Radioaktivität Kaum Schutz vor tückischer Strahlung

Radioaktive Strahlung (Foto)
Die Angst vor radioaktiver Strahlung und ihren gesundheitlichen Folgen ist groß. Bild: dpa

Radioaktive Strahlung ist unsichtbar. Wer verseuchte Luft einatmet, muss mit schlimmen gesundheitlichen Folgen rechnen. Es gibt nur wenige Maßnahmen, die schützen - und auch die helfen nur bedingt.

Hohe Dosen radioaktiver Strahlung können ganz unterschiedliche gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Dabei kommt es auch darauf an, über welchen Zeitraum hinweg der menschliche Körper der Strahlung ausgesetzt ist: Werde innerhalb kurzer Zeit eine Dosis aufgenommen, die viele Zellen schädige, könne der Organismus dies weniger gut kompensieren als wenn die gleiche Dosis über einen längeren Zeitraum hinweg absorbiert werde, erklärte das Bundesamt für Strahlenschutz.

Hohe Strahlendosen führen zur akuten StrahlenkrankheitErste Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. , die bei Menschen in der Regel innerhalb weniger Tage zum Tod führt. Was dagegen eine niedrigere Strahlendosis bewirkt, ist wissenschaftlich strittig. Erkrankungen treten oft erst nach Jahren auf. Es ist daher schwierig, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Krankheit und Bestrahlung herzustellen.

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Aus den Entwicklungen nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki 1945 sowie dem Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 kann man schließen, dass Schilddrüsenkrebs eine Folge radioaktiven Niederschlags (Fall-Out) ist - betroffen waren insbesondere Kinder und Jugendliche. Als Präventionsmaßnahme gelten Jodtabletten, wie sie offenbar auch in Japan verteilt werden sollen.

Auch Leukämie könnte eine Folgekrankheit von erhöhter Strahlenbelastung sein, ebenso andere Krebserkrankungen. Radioaktive Strahlung kann auch das Erbgut schädigen und zu Missbildungen bei Kindern führen, wie unter anderem aus Erfahrungen nach den Atombombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg geschlossen wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in einem 2006 veröffentlichten Bericht zu Tschernobyl außerdem auf die psychischen Folgen des damaligen Reaktorunglücks für die Betroffenen hingewiesen.

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Video: dapd

Jodtabletten rechtzeitig einnehmen

Bei einer Atom-Katastrophe, die derzeit in Japan droht, können sich die Bewohner des betroffenen Gebietes nur bedingt vor radioaktiven Strahlen schützen.

Generell raten Experten dazu, ein verseuchtes Gebiet möglichst schnell zu verlassen. Bewohner sollten Atem-  oder andere Filtermasken tragen, um die Aufnahme von Radioaktivität durch den Körper zu verhindern. Auch Schutzkleidung kann helfen, wie etwa wasserdichte Regenkleidung. Sie hält die Strahlen zwar nicht ab - das könnte nur ein spezielles Material mit Blei - aber sie verhindert, dass sich verseuchte Partikel auf der Haut absetzen. Rechtzeitig eingenommene Kaliumiodidtabletten (Jodtabletten) verhindern, dass sich über die Atmung eingenommenes radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert.

Die Jodtabletten müssen vor der Kontaminierung eingenommen werden und in ausreichender Dosierung. Dadurch lagert die Schilddrüse kein weiteres Jod mehr an - auch kein radiokatives. 

Werden radioaktive Substanzen durch Wind und Wetter über weite Strecken transportiert, sollten sich die Menschen möglichst in geschlossenen Räumen, am besten mit massivem Mauerwerk, aufhalten. Kinder sollten auf keinen Fall draußen spielen. Es ist wichtig, sich nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich zu waschen und die Kleidung zu wechseln. Auf Lebensmittel wie Gartenfrüchte, die verseucht sein könnten, sollte man verzichten.

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rzf/sis/ivb/news.de/ddp/dpa

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