Sa., 26.05.12

Trennung per SMS 21.02.2011 Knigge erlaubt das feige Aus

Schluss machen per SMS (Foto)
Schluss machen per SMS? Nach Knigge ist das kein Problem mehr. Bild: istockphoto/news.de (Montage)

Von news.de-Redakteur Andreas Schloder

Freiherr Adolph Knigge würde sich im Grabe umdrehen: Die Deutsche Knigge-Gesellschaft erlaubt nun, den Partner per SMS oder E-Mail elektronisch abzuschießen. Beides seien schnelle Medien, die einen neuen Stil prägen, so die Begründung.

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«Wir können uns leider nicht mehr sehen»: Eine solche SMS liest niemand gern, geschrieben ist sie aber schnell: Fast drei Millionen Deutsche haben nach eigenen Angaben auf elektronischem Weg ihren Partner in die Beziehungswüste geschickt, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage zeigt.

Eine Beziehung kurz und schmerzlos zu beenden, gilt als unhöflich. Wirklich? Nicht nach Knigge, denn die Deutsche Knigge-Gesellschaft macht nach einer Abstimmung auf ihrer Jahreshauptversammlung damit Schluss und erlaubt - unter bestimmten Bedingungen -, den Partner elektronisch ins Liebesaus zu schicken.

«Das, was wirklich weh tut, ist die Trennung selbst, nicht die Form der Übermittlung», sagt Dr. Hans-Michael Klein, Leiter der Knigge-Akademie und Vorsitzender der Deutschen Knigge-Gesellschaft. «Viele abgelegte Partner verwechseln das. Sie ärgern sich. Als Ventil kritisieren sie dann die Art und Weise, wie Schluss gemacht wurde», fügt der Benimmexperte hinzu. Ob SMS oder E-Mail - «beides sind schnelle Medien, die auch einen neuen Stil prägen. Die Zeit der Postkutschen ist vorbei», begründet Klein die Entscheidung.

Der Leiter erklärt, dass im Gegenzug ein persönliches Gespräch nicht immer die beste Lösung sei. «Gerade, wenn man schrecklich verliebt ist, tut es doppelt weh, den Geliebten (der Schluss mit einem macht, Anm. der Red.) auch noch sehen zu müssen.»

Es gibt noch weitere Gründe, die das Liebesaus per SMS rechtfertigen. So dürfe der Text via Handy verschickt werden, wenn ein kurzer Brief die Alternative gewesen wäre, bekräftigt Klein. Diese Form sei zudem erlaubt, wenn ein Streit die Beziehung so strapaziert habe, dass ein persönliches Gespräch nicht mehr erwünscht sei.

Auch wenn Knigge das Schlussmachen per Handy erlaubt, halten Medienexperten diese Entwicklung für bedenklich. «Das ist eine Form, die ich keinem wünsche. Wer so etwas macht, hat keinen Respekt verdient», erklärt Medienforscher Professor Jo Groebel vom Deutschen Digitalen Institut in Berlin, der die Entwicklung zum unpersönlichen Liebes-Aus schon länger verfolgt.

sis/rzf/ivb/news.de
Leserkommentare (12) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Lorin
  • Kommentar 12
  • 11.05.2011 12:17
 

Eine polnische Frau versteckt sich hinter mein Haus.Schon seit Monate hält sie sich versteckt da.Mehrmals griff sie mich an.Ich wurde dann wütend auf die Polin.Sie ist NLP Expertinn und glaubt sie kann mich vom weiten mit ihr Gehirn sehen.Weil sie das für Kinderporno braucht.

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  • Oliver
  • Kommentar 11
  • 27.04.2011 23:34
 

Jeder ist selbst für sein Tun verantwortlich. Weder diese noch irgendeine andere "Gesellschaft" kann den Menschen etwas "erlauben" oder "verbieten". Das wäre ja noch schöner. Ich empfehle hierzu noch folgenden Text: http://aui-umgangsformen.com/pages/posts/vorsicht-nicht-ueberall-wo-knigge-draufsteht-ist-auch-knigge-drin-63.php

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  • tsss
  • Kommentar 10
  • 27.02.2011 10:30
 

"Aus per SMS": das ist und bleibt schlichtweg feige! punkt! knigge hin oder her! die wissen auch nicht alles. die stellen sich immer nur so hin, als ob sie das täten! wenn man nicht soviel mum hat, dem partner das ende der beziehung persönlich mitzuteilen, dann war die beziehung keine beziehung. punkt!

