Wegen Winterchaos Im Osten wird das Blut knapp

Nicht nur die Streusalz-Vorräte gehen zur Neige: Im Osten Deutschlands droht eine Unterversorgung mit Blutkonserven, wie das Deutsche Rote Kreuz alarmiert. Durch das Winterchaos mussten bis dato viele Blutspendeaktionen abgesagt werden. 

Mangel an Blutkonserven im Osten Deutschlands (Foto)
Bereits jetzt ist der Konservenvorrat einzelner Blutgruppen auf Niedrigstand. Dies gilt zur Zeit insbesondere für die Blutgruppe 0 rhesus negativ Bild: dpa

Der anhaltend strenge Winter zeigt nun auch «erste Auswirkungen auf die Bereitstellung lebensnotwendiger Blutpräparate». Darauf weist das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in einer aktuellen Pressemitteilung hin. Pro Tag werden bis zu 15.000 Blutkonserven in deutschen Krankenhäusern und Rettungsfahrzeugen benötigt.

Um die Versorgung zu gewährleisten, sind täglich etwa 200 Teams der DRK-Blutspendedienste bundesweit unterwegs. Eigentlich, denn im Osten Deutschlands ging in den vergangenen Tagen nichts mehr. Besonders betroffen sind die Bundesländer Sachsen, Berlin und Brandenburg.

Professor Torsten Tonn, medizinischer Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Ost, befürchtet, dass die Patientenversorgung mit lebensnotwendigen Blutpräparaten über die Feiertage und Neujahr zusammenbrechen könnte: «Das anhaltende Winterwetter hat sich mit Neuschnee und damit einhergehend schwierigsten Verkehrsbedingungen in den letzten drei Tagen nochmals verschärft. Diese Faktoren wirken nun direkt auf das Spendenaufkommen ein», warnt der Experte.

Die bereits am vergangenen Wochenende angebotenen Sondertermine im Osten Deutschlands waren nicht ausreichend besucht. Einige reguläre Termine in den letzten 72 Stunden mussten sogar kurzfristig abgesagt werden, da weder DRK-Teamfahrzeuge noch Spender die Spendeorte erreichen konnten.

Mit fatalen Folgen: «Hier kann die aktuell stabile Versorgungssituation schnell kippen. Bereits jetzt ist der Konservenvorrat einzelner Blutgruppen auf Niedrigstand. Dies gilt zur Zeit insbesondere für die Blutgruppe 0 rhesus negativ», sagt Tonn.

Der Mangel an Blutkonserven kann in den nächsten Tagen zu kritischen Situationen bei der Versorgung der Kliniken führen, warnt die Rettungsorganisation, die die bisher registrierten Blutspender nun angeschrieben hat und darum bittet, sich erneut und spontan anzapfen zu lassen.

Dafür bietet das DRK zusätzlich zu den an allen Werktagen vor dem Jahreswechsel stattfindenden regulären Terminen Sondertermine und –aktionen an. Weitere Blutspendetermine rund um die Feiertage gibt es unter www.blutspende.de und der kostenlosen Hotline 0800 - 11 949 11.

sis/news.de

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