Sa., 26.05.12

Fall Zsa Zsa Gabor 07.01.2011 Letzte Rettung Amputation

Thrombose (Foto)
Wird eine arterielle Thrombose nicht rechtzeitig behandelt, ist eine Amputation die letzte Rettung. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki

Was Zsa Zsa Gabor erleidet, droht 15 bis 20 Prozent der Rentner über 70 Jahren: Ein Blutgerinnsel in den Beinen. Wird die Blutversorgung in den Arterien dadurch unterbrochen und das Gerinnsel nicht rechtzeitig entfernt, ist eine Amputation der letzte Ausweg, um das Leben der Patienten zu retten.

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Pro Tag pumpt das Herz circa 7000 Liter Blut durch das große Netz der Blutgefäße, das aus Venen, Arterien und Kapillaren besteht. Bei gesunden Erwachsenen funktioniert der Transport des Blutes reibungslos. Mit zunehmendem Alter allerdings werden die Gefäße schwächer. Das Leitungssystem läuft nicht mehr rund, das Blut fließt langsamer, manchmal gerät es sogar ins Stocken - ein Blutgerinnsel entsteht. Wird in diesem Fall nicht schnell gehandelt, kann es zu schwerwiegenden Folgen wie einer Amputation kommen.

Der Grund: ein chronischer oder akuter Gefäßverschluss, der durch Arteriosklerose verursacht wird. Dabei lagern sich über mehrere Jahre Fett, Kalk und Bindegewebsbestandteile in der Arteriengefäßwand ab. Die Innenhaut der Ader wird dicker, der Gefäßdurchmesser kleiner. Außerdem verliert die Arterienwand an Elastizität. Dadurch wird der Bluttransport behindert. Letztendlich entsteht ein BlutgerinnselThrombus in der Arterie, welches das Gefäß verstopft.

Bei dieser arteriellen Thrombose «handelt es sich um einen chronischen Verschluss», erklärt Dr. Erwin Blessing, Facharzt für Kardiologie und Angiologie vom Universitätsklinikum Heidelberg. Sie kann verschiedene Gefäßbereiche beispielsweise im Ober- und Unterschenkel, Becken sowie Schultern und Arme betreffen.

«Der Verschluss der Arterie führt dazu, dass das umliegende Gewebe nicht mehr mit sauerstoffreichem Blut versorgt wird. Es stirbt ab. Man spricht von einem Gewebsinfarkt», sagt Blessing. Bakterien fangen an, allmählich das abgestorbene Gewebe zu zersetzen. Die Rede ist vom Gangrän, zu erkennen an den schwarzen Verfärbungen des Gewebes. Infolgedessen «werden Giftstoffe freigesetzt, die zu einer SepsisFachbegriff für Blutvergiftung führen können», so Blessing. Um das Leben des Patienten zu retten, muss das Gewebe unbedingt entfernt werden. Dabei kommt es in vielen Fällen zur Amputation. Die Amputierten-Initiative e. V. schätzt, dass von etwa 60.000 Amputationen circa 87 Prozent aufgrund von Durchblutungsstörungen durchgeführt werden - Tendenz steigend.

«Auch ein akuter Verschluss der Arterie kann zu einem Gewebsschaden führen», sagt Blessing. Dabei löst sich ein Blutgerinnsel an einer anderen Stelle und wandert zum Beispiel in eine Arterie in den Beinen. «Der Unterschied zum chronischen Verschluss besteht darin, dass das Zeitfenster kleiner ist, um dem Betroffenen zu helfen», so der Arzt und fügt hinzu: «Die Zeit, das Gerinnsel zu entfernen und einen Gewebsinfarkt zu vermeiden, beträgt weniger als zwölf Stunden. Danach ist der Schaden irreversibel, also nicht mehr rückgängig zu machen.»

Um eine Amputation zu vermeiden, muss eine arterielle Thrombose so schnell wie möglich behandelt werden. Das kann durch Medikamente erfolgen. Infrage kommen auch operative Maßnahmen, bei denen das Gerinnsel entfernt wird.

Was sind die Ursachen und Symptome?

Rauchen, Diabetes und Bluthochdruck fördern die Entstehung der Arteriosklerose. Schmerzen beim Laufen, Schwäche sowie kalte, blasse Haut sind Symptome der «Gefäßverkalkung», allerdings erst, wenn 90 Prozent der Arterie schon verschlossen sind. Bis dahin versorgen andere Gefäße die Extremitäten mit Nährstoffen.  

Die Arteriosklerose ist ein schleichender Prozess, der lange Zeit unbemerkt bleibt, vor allem, weil erste Anzeichen nicht ernst genommen werden. So dauert es bei Frauen durchschnittlich zehn Jahre und länger, bis die Krankheit festgestellt wird. Erst, wenn beim Gehen oder im Ruhezustand Schmerzen auftreten, suchen die Betroffenen einen Arzt auf.

Ein akuter Gefäßverschluss macht sich durch einen schweren örtlichen Schmerz bemerkbar, der verbunden ist mit Kältegefühl und Taubheit der Haut.

som/ham/reu/news.de
Leserkommentare (2) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Erbitte Antwort
  • Kommentar 2
  • 07.01.2011 13:33
 

Ich hatte vor 10 Jahre im rechten Fuß eine 4 Etagen Thrombose. Ich hatte den Ärzten verboten, meim Bein zu amputieren. Ich wollte lieber sterben.Wie muss sich ein Arzt verhalten, wenn er vor einer Entscheidung steht.

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  • assistenzarzt
  • Kommentar 1
  • 07.01.2011 13:00
 

ich sach nur: besser arm dran als bein ab.

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