Trennung per SMS Knigge erlaubt das feige Aus

Schluss machen per SMS (Foto)
Schluss machen per SMS? Nach Knigge ist das kein Problem mehr. Bild: istockphoto/news.de (Montage)

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Freiherr Adolph Knigge würde sich im Grabe umdrehen: Die Deutsche Knigge-Gesellschaft erlaubt nun, den Partner per SMS oder E-Mail elektronisch abzuschießen. Beides seien schnelle Medien, die einen neuen Stil prägen, so die Begründung.

«Wir können uns leider nicht mehr sehen»: Eine solche SMS liest niemand gern, geschrieben ist sie aber schnell: Fast drei Millionen Deutsche haben nach eigenen Angaben auf elektronischem Weg ihren Partner in die Beziehungswüste geschickt, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage zeigt.

Eine Beziehung kurz und schmerzlos zu beenden, gilt als unhöflich. Wirklich? Nicht nach Knigge, denn die Deutsche Knigge-Gesellschaft macht nach einer Abstimmung auf ihrer Jahreshauptversammlung damit Schluss und erlaubt - unter bestimmten Bedingungen -, den Partner elektronisch ins Liebesaus zu schicken.

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«Das, was wirklich weh tut, ist die Trennung selbst, nicht die Form der Übermittlung», sagt Dr. Hans-Michael Klein, Leiter der Knigge-Akademie und Vorsitzender der Deutschen Knigge-Gesellschaft. «Viele abgelegte Partner verwechseln das. Sie ärgern sich. Als Ventil kritisieren sie dann die Art und Weise, wie Schluss gemacht wurde», fügt der Benimmexperte hinzu. Ob SMS oder E-Mail - «beides sind schnelle Medien, die auch einen neuen Stil prägen. Die Zeit der Postkutschen ist vorbei», begründet Klein die Entscheidung.

Der Leiter erklärt, dass im Gegenzug ein persönliches Gespräch nicht immer die beste Lösung sei. «Gerade, wenn man schrecklich verliebt ist, tut es doppelt weh, den Geliebten (der Schluss mit einem macht, Anm. der Red.) auch noch sehen zu müssen.»

Es gibt noch weitere Gründe, die das Liebesaus per SMS rechtfertigen. So dürfe der Text via Handy verschickt werden, wenn ein kurzer Brief die Alternative gewesen wäre, bekräftigt Klein. Diese Form sei zudem erlaubt, wenn ein Streit die Beziehung so strapaziert habe, dass ein persönliches Gespräch nicht mehr erwünscht sei.

Auch wenn Knigge das Schlussmachen per Handy erlaubt, halten Medienexperten diese Entwicklung für bedenklich. «Das ist eine Form, die ich keinem wünsche. Wer so etwas macht, hat keinen Respekt verdient», erklärt Medienforscher Professor Jo Groebel vom Deutschen Digitalen Institut in Berlin, der die Entwicklung zum unpersönlichen Liebes-Aus schon länger verfolgt.

sis/rzf/ivb/news.de

Leserkommentare (13) Jetzt Artikel kommentieren
  • Christiane
  • Kommentar 13
  • 22.12.2013 10:23

Die Knigge-Gesellschaft sollte dringend einen Psychologen befragen - Schluss machen per SMS geht gar nicht! Der Verlassene bleibt in einem Zwischenstadium stecken, kann nicht loslassen und etwas Neues beginnen, weil ihm die Möglichkeit zu Rückfragen und Auseinandersetzung genommen wurde. Diese neuzeitliche, unreife, feige Unsitte auch noch gesellschaftsfähig zu machen, ist das letzte! Auch eine E-Mail-Abstimmung ist nicht repräsentativ und schon gar nicht automatisch richtig. "Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast." (A. de Saint-Exupéry)

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  • Lorin
  • Kommentar 12
  • 11.05.2011 12:17

Eine polnische Frau versteckt sich hinter mein Haus.Schon seit Monate hält sie sich versteckt da.Mehrmals griff sie mich an.Ich wurde dann wütend auf die Polin.Sie ist NLP Expertinn und glaubt sie kann mich vom weiten mit ihr Gehirn sehen.Weil sie das für Kinderporno braucht.

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  • Oliver
  • Kommentar 11
  • 27.04.2011 23:34

Jeder ist selbst für sein Tun verantwortlich. Weder diese noch irgendeine andere "Gesellschaft" kann den Menschen etwas "erlauben" oder "verbieten". Das wäre ja noch schöner. Ich empfehle hierzu noch folgenden Text: http://aui-umgangsformen.com/pages/posts/vorsicht-nicht-ueberall-wo-knigge-draufsteht-ist-auch-knigge-drin-63.php

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