Sa., 26.05.12

Jammer-Deutsche 27.01.2011 Schluss damit!

Corina Broßmann (Foto)
News.de-Redakteurin Corina Broßmann. Bild: news.de

Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann

Wir jammern für unser Leben gern. Nicht nur über steigende Preise, Arbeitslosigkeit und Krankheiten, sondern über alles - vom Fernsehprogramm bis zum Wetter. Das nervt, ist anmaßend und lächerlich. Und sollte aufhören, bitte.

Wer kennt sie nicht – die wehmütigen Gespräche übers Wetter: Drei Tage trüber Himmel und wir reden mit Freunden, im Büro und jedem, der uns auf der Straße über den Weg läuft, nur noch darüber, wie depressiv uns das macht. Kaum haben wir drei Tage über 30 Grad, halten wir sie nicht aus, die Hitzeperiode. Sonne, Regen, Wind und Schnee. Alles schlägt uns aufs Gemüt. Was gibt's dann Schöneres als gemeinsam zu jammern?

Klar, Jammern verbindet. Wer jammert, hat den Ernst des Lebens begriffen, ist tiefgründig und trägt märtyrerhaft ein wenig Weltschmerz mit. Aber es nervt auch gewaltig – und ändert nichts. Man muss nicht Fan der amerikanischen «How are you?» - «I'm great!»-Mentalität werden, aber eine unbeschwerte und positive Grundeinstellung hat auch etwas. Und muss nicht gleich oberflächlich sein.

Regentage zum Beispiel sind eine prima Chance, endlich Zeit zu haben für den Wohnungsputz, eine ausgedehnte Runde im Fitnessstudio oder den Stadtbummel mit Freundinnen. Und: Sind abfrierende Füße auf dem Weg zur Arbeit wirklich besser als 35 Grad im Schatten?

Das stundenlange Warten beim Arzt hat auch seine Vorteile. Wann sonst bleibt schließlich Zeit, um Zeitschriften zu lesen. Und in der Schlange im Supermarkt bleibt dank trantütiger Azubis genug Zeit, um alten Damen Gespräche über ihre Enkel aufzudrängen, die es sonst nicht gäbe. Daran, dass die zehn Minuten auch effektiver nutzbar gewesen wären, stirbt schließlich keiner.

Das Leben ist schön - und was sich nicht schönreden oder ändern lässt, muss man einfach mal hinnehmen. Selbstmitleid hilft ohnehin keinem. Es schadet nur den Nerven. Solange es einem nicht wirklich schlecht geht, ist Dauerjammern über Stress und Wetter wie Hohn für jene, die wirklich vom Schicksal geschlagen sind.

kas/ham/reu/news.de
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • uwe schmidt
  • Kommentar 1
  • 15.02.2011 23:47
 

,,als ginge es nur darum sich die welt schön zu reden, wer hat sie denn hinter dem ofen hervorgelassen,,

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