Phobien Die Angst, der Feind in mir

Angststörung (Foto)
Menschen können vor den harmlosesten Dingen wie Knöpfen oder Watte Angst haben. Bild: istockphoto (Montage)

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki
Angst vor Spinnen - das klingt für viele albern und total absurd. Aber manche Menschen empfinden harmlose Situationen als «lebensbedrohlich». Sie reagieren mit Zittern, Schweißattacken und ergreifen die Flucht. Wir verraten, was dahinter steckt.

Angst ist ein Gefühl von Bedrohung, ein Grundelement menschlichen Empfindens. Sekundenschnell warnt sie vor Gefahr, mahnt zur Vorsicht und steigert die Aufmerksamkeit. Sie lässt blitzschnell reagieren. Durch Angst sind Körper und Geist hoch konzentriert, die Muskeln spannen sich an, das Herz rast und die Stresshormone Adrenalin und Kortisol werden ausgeschüttet. Der Mensch meidet bedrohliche Situationen, handelt entschlossen oder geht zum Gegenangriff übergehen. Wissenschaftler sind sich einig: Ohne Angst wäre die Menschheit schon längst ausgestorben. Denn nur so konnten unsere Vorfahren wilden, gefährlichen Tieren entkommen oder sie bekämpfen.

Angsthasen
Prominente mit Macken
Woddy Allen  (Foto) Zur Fotostrecke

Angst kann aber auch zum Gegner werden, wenn sie zu übermächtig wird. Dann lähmt sie, macht handlungsunfähig oder führt zu unangemessenen Reaktionen auf normale Situationen. Menschen springen auf Stühle, wenn sie eine Maus sehen, andere machen einen großen Bogen um Knöpfe und zittern nur beim Gedanken daran. Es gibt auch jene, die Schweißausbrüche und Atemnot in überfüllten Bussen oder Herzrasen bekommen, wenn sie einen Telefonhörer anfassen.

Wenn Angst dauerhaft belastet und das eigene Handeln einschränkt, ist sie krankhaft. Fachleute sprechen von einer Angststörung. Daran erkranken Schätzungen zufolge etwa 18 Prozent aller Menschen. Jeder achte Deutsche leidet unter extremer Angst.

Was ist eine Angststörung?

Krankhafte unterscheidet sich von normaler Angst durch Dauer, Intensität und Kontrollierbarkeit. Sie ist übersteigert und wirkt unrealistisch. Der Übergang von gesunder zu krankhafter Angst ist jedoch fließend.

Typische Symptome sind innere Unruhe, Anspannung, Reizbarkeit, Schlafstörungen und Unwohlsein. Wer monatelang unnötig über mögliche Schreckensszenarien nachdenkt, hat ein Problem. Besonders kritisch: Die Angst verselbstständigt sich und dominiert das Leben. Das kann so weit gehen, dass sich Betroffene in einen Kokon aus Angst hüllen und kaum noch am sozialen Leben teilnehmen.

Unter der AngststörungDazu gehören generalisierte Angststörungen, Panikstörungen, akute Stressstörungen, akute posttraumatische Persönlichkeitsstörungen, Zwangsstörungen und Phobien. fassen Experten eine Gruppe psychischer Zustände zusammen, bei denen jemand sehr starke Reaktionen zeigt, obwohl es keine reale Bedrohungssituation gibt. Phobien treten am häufigsten auf.

Irrationale Angst vor Dingen oder Situationen

Phobien sind Ängste vor speziellen Objekten oder Situationen, die einen Menschen zwingen, Konfrontationen unbedingt zu vermeiden. Drei Arten werden unterschieden: Agoraphobie, soziale Phobie und spezifische Phobie. Menschen mit einer Agoraphobie haben Angst vor Plätzen, von denen sie im Notfall nicht flüchten können. Die Sorge vor einer möglichen Panikattacke lässt sie nicht los. Besonders bei Menschenansammlungen und an öffentlichen Orten wie Stadien oder im Konzertsaal tritt die Angst auf.

