Sa., 26.05.12

E-Zigaretten 03.03.2011 Rauchen ohne Tabakqualm

E-Zigaretten (Foto)
Die elektronische Zigarette wird als «gesunde Alternative» zum Rauchen gehandelt. Doch Kritiker warnen vor den Auswirkungen. Bild: dpa

Genüsslich und ohne schlechtes Gewissen an einer Zigarette ziehen - das ist der Traum vieler Raucher. Die elektronische Alternative zum Glimmstängel soll gesünder sein und auch noch schmecken. Ganz ohne Tabakqualm. Doch Kritiker warnen.

Ein tiefer Zug und die Zigarette glimmt. Tabakgeschmack erfüllt die Lunge, Nikotin strömt ins Blut. Obwohl man mitten im Nichtraucherbereich sitzt, beschwert sich niemand. Immer mehr Raucher greifen zur elektronischen Zigarette. Denn «gedampft» werden darf überall - egal ob im Restaurant oder Kino. In Hollywood ist die E-Kippe schon angekommen. Im kürzlich angelaufenen Film The Tourist zieht Schauspieler Johnny Depp im Bahnabteil genüsslich am Elektrostängel. Aber sind die E-Glimmstängel eine Alternative zur normalen Zigarette?

Der Hamburger E-Zigaretten-Großhändler Werner Wolff schwört auf die täuschend echt aussehende Plastikzigarette. «Seit ich die Dinger benutze, rauche ich keinen Tabak mehr», sagt er. «Das ist nicht nur gesünder, sondern auch für meine Mitmenschen verträglicher.» Seit rund drei Jahren vertreibt er die aus China importierten Produkte übers Internet. Von der Pfeife bis zum schwarzen High-Tech-Dampfer ist bei ihm alles zu haben.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Bei jedem Zug verdampft ein akkubetriebenes Brennelement flüssiges Nikotinkonzentrat. Um die Illusion perfekt wirken zu lassen, leuchtet eine Leuchtdiode an der Spitze auf. Bis zu 300 Züge bietet eine Kapsel, was 25 echten Kippen entsprechen soll. Der Raucher inhaliert Nikotindampf. Da kein Tabak verbrennt, sollen Anbietern zufolge keine Schadstoffe entstehen.

Rezeptur des E-Glimmstängels bleibt geheim

Einige Händler bewerben die E-Zigarette im Internet als «gesunde Alternative zum Rauchen», die den «Ausweg aus der Nikotinsucht» erleichtert. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht. Sicher ist aber, dass Nikotin schnell süchtig macht - und damit auch das in den Kartuschen. «E-Dampfer» berichten im Internet von Schwindelgefühlen und Übelkeit.

Die Elektrokippen sind zu wenig erforscht, sagen Kritiker. Sie bemängeln die unbekannten Auswirkungen möglicher Schadstoffe. Auch ist unklar, was dem Nikotinkonzentrat zusätzlich beigemischt ist. Einheitliche Regelungen fehlen bislang.

Was in den Nikotindepots drin steckt, wissen meist nur die Hersteller. Fragen nach der genauen Zusammensetzung des auch Liquid genannten Konzentrats bleiben meist mit dem Verweis auf das Betriebsgeheimnis unbeantwortet. Auch Großhändler Wolff schweigt sich über seine Rezeptur aus, die er in einem Labor in der Hansestadt herstellen lässt. So viel verrät er: «Unsere Kapseln gibt es in mehreren Nikotinkonzentrationen und Geschmacksrichtungen wie etwa Apfel, Vanille oder Schokolade. Da ist nichts Giftiges drin.»

Auch Nikotindampf kann Rauchern schaden

Zu einem anderen Ergebnis kommt die US-Kontrollbehörde FDA. In Tests wies sie 2009 giftige Substanzen in zahlreichen Proben nach - darunter krebserregende Nitrosamine. Gegen eine hohe Qualität der E-Zigaretten spricht der FDA zufolge der unterschiedliche Nikotingehalt einzelner Kapseln. Sogar als nikotinfrei deklarierte Patronen wiesen das Suchtmittel auf.

Bereits 2008 wies das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf die Gefahren bei der Inhalation von Nikotin hin. «Nach unserer Ansicht hat sich seitdem nicht viel getan», sagt BfR-Experte Dr. Frank Henkler. «Nikotin ist ein Nervengift und kann Bluthochdruck sowie Genschäden verursachen. Zur Nikotinentwöhnung ist die E-Zigarette definitiv nicht geeignet. Das Gegenteil ist eher der Fall.»

Einige US-Forscher machen sich dagegen für die E-Kippe stark. Der Nikotindampf biete eine gesündere Alternative zum herkömmlichen Tabakqualm, ein Verbot der E-Zigarette befördere das schädlichere Rauchen, so das Fazit von Zachary Cahn von der University of California und Michael Siegel von der Boston University School of Public Health. Das geringere Gesundheitsrisiko sei höher einzustufen als offene Fragen.