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  • Barbara Rumpf
  • Kommentar 9
  • 25.02.2011 18:53
 

Mein Name ist Barbara Rumpf, ich bin zertifizierte Kniggetrainerin und selbst im Vorstand der Deutschen Knigge Gesellschaft. Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 12. und 13. Februar im Schloss Eringerfeld war ich dabei. Auf Vorschlag von Dr. Hans-Michael Klein kam es zu einer Abstimmung zum Thema "Schluss machen per SMS". Der Vorschlag wurde mit einer Gegenstimme sofort aus Gründen der Wertschätzung und Achtung anderer Menschen abgelehnt. Verwunderlich ist nicht die Entscheidung, sondern die Aussage von Dr. Hans-Michael Klein

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  • Kirstin
  • Kommentar 8
  • 22.02.2011 13:19
 

Alternativ könnte man es ja auch noch an die große Glocke hängen und auf Facebook posten! ;-) Ach je, das sind Sorgen ...

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  • Libertad
  • Kommentar 7
  • 22.02.2011 07:29
 

Ist doch der beste Beweis das diese Welt trotz, oder grade, weil es viele Kommunikationsmittel gibt, nicht kommunikativer geworden ist uns zwischenmenschliche Beziehungen einfacher abgebaut werden.

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  • Ralli
  • Kommentar 6
  • 21.02.2011 22:35
 

Weil es nun erlaubt ist, macht es das ganze wohl gesellschaftsfähiger, jedoch kein Stück ethischer. Solche Dinge passieren jeden Tag, wenn ein Partner zur Abwahl des anderen zu solchen Mitteln greifen muß, dann konnte vorher schon der eine dem anderen nicht mehr in die Augen sehen, das schlimmste was Menschen passieren kann.

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  • Ralli
  • Kommentar 5
  • 21.02.2011 22:35
 

Weil es nun erlaubt ist, macht es das ganze wohl gesellschaftsfähiger, jedoch kein Stück ethischer. Solche Dinge passieren jeden Tag, wenn ein Partner zur Abwahl des anderen zu solchen Mitteln greifen muß, dann konnte vorher schon der eine dem anderen nicht mehr in die Augen sehen, das schlimmste was Menschen passieren kann.

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  • Michel Wundertsich
  • Kommentar 4
  • 21.02.2011 18:11
 

SMS und ähnlichen Zeug mit fragwürdigen Inhalten. die liest man diagonal und löscht den Mist, sofern er nicht wegen krimineller Inhalte gleich zur Polizei weitergeleitet werden müsste, damit verschwendet man weder Zeit noch Geld. Wir befinden uns diesbezüglich in einer vom Irrsinn getriebenen Gesellschaft. Das potentielle Opfer von Schwerstverbrechern wird über Internet angemacht und dann per SMS weiter rangelockt. Das muss sich niemand antun. Man denke an Menschenfresser Meiwes und die jüngsten perversen Morde in allen Ecken. Schwerstverbrecher zeitlebens wegsperren! Unfähiges Rechtsystem!!!

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  • astrowolfhannover
  • Kommentar 3
  • 21.02.2011 17:56
 

Gesprächskreis + Depression + Liebeskummer ++ ++ Astrologie & Wissenschaft endlich die wahrheit. jetzt weiß ich vorher wer zu mir passt.((DARWIN)) wer jetzt noch alleine kämpft hat schon astrowolf007@aim.com+++ verloren++Gesprächskreis++ Spass + Hilfe ++ weitersagen

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  • Daisy
  • Kommentar 2
  • 21.02.2011 15:17
 

Dr. Klein hat meines Erachtens die Angelegenheit nicht genug differenziert. SMS oder Gespräch - aus meiner Erfahrung fällt es vielen Menschen schwer, ihre - zu akzeptierende - Entscheidung wahrheitsgemäß zu begründen. Eine solche ehrl. Benennung des Grundes zeigt aber Achtung. Auch wenn der Grund einem selbst nicht gefällt, auch wenn mancher ihn persönlich für falsch hält usw. - er beinhaltet die Möglichkeit, daran für sich zu (ver-)arbeiten & stellt einen Fakt dar, mit dem sich eher umgehen läßt als mit schnöder Kommentarlosigkeit. SMSen fehlt ebendies - DAS schmerzt m.E. mehr als Ehrlichkeit

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  • Andreas75
  • Kommentar 1
  • 21.02.2011 14:06
 

Schluß machen per SMS geht gar nicht. Ich habe das bei einem Freund erlebt, dessen Freundin das gemacht hat. Sorry aber so etwas ist feige und wer meint, der Knigge würde dies erlauben, der scheint keinerlei Respekt vor dem Nächsten zu haben. Die Begründung ist das widerwärtigste, was ich in Bezug auf diese Art schluß zu machen, gehört habe. Das klingt eher nach Beamtendeutsch "Nach §XXX Art.: XXX ist das nun erlaubt"

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