
Geburtsmonat auch entscheidend
Einer weiteren Studie zufolge hat auch der Geburtsmonat Einfluss auf das Lebensalter. So sind im November Geborene gegenüber Menschen mit Geburtstag im Mai klar im Vorteil, was die Lebenserwartung betrifft. Greifswalder Forscher fanden heraus, dass im November geborene Frauen im Durchschnitt 7,3 Monate älter wurden als Frauen, die im Mai zur Welt kamen. Bei Männern betrug der Unterschied sogar 11,7 Monate. Die in der Studie berücksichtigten Menschen waren alle zwischen 1992 und 2007 an Herzkreislauferkrankungen gestorben.
Die Lebenserwartung bei Frauen und Männern steigt demnach vom Geburtsmonat Mai an jeden Monat, bis sie im November den Höchststand erreichte. Dann sank sie wieder. Ein Vergleich von Daten aller Todesursachen zeigte eine ähnliche Kurve.
Das Phänomen sei in Norddeutschland genauso erkennbar gewesen wie in Süddeutschland, in West- wie in Ostdeutschland ebenso in Bundesländern mit höherer und niedrigerer Lebenserwartung, in ländlichen Gegenden und in Großstädten, hieß es. Auch Mecklenburg-Vorpommern machte keine Ausnahme.
Forscher suchen nach Erklärung
Schon lange wurde vermutet, dass sich die ersten Lebensabschnitte auf das spätere Leben auswirken. «Wir können über die Faktoren, die in unseren ersten Lebensmonaten vor oder nach der Geburt einen so prägenden Einfluss auf das Herzkreislaufrisiko ausüben, derzeit nur spekulieren», sagte Thorsten Reffelmann vom Wissenschaftlerteam. «Neben meteorologischen Daten oder der Sonnenlichtexposition sind auch viele andere Einflussgrößen denkbar: Nahrungsangebot und Ernährungsgewohnheiten in der Schwangerschaft, Luftverschmutzung, Infektionskrankheiten im Laufe eines Jahres oder auch das Ausmaß körperlicher Bewegung, welches ebenfalls jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt.» Die Einflussgrößen genau herauszufinden, könne für Behandlung und Vorbeugung von herausragender Bedeutung sein.
Die Analysen wurden von der Kardiologie der Klinik für Innere Medizin der Universität Greifswald in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt und dem Forschungsdatenzentrum im Statistischen Landesamt Sachsen in Kamenz durchgeführt. Die Ergebnisse wurden kürzlich im amerikanischen Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht.
rzf/sca/ham/news.de/dpa