Verbot der E-Zigarette nicht ausgeschlossen

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) enthält der Rauch einer normalen Zigarette 4800 Schadstoffe - 90 davon hoch krebserregend. Auch wenn E-Zigaretten tatsächlich weniger schädlich sein sollten, plädiert die DKFZ-Expertin Martina Pötschke-Langer für ein Verbot. Auf ein weiteres Suchtmittel könne man verzichten.

Die Gesetzeslage für E-Zigaretten in Europa ist uneinheitlich. Die EU-Kommission erwägt eine strenge Prüfung, an deren Ende ein Verbot des legalen Konsums stehen könnte. Eine Entscheidung soll es nicht vor 2012 geben. Einige Länder setzen sich für eine Einstufung als Arzneimittel ein - in Österreich ist das schon der Fall.

zij/rzf/ham/reu/news.de/dpa
Leserkommentare (6) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Martin S
  • Kommentar 6
  • 02.03.2012 08:34
 

Schade das in diesem Bericht die veralteten FDA Studien als Beweis vorgelegt werden. Schlechte Recherche. Ich selbst bin seit über einem Monat umgestiegen. Was keines der Wundermittelchen geschafft hat, konnte ich mit Hilfe der E-Zigarette ohne Schwierigkeiten bewerkstelligen. Was diese böse Nikotinflüssigkeit betrifft: Da ich selber mein "Liquid" mische verzichte ich seit einer Woche komplett auf Nikotin. Also kann man schon von einer Ausstiegshilfe reden. Wenn der werte Herr oder Frau Journalist richtig recherchiert hätte, wäre dieser Bericht wahrscheinlich auch unparteiisch.

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  • Wuselix
  • Kommentar 5
  • 16.01.2012 22:06
 

An alle Gesundheitsapostel,die mir irgendwelche Vorschriften machen wollen!Seit 1964 bin ich leidenschaftlicher Raucher und lebe auch immer noch,was kaum zu glauben ist.Mir geht es sehr gut dabei und meine Arbeit vernachlässige ich auch nicht!Mittlerweile benutze ich auch E-Zigaretten!Klar,daß das einigen wieder nicht paßt!Langzeitstudien gibt es darüber bisher ja noch nicht.Ich stelle mich gerne zur Verfügung!Seit der E-Zigarette rauche ich sehr viel weniger als früher.Brandlöcher gehören der Vergangenheit an,Aschenbecher auch und die Bude ist geruchsneutral,selbst für empfindlichste Nasen.

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  • neo
  • Kommentar 4
  • 21.12.2011 00:14
 

schade, das der journalismus, offensichtlich, eigendlich nicht mehr stattfindet. es währe doch sehr interessant zu erfahren, warum frau ministerin steffens und ein grossteil der presse halb- und unwarheiten über das e-rauchen verbreiten. ein schelm, wer böses dabei denkt. 2010 gingen die einnahmen aus der tabacksteuer übrigens um 200 millonen zurück, bin ja mal auf die neuen zahlen gespannt...arme tabackindustrie...

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  • eshopping15
  • Kommentar 3
  • 20.12.2011 16:41
 

Das ist das allerletzte, jetzt will unser "STAAT" auch noch das letzte Genussmittel den Rauchern wegnehmen, wo soll das noch hinführen, das ist doch eine Bevormundung sondergleichen!! (unser Staat hat doch bloß Angst um seine Steuereinnahmen)

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  • Renee
  • Kommentar 2
  • 19.10.2011 03:50
 

Dies ist Sales Manager Renee aus Zhengzhou Moor Technologie Co.Ltd, die eine der größten E Zigarette Fabriken in China ist. Wir können verschiedene ecigs unterstützen OEM, um zu liefern, sind CE-und RoHS-Zertifikat, und unsere Großhandelspreise hat keine MOQ. Wir haben heiße Produkte in Markt jetzt, wie z. B.: EGO-F1, X-Power, T-Rex 520, T-Rex, EGO-T, EGO, UGO, VGO, Joye 510, Joye510PCC, 510-T, M401, PCC RN 4081, KR 808D-1, DSE 905, Mehr als 110 Arten von E-Flüssig-Aromen und so weiter. Und wir haben Wholesale ecigs, E-Liquid, e-Teile, Atuo USB-Passthrough, e cig Fall

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  • Klaus Exner
  • Kommentar 1
  • 31.05.2011 13:25
 

Zumindest ist das eine Alternative,was macht der Staat den sonst für die Rucher auser extrem abkassieren?? Gute Medikamente wie sie in der DDR zu bekommen wahren giebt es ja nun nicht mehr.Traurig aber wahr

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