Dioxin in Eiern Erhöhtes Risiko für Kinder

Wegen der jüngsten Dioxinfunde ist beim Eierverzehr Vorsicht geboten. Vor allem Kinder sind gefährdet, denn die kritische Aufnahmemenge ist bei ihnen wegen ihres geringeren Körpergewichts schneller erreicht, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt.

Dioxin in Eiern (Foto)
Für Erwachsene besteht beim Verzehr eines Eis mit erhöhtem Dioxin-Wert keine akute Gesundheitsgefahr - für Kinder schon. Bild: ddp

Derzeit sollten Kinder sicherheitshalber nicht täglich Eiergerichte essen, wie Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erklärt. Wenn sie in jüngster Zeit ein oder zwei Eier pro Woche gegessen hätten, sei das aber unproblematisch, sagte die Expertin.

Die DGE warnte aber zugleich vor Panikreaktionen: Wenn ein Erwachsener ein mit Dioxin belastetes Ei isst, habe das keine direkten toxischen Auswirkungen. Ein gesunder Erwachsener dürfe wie gewohnt Eiergerichte essen. Auch der tägliche Verzehr eines Eis bleibe ungefährlich, sagte Gahl.

Am Montag hatten sich bereits zwei Bundesbehörden in gleicher Weise geäußert: Wegen der Dioxinfunde müssten Verbraucher nicht ihr Konsumverhalten ändern, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin. «Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht», hieß es auch beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Das Dioxin in Eiern war festgestellt worden, nachdem in Futtermittel für Hühner, Puten und Schweine eine nur für technische Zwecke bestimmte Fettsäure gemischt worden war. Allein in Niedersachsen wurden aus diesem Grund am Montag rund 1000 Agrarbetriebe gesperrt. In Nordrhein-Westfalen wurden 8000 Legehennen getötet, die mit Dioxin verseuchtes Futter gefressen hatten.

sca/ham/ivb/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Antonietta
  • Kommentar 1
  • 13.01.2011 08:08

Der Dioxin-Skandal zeigt – wir brauchen neben besseren Kontrollen einen grundlegenden Politikwechsel: Weg von Agrarfabriken, hin zur bäuerlichen Landwirtschaft.

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