11.01.2011, 14.55 Uhr

Studie belegt: Es gibt die ewige Liebe

Fans von Rosamunde Pilcher und Co. können aufatmen: Die ewige Liebe - es gibt sie doch. Zu diesem Ergebnis kamen amerikanische Wissenschaftler, die die Hirnaktivität von Langzeitpaaren mit der von Frischverliebten verglichen.

Romantische ewige Liebe gibt es. Das fanden amerikanische Forscher heraus. Bild: dpa

Eine Studie zeigt: Lange verheiratete Menschen, die sich selbst als immer noch glücklich verliebt bezeichnen, weisen die gleichen Aktivitätsmuster im Gehirn auf wie Frischverliebte. Darüber hinaus sind bei den Langzeitverliebten jedoch noch weitere Hirnareale aktiv, die für Zuneigung und Paarbindung wichtig sind. Das berichtet das Team um Bianca Acevedo und Arthur Aron von der Stony Brook University im US-Staat New York im Fachmagazin Social Cognitive and Affective Neuroscience.

Um dem Geheimnis langanhaltender Liebe auf die Spur zu kommen, untersuchten die Psychologen zehn Frauen und sieben Männer. Diese gaben an, immer noch schwer in ihren Partner verliebt zu sein - selbst nach durchschnittlich 21 Jahren Ehe. Die Forscher zeigten ihren Probanden Fotos von Gesichtern ihrer Partner. Zur Kontrolle schauten sich die Langzeitverliebten noch Bilder von Gesichtern enger Freunde sowie guter und entfernter Bekannter an.

Währenddessen machten die Forscher mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie die Aktivität in den verschiedenen Gehirnarealen der Probanden sichtbar und zeichneten sie auf. Diese Daten verglichen sie anschließend mit Ergebnissen aus früheren Studien mit frischverliebten Menschen.

Belohnung und Motivation sind der Schlüssel

«Wir fanden viele sehr starke Ähnlichkeiten zwischen denjenigen, die seit langer Zeit verliebt waren und solchen, die sich gerade erst wie verrückt frisch verliebt hatten», sagt Arthur Aron. Er bezieht sich dabei auf die gemessenen Aktivitäten in großen Teilen des vom Gehirnbotenstoff Dopamin gesteuerten Belohnungssystems und in den sogenannten Basalganglien, die ebenfalls eine Rolle bei Belohnung und Motivation spielen. Laut Aron war in diesen Gehirnarealen die Aktivität deutlich stärker, wenn die Probanden Bilder ihrer Partner betrachteten, als wenn sie Fotos von Freunden anschauten. «Interessanterweise zeigte diese Region die stärkste Aktivität bei denjenigen aus der Gruppe der Langzeitpaare, die in unserem Fragebogen besonders viele Punkte bei Fragen zur romantischen Liebe und der Nähe zum Partner erzielten», berichtet Aron weiter.

Zusätzlich fanden die Wissenschaftler bei den Langzeitverliebten Signale in Hirnregionen, die bereits früher mit intensiven, grundlegenden Beziehungen und Bindungen in Verbindung gebracht worden waren. Darunter waren beispielweise Areale, die aktiv werden, wenn man jemanden als Teil des eigenen Selbst betrachtet, und solche, die an Mutter-Kind-Bindungen beteiligt sind.

Die Wissenschaftler vermuten, dass in einer glücklichen, langanhaltenden Beziehung der Belohnungscharakter erhalten bleibt. Das Zusammensein mit dem Partner löst also über viele Jahre hinweg eine relativ gleichbleibende Aktivität im Belohnungszentrum aus. Dadurch wird ein Wohlgefühl vermittelt - in einem Ausmaß, wie es auch Frischverliebte verspüren. Es scheinen auch Gehirnbereiche an der Erhaltung der romantischen Liebe beteiligt zu sein, die für grundlegende Bindungen und vertrauensvolle Zuneigung zuständig sind.

Die beiden Forscher glauben, dass ihre Studie einige Hinweise darauf liefert, was für eine glückliche Langzeitbeziehung notwendig ist - auch wenn wohl niemals vollkommen aufgeklärt werden könne, was Liebe tatsächlich auf Dauer am Leben erhält.

rzf/ham/ivb/news.de/ddp

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