Hat jemand große Angst vor Situationen, in denen er im Mittelpunkt stehen könnte, etwa einem Referat, leidet er unter einer sozialen Phobie. Sprechen oder essen sie vor mehreren Menschen, erröten sie, ihre Hände zittern, ihnen wird übel und sie vermeiden Blickkontakte. Betroffene haben meist ein geringes Selbstwertgefühl, Angst vor Kritik und davor, sich lächerlich zu machen. Meist isolieren sich diese Phobiker, was zu Depressionen führen kann.

Bei einer spezifischen Phobie haben Menschen Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen. Besonders häufig sind Tiere der Anlass. Weit verbreitet sind auch Ängste vor Höhe, dem Fliegen oder vor geschlossenen Räumen. Spezifische Phobien treten besonders oft auf, Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Was sind die Ursachen für Phobien?

Wissenschaftler fanden heraus, dass Ängste angeboren sein können und die Persönlichkeit prägen. Ob sie krankhaft werden, hängt davon ab, wie die Eltern mit einem ängstlichen Kind umgehen. Sie können die Angst verstärken, indem sie selbst die Ereignisse katastrophisieren. Beruhigen sie, lenken sie die Entwicklung in eine andere Richtung.

Auch körperliche Reaktionen und ihre Bewertung entscheiden darüber, ob sich die Angst verselbstständigt. Phobiker interpretieren die Angst oft als Indiz für drohendes Unheil. Die Folge: Vermeidungsverhalten. Traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder Stress und Kontrollverlust tragen zur Entwicklung einer Angststörung bei. Die Ursachen für komplexe PhobienPhobien mit mehreren Angstfaktoren. sind weit weniger klar. Es wird angenommen, dass eine allgemeine Tendenz zu Beklemmungen vorliegt, besonders bei Menschen mit geringer Selbstachtung.

Welche Promis mit Ängsten zu kämpfen haben, lesen Sie in unserer Bilderstrecke.

sis/ham/zij/reu/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • uwe schmidt
  • Kommentar 4
  • 23.02.2011 01:00
Antwort auf Kommentar 2

,,du bist auf dem richtigen weg und das gefällt mir,,die wissenschaft des menschen versucht immer alles im dieseits und deren realitätsempfinden zu ergründen, sie sind nicht schlecht dabei und sogar sehr nah doch liegt die wahrheit im jenseits und fern jeglichem lebenden zugriffs,,meine sympahtien hast du,, weiter so

Kommentar melden
  • Rapunzelle
  • Kommentar 3
  • 18.02.2011 00:45

In diesem Leben! Meiner Erfahrung nach! Der Artikel weist ganz richtig auf traumatische Erfahrungen und durch die frühen Bezugspersonen verstärkten Stress hin. Craniosakraltherapie, Somatic Experience, Osho-Rebalancing, geführte Meditation und Yoga haben mir seeeehr geholfen!

Kommentar melden
  • Nick
  • Kommentar 2
  • 17.02.2011 19:44

In den meisten Fällen liegen meiner Erfahrung nach die Ursachen in vergangenen Leben, d.h. solange man nicht akzeptiert bzw. erfährt, daß man ein geistiges Wesen ist, daß mentale Abspeicherungen in dieses Leben mitgenommen hat und jetzt aufgrund sehr ähnlicher Geschehnisse die alten Sachen aufleben läßt, wird eine nachhaltige Besserung nicht eintreten. Allerdings muß man zunächst erst (wieder) fähig werden, den Ursachen ins Auge blicken zu können. Das langatmige Klassisifizieren von Phobien etc. bringt nichts, sieht aber nach Wissenschaftlichkeit aus.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
Umfrage
Hier an weiteren Umfragen teilnehmen!
Ängste
WOVOR FüRCHTEN SIE SICH AM MEISTEN?

Neueste Dossiers
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige