Sa., 26.05.12

Chronische Schmerzen 18.12.2010 Der Wahn mit den Prothesen

Kasse warnt: Bald alle Rentner mit Kunst-Gelenken (Foto)
Allein im vergangenen Jahr bekamen 209.000 Patienten eine neue Hüfte und 175.000 eine Knieprothese. Bild: dpa

Die «neue Hüfte» ist in den vergangenen Jahren in der Medizin zur Routine geworden: Rund 200.000 Menschen in Deutschland unterziehen sich jedes Jahr einer Operation, um sich eine Hüftprothese einsetzen zu lassen. Das birgt erhebliche Risiken.

Grund für Hüftgelenke und Prothesen sind meist chronische Schmerzen und eine Einschränkung der Bewegungsfähigkeit. Ursache dafür sind häufig Arthrose oder auch Fehlstellungen der Hüfte, die zu verstärkter Abnutzung führen. Bei der Operation werden sowohl die «Gelenkpfanne» des Beckens als auch der «Hüftkopf» ersetzt.

Hüftoperationen gelten als Eingriff mit hoher Erfolgsquote, den zahlreiche Kliniken anbieten. Dennoch bergen auch sie - wie jede Operation - erhebliche Risiken. Was im einzelnen schief gehen kann, hängt nach Angaben von Experten auch von der Methode und der Art der Prothese ab. Nach dem Krankenhausreport des AOK-Instituts Wido spielen daneben das Können des Operateurs und die Qualität des Krankenhauses eine wichtige Rolle: Die Häufigkeit von Komplikationen unterscheidet sich je nach Klinik erheblich. Insgesamt liegt sie nach Angaben von Fachleuten zwischen 3 und 30 Prozent.

Die Bandbreite der möglichen Probleme ist groß. So kann es bei der Operation zur Verletzung von Nervensträngen kommen. Bisweilen sind nach dem Eingriff die Beine unterschiedlich lang, was wiederum neue Probleme für das gesamte Knochengerüst mit sich bringt.

Auch Knochenbrüche oder -risse sind möglich. Daneben fürchten Ärzte Komplikationen, die im Prinzip auch bei jedem anderen Eingriff denkbar sind, darunter Wundinfektionen oder Blasenentzündungen als Folge eines Katheters[/tt]. [tt=Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel ]Thrombosen und Embolien durch Blutgerinnsel treten ebenfalls mitunter auf. Trotzdem gilt laut Wido: Mehr als neun von zehn Hüft-OPs bleiben ohne Komplikationen.

Kritiker bemängeln einen «Prothesenwahn» in Deutschland. Während es hierzulande allein 200.000 «künstliche Hüften» im Jahr gebe, seien es im ganzen Rest von Europa zusammen nur 500.000. Etwa zehn Prozent der Operationen seien überflüssig, bemängeln einzelne Ärzte, die stattdessen sanftere Eingriffe und Behandlungsmethoden propagieren.

rzf/ham/news.de/ddp
Leserkommentare (7) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Carla
  • Kommentar 7
  • 25.08.2011 14:36
 

Es leben sehr viele Menschen mit Prothesen . Manche haben eben einen guten Erfolg,manche eben nicht .Würde dies nicht geben ,dann wäre der Rollstuhl für viele Menschen schon vorprogrammiert .Hat man einen Unfall,dann ist man froh ,daß man geholfen wird . Steht doch nicht an Ihrenm Körper ,daß Sie eine Prothese haben !Eine Prothese zu bekommen ist kein Zuckerlecken ,aber nach einer gewissen Zeit - Ausheilung der Wunde -geht es Handarbeit ist eben auch den Operateuren besser ,als Roboter .Geht eben nichts über Handarbeit bei der Einsetzung einer Prothese !

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  • Ralf
  • Kommentar 6
  • 21.12.2010 16:37
 Antwort auf Kommentar 5

Wenn Sie einen Unfall haben und Ihnen wird durch so etwas geholfen ,glaube dann sind Sie froh darüber ,daß es so etwas gibt !Oder ziehen Sie den Rollstuhl vor ?

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  • Murks Pfuschmeister
  • Kommentar 5
  • 18.12.2010 17:41
 

berniboy, tot, das heißt doch nur, daß man schneller in ein paradiesisches Jenseits kommt. Es ist also alles in Ordnung, denn auch die Kassen werden entlastet. Außerdem bescheint die Erfolge der Mediziner die Sonne und die Mißerfolge deckt die Erde zu, damit sie schnell vergessen werden.

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  • Dämoni Robodoc
  • Kommentar 4
  • 18.12.2010 17:36
 

Die größte Sauerei zur dauerhaften Schädigung von Patienten war der auf dem Markt befindliche Roboter für die Hüftgelenks-OP, der einer Vielzahl Betroffener nachhaltigen Schäden zufügte.

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  • berniboy
  • Kommentar 3
  • 18.12.2010 17:10
 

Kann nur jeden da vor Warnen.Meine Tante vor 2 Jahren,Huftgelenk 2mal Kugel rausgerutscht,beim 3.mal Gelenk gebrochen. Dann Virus im Krankenhaus, TOT Das wars

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  • Thomas Schulz
  • Kommentar 2
  • 18.12.2010 16:29
 

Das in Deutschland überdurchschnittlich viele Prothesen eingebau werden ist einfach falsch. Der Anteil an behandlungsbedürftiger Arthrose ist ungefähr gleich, daher auch der prozentual ungefähr gleiche Anteil an Implantationen. In einigen Ländern weigern sich jedoch die Versicherungen die Prothesen zu bezahlen, je nach Alter des Patienten. Das hatte ja ein CDU Mitglied für Deutschland auch schon mal empfohlen. Solche Maßnahmen sind allerdings völliger Blödsinn, da eine langjährige Schmerzbehandlung mit allen Folgekosten oft teurer ist als eine Prothese. Überflüssige Implantationen hier selten

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  • Bewegungslos
  • Kommentar 1
  • 18.12.2010 12:44
 

Dieseen Kritikern würde ich gerne mal meine Schmerzen wünschen. Bin seit vielen Jahren auf Medikamente angewiesen, um morgens noch aufzustehen und zu arbeiten. Die Ärzte sagen immer mit 47 sei ich für künstliche Kniegelenke noch zu jung. Also liebe Kritiker bereit, nur ein Wochenende . oder jetzt über die Feiertge. Wahrscheinlich nicht, oder?

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