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Von Katrin Neubauer - 16.03.2011, 10.57 Uhr

Entschlacken: So entgiften Sie richtig

Entschlackungskuren regen Anhängern der alternativen Medizin zufolge die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Doch Crashdiäten und radikales Fasten können schädlich sein. Was es mit den Schlacken und Kuren auf sich hat, erfahren Sie hier.

Beim «Entschlacken» sollten Obst, Gemüse, Kräuter und Tees verzehrt und auf Kaffee, Alkohol und Süßigkeiten verzichtet werden. Bild: DAK

Entschlackungskuren haben jetzt Hochsaison. Da der Körper angesammelte Rückstände aus der Nahrung nicht vollständig wieder nach außen abgebe, sollte die «Entgiftung» durch Kuren mit viel Gemüse, Tees und Kräutern unterstützt werden, empfiehlt die Münchner Heilpraktikerin Andrea Lau. Zu diesen «Giften», die in der Naturheilmedizin auch als Schlacke bezeichnet werden, gehören Zusatz- und Konservierungsstoffe, Rückstände von Antibiotika, Pestizid- und Düngerreste sowie Alkohol und Nikotin.

Was ist Schlacke und gibt es sie wirklich?

Die Schlacke sammelt sich zwar über das ganze Jahr hinweg im Körper an, im Winter bleiben durch weniger Bewegung, fetteres und süßeres Essen jedoch mehr Rückstände im Körper als sonst. Diese Schlacke, die von Naturheilkundlern als Kristalle und Säuren beschrieben wird, lagert sich im Fastenkuren könnten sogar eher gesundheitsschädigend wirken. So bildet der Körper beim verstärkten Fettabbau vermehrt KetonkörperChemischenVerbindungen (Acetacetat, beta-Hydroxybutyrat und Aceton), die bei niedrigem Glukosespiegel im Blut als Nebenprodukt der Fettverbrennung entstehen. , die bei zu hoher Konzentration im Blut zu einer Übersäuerung führen können. Durch die Stoffwechselumstellung bei Diäten stellt sich nach deren Ende häufig auch ein Jojo-Effekt ein. Das heißt: Nachdem der Körper während des Fastens «gelernt» hat, mit weniger Energie auszukommen, speichert er bei Rückkehr zu normaler Ernährung die nun überschüssige Energie besonders schnell. Die Folge ist eine Gewichtszunahme.

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Radikale Diäten zur «Entschlackung» und Gewichtsabnahme sieht auch Heilpraktikerin Lau eher skeptisch. Ihrer Ansicht nach genügen schon wenige Maßnahmen, um sich leichter und fitter zu fühlen. Schwangere, Stillende sowie Menschen mit Krebs oder Stoffwechselerkrankungen sollten jedoch auch von dieser Art der inneren Reinigung absehen.

So gelingt die innere Reinigung

Für die Zeit des «Entschlackens» empfiehlt sie, zunächst generell auf Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee zu verzichten und viel zu trinken, entweder Quellwasser oder ungesüßte Kräutertees. Ideal sei vormittags ein halber bis dreiviertel Liter Brennnesseltee. Mit einer Zitronenscheibe verfeinert, schmecke der auch kalt. Die Brennnessel wirke blutreinigend.

Bitterstoffe sollten bei keiner Entschlackungskur fehlen. Ein Rohkostsalat aus Radicchio, Endivien, Chicoree, GierschDen meisten Gartenbesitzern gilt der Giersch als lästiges Unkraut. In der Volksheilkunde wird das Kraut aber sehr geschätzt, um Gicht und Rheuma zu behandeln. oder Löwenzahn eignet sich gut als Mittagsmahlzeit. Gänseblümchen sind hervorragend fürs Lymphsystem. Aber auch Quark mit Wildkräutern, Bärlauch und Sauerampfer passt gut zu einem «entschlackenden» Mittagessen. Für den Abend rät die Heilpraktikerin zu gekochtem Gemüse, da Rohkost im Darm die Bildung von FuselalkoholenFuselalkohole sind hochgradig giftig und führen sehr schnell zu Leberschädigungen. begünstige. Zur Unterstützung der Leber und Gallenaktivität in der Nacht ist abends ein Leber-Gallen-Tee empfehlenswert.

Säfte aus roter Bete, roten Trauben und schwarzen Johannesbeeren regen die Bildung roter Blutkörperchen an und begünstigen so die Sauerstoffaufnahme des Körpers. Ingwer stimuliert die Darmtätigkeit. Um die Durchblutung der Haut zu stärken, rät Lau zu kaltwarmen Wechselduschen und Trockenbürsten vor dem Duschen.

rzf/zij/sca/news.de/dapd

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