Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki - 13.01.2011, 11.26 Uhr

Grüner Tee: Wunderwaffe für ein langes Leben

Grüner Tee gilt als besonders edel und schmackhaft. Das Beste daran: Wer ihn öfters trinkt, kann auf ein langes Leben hoffen. Warum das so ist, wieviel Sie davon trinken müssen und wie Sie einen richtig guten Aufguss machen, erklärt news.de.

Grüner Tee ist sehr gesund. Er wird als Krebsschutz gehandelt und gilt als Herz schützend. Bild: Teeverband

Teeschlürfen ist schick. Zum Frühstück ersetzt der heiße Trunk den Kaffee, am Abend sorgt er für Ruhe und Entspannung. Auch das Trinken und Nippen unterwegs ist hip. Mittlerweile gibt es in vielen Städten Teebars und -Lounges zum ungetrübten Genuss.

Tee ist nach dem Wasser das weltweit am meisten konsumierte Getränk. Ganze 18.000 Tonnen Tee gönnten sich die Deutschen 2009. Im Schnitt schlürfte damit jeder Bundesbürger 25 Liter. Davon entfallen 23 Prozent auf den Grünen Tee, also fast sechs Liter pro Kopf. Das ist gut so, denn diversen Studien zufolge ist Grüner Tee äußerst gesund.

Verantwortlich sind demnach seine zahlreichen Inhaltsstoffe. Der Grüne enthält nämlich AntioxidantienZu Antioxidantien gehören Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe, die den Körper vor den freien Radikalen schützen. . Sie bekämpfen im Körper freie RadikaleDie aggressiv wirkenden freien Radikale zerstören als Stoffwechselprodukt wichtige Funktionen und Strukturen im Körper wie etwa Zellmembrane oder DNA wodurch Krankheiten entstehen und unser Organismus vorzeitig altert. und schützen die Zellen. Diese Radikalfänger bieten unter anderem Schutz vor Arteriosklerose und somit auch vor den Folgen wie Herzinfarkt.

Länger leben Dank Grünem Tee

Eine japanische Langzeitstudie bestätigt diese positiven Effekte. Forscher untersuchten sieben beziehungsweise elf Jahre lang mehr als 40.000 Personen zwischen 40 und 79 Jahren. Es zeigte sich, dass täglich ein bis zwei Tassen des grünen Trunks reichen, um eine vorbeugende Wirkung zu erreichen. Und es kommt noch besser: Je mehr Grünen Tee die Teilnehmer tranken, umso länger lebten sie. Die Sterblichkeit sank um 16 Prozent bei einem Genuss von fünf Tassen am Tag. Das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungenumfasst im weitesten Sinne sämtliche Krankheiten des Herzens und des Blutkreislaufs mit Todesfolge zu sterben, sank um ganze 26 Prozent.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie aus den Niederlanden. Untersucht wurden 8000 ältere Menschen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Grüner Tee einen sehr positiven Einfluss auf das schädliche LDL-Cholesterin hat, das für die Entstehung von Arteriosklerose verantwortlich ist. Grüner Tee kann den Prozess der Gefäßverkalkung aufhalten.

Außerdem wird der Tee als Krebsschutz gehandelt. Amerikanische Untersuchungen zeigen, dass vor allem das Catechin EGCGEin Inhaltsstoff schwarzen und grünen Tees, der die Zellen schützt. äußerst effektiv ist. Dieser Gerbstoff erwies sich als stark hemmend bei der Entstehung von Prostatakrebs. Denn das Catechin aktiviert ein Körperenzym, das krebserregende Stoffe in den Zellen bekämpft. Die Forscher empfehlen, täglich mindestens drei bis vier Tassen grünen Tee zu trinken.

Mehr als zehn Tassen am Tag sollten es allerdings nicht werden. Zu viel Grüner Tee schade der Gesundheit, so Chung Yang und seine Kollegen von der Rutgers-Universität New Jersey. Das würde anderenfalls auf Dauer die Nieren schädigen.

Tee für das Immunsystem

In dem wohltuenden Gesundheitsspender steckt zudem immunstärkendes Vitamin-C. Der Clou: Im Grünen Tee ist es an bestimmte Substanzen gekoppelt, die es vor Hitze schützen. Deshalb bleibt der Vitamin-Anteil nach dem Überbrühen fast unverändert. Außerdem kann Grüner Tee das Risiko für Zahnkaries hemmen. Zwei Tassen des heißen Getränks decken nämlich den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Fluor. Das Mineral ist wichtig für das Wachstum und die Stabilität von Zähnen und Knochen.

Grasig oder herb

Wie kaum ein anderes Getränk bietet der asiatische Klassiker eine schier unermessliche Sortenvielfalt. In China und Japan gibt es über hunderte Teesorten. Das bringt viele Geschmacksnoten mit sich. Von blumig-edel bis herb-verwegen reichen die Aromen.

Beim Grünen Tee handelt es sich um die Blätter des immergrünen Teestrauches. Generell ist zwischen chinesischen und japanischen Sorten zu unterscheiden. Chinesische Tees haben ein rauchig bis blumiges Aroma. Japanische Sorten schmecken grasig und frisch. Teilweise haben sie auch eine herbe Note oder eine kräftige Süße. Die Unterschiede sind in der Verarbeitung begründet. Chinesische Produzenten rösten die Blätter in Pfannen an. In Japan dagegen werden sie mit Wasserdampf behandelt.

Am beliebtesten sind die Sorten Bancha (volles Aroma mit feiner Röstnote), Sencha (anregend, feinherb mit smaragdgrüner Farbe), China Wuyuan Jasmin (fein-aromatisch mit blumigen Duft), Japan Matcha (pulverisierter Grüntee) und China Lung Ching (mit zartgrüner, duftiger und leichter Tasse). Im Gegensatz zum Schwarztee - der von der gleichen Pflanze stammt - ist der Grüne Tee nicht fermentiert.

So gelingt der Aufguss

1. Teekanne und Tassen mit warmem Wasser füllen, um sie auf Temperatur zu bringen.
2. Möglichst reines Quellwasser zum Aufbrühen verwenden, so kann sich das Aroma entfalten.
3. Das Wasser kurz aufkochen und zirka fünf Minuten abkühlen lassen.
4. Kanne entleeren und Tee hinein geben - pro Tasse etwa einen gestrichenen Teelöffel, ab fünf Tassen einen gestrichenen Teelöffel zusätzlich. Teeblätter mit heißem Wasser überbrühen.
5. Für eine anregende Wirkung und einen milden Geschmack den Tee zwei bis drei Minuten ziehen lassen. Für einen beruhigende Wirkung und einen stärkeren Geschmack bis zu acht Minuten ziehen lassen.
6. Die mit warmem Wasser gefüllten Tassen leeren und den Tee hinein gießen. Die Teeblätter können je nach Qualität noch bis zu vier Mal aufgegossen werden, diese Aufgüsse jedoch nur ein bis zwei Minuten ziehen lassen.

sua/news.de